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Warum es ok ist schlechte Laune zu haben

Es ist so: Ich bin ein unglaublicher Realist, mit einem leichten Hang zum Zynismus und ab und zu schlittere ich auch gerne mal in Richtung Pessimismus ab. Zumindest etwas. Das ist zwar nicht Dauerzustand, dennoch würde ich mich nicht zu den immer-ein-Lächeln-auf-den-Lippen-und-stehts-fröhlichen-Menschen auf dieser Welt zählen. Im Gegenteil, mir sind diese Menschen sogar etwas suspekt.

Warum es ok ist schlechte Laune zu haben

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“Sorry, heute ist einfach nicht mein Tag. Irgendwie hasse ich grad alles und jeden, auch mich selbst”, seufze ich und ringe mir ein Lächeln ab.

Ich habe noch nie zu Jenen gehört, die ihre schlechte Laune grundlos an anderen ausgelassen hat, so auch heute nicht. “Warum denn das?”, fragt sie nach und ich sehe, wie sich die Lachfalten rund um ihre Augen bilden. Obwohl es innerlich doch an meinen bereits geschundenen Nerven zieht, erwidere ich das Lachen, schüttelte beruhigend den Kopf und antworte: “Ach nichts, ich bin einfach nicht gut drauf.” Sie macht einen dieser verniedlichenden Aww-Geräusche, die eigentlich dazu dienen sollen, dem Ärger die Luft rauszunehmen, mich und meine Laune aber im Endeffekt nur mehr strapaziert. “Nein so geht das nicht. Du kannst doch nicht schlecht gelaunt sein”, philosophiert sie und nachdem sich ein imaginäres Fragezeichen auf meinem Gesicht gebildet hat fährt sie fort. “DU entscheidest, wie du drauf bist. DU kannst dich auch dazu entscheiden, gut drauf zu sein. Niemand muss einen schlechten Tag haben, wir sind der Herr über unsere Emotionen”, erklärt sie mir und nicht nur, dass sich automatisch meine Stirn in Falten legt, ich realisiere gerade auch, dass unsere Bekanntschaft nicht für die Ewigkeit geschaffen ist.

Denn, die Sache ist die: Es ist vollkommen ok, schlechte Laune zu haben. Es ist normal, negative Gefühle zu empfinden und den Tag noch vor dem ersten Kaffee am Morgen zu verfluchen. Und es ist auch ok, wenn es sich dabei nicht nur um einen Tag handelt, sondern eventuell auch um eine Reihe von schlechten Tagen. Niemand ist perfekt, niemand muss jede Sekunde mit sich selbst im Reinen sein. Es gibt vermutlich nichts Menschlicheres, als sich einmal seiner Schwächen bewusst zu werden und ihnen – wenn auch nur für kurze Zeit – zu erliegen.

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Manchmal ist alles scheiße und das ist ok so.

Und bitte: Lass dir von nichts und niemandem einreden, dass es nicht ok ist, sich unglücklich zu fühlen, nur weil global gesehen in deinem Leben alles in Ordnung ist. Du kannst einen tollen Job, einen liebevollen Partner und großartige Freunde haben und trotzdem musst du nicht jeden Tag jodelnd und lebensbejahend durch die Straßen spazieren. Auch wenn es nach einem Lifegoal klingt, mit sich selbst zu 100% ins Reine zu kommen und das Leben mit all seinen Fehlern anzunehmen, ist es meiner Meinung nach auf Dauer nicht gesund, wirklich niemals durch die Decke zu gehen. Manchmal braucht man einfach die warme Umarmung einer kuscheligen Decke, einer riesigen Portion Eis und seiner Lieblingsserie in 7 Staffeln (für härtere Fälle gibt es auch Gin Tonic, Zigaretten und Girls Talk ohne Ende). Lass dir von niemandem sagen, wann du glücklich zu sein hast. Manchmal muss das schlechte Gefühl einfach raus.

Und das ist ok so.

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