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Vom ersten Kuss und der zelebrierten Liebe

Kaum eine Geste verändert ihren Stellenwert durch eine andere Position so sehr, wie ein Kuss. Von total platonisch und freundschaftlich, über ohne Bedeutung und doch irgendwie liebevoll, zu wild und leidenschaftlich oder auch voller Intimität und Liebe. Ein Kuss macht uns im Teenageralter nervös und gibt uns das Gefühl erwachsen zu sein, zeitweise vergessen wir auf seine Besonderheit und als Single im Datingalltag nimmt er dann doch wieder eine ganz neue Rolle ein.

Und besonders der allererste Kuss scheint ein Meilenstein im Leben zu sein. Und jetzt kommt’s: Ich erinnere mich nicht wirklich an meinen. Klar, es gab da ein harmloses Bussi in der 4. Klasse und im Gymnasium war sowieso Flaschendrehen ganz großes Kino – aber an meinen richtigen ersten Kuss? Dieser Kuss, den gefühlt jede Hauptfigur einer Teenie-Rom-Com herbeisehnt inklusive Fußflip? Fehlanzeige.

Aber (und dieses aber ist ein großes) ich erinnere mich an andere erste Küsse; die aufregenden, die spontanen, die komplett unerwarteten, die vorsichtig zaghaften oder auch die, die etwas wilder waren. Meistens die Kombination aus all diesen Küssen ist es, die dir ein Kribbeln im Bauch beschert – selbst wenn du die Person gerade erst kennengelernt hast und du noch gar nicht weißt, ob das Mehr oder doch etwas Weniger wird.

„Wann hast du bei unserem ersten Date eigentlich beschlossen, mich zu küssen?“
– „Bereits nach der ersten halben Stunde.“

Dieses leichte Herzrasen, das du bis in die Zehenspitzen fühlen kannst und dich die Welt um dich herum zwar nicht vergessen, aber sie dir ziemlich egal werden lässt (auch wenn du gerade in einer vollbesetzten Bar stehst und dich im Nachhinein wie ein pubertärer Teenager fühlst, der sich nicht im Zaum halten konnte und zwischendurch versuchst einen kühlen Kopf zu bewahren, aber kläglich daran scheiterst).

Nicht jedes Date muss oder soll in einem Kuss enden – selbst wenn du geflashed bist und ihr nicht nur auf einer Wellenlänge seid, sondern die Anziehungskraft nach ein paar Minuten greifbar in der Luft liegt. Der erste Kuss, der kann auch beim zweiten Date richtig gut sein, vielleicht sogar noch einen Ticken besonderer, weil man fast damit rechnet, aber dennoch nicht so genau weiß, wann der richtige Moment dafür ist.

Und am Ende kommt er schneller als man denkt und ist total unüberlegt und beschert dir automatisch ein schiefes Grinsen, während du noch an den Lippen deines Gegenübers hängst.

Wir reden über irgendetwas Belangloses. Dein Blick schweift ganz kurz zu meinen Lippen. Das – und die zwei Bier, die ich schon intus habe – geben mir den nötigen Schubser und ich halte mitten in meinem Satz inne und küsse dich einfach.

Ich glaube – abgesehen davon, dass man Gemeinsamkeiten und anregende Gesprächsthemen haben sollte -, Küssen gehört zu den essentiellsten Verbindungen, die einfach passen müssen. Man kann sich noch so gut verstehen und sympathisch sein, dieser erste Körperkontakt entscheidet immer über den weiteren Verlauf. Das kann man in den seltensten Fällen lernen und man will es vor allem dann wiederholen, wenn es von Anfang an unkompliziert ist.

Damit es keine Anleitung braucht, man automatisch aufeinander abgestimmt ist und vor Aufregung aus der zarten und vorsichtigen Annäherung auch etwas stürmisches werden kann.


Es ist egal, ob du gerade in einer Beziehung oder Single bist (oder auch irgendetwas dazwischen). Ob du Gefühle für jemanden hegst oder die größte Liebe in deinem Leben just deinen Freunden und deiner Familie gilt. Valentinstag ist der Tag der Liebe und diese Liebe kann so unterschiedlich und verquer und anders sein – und genau das sollte heute und eigentlich immer gefeiert werden.

Und ganz nebenbei, wie sagen wir in Österreich so schön: es gheat oafach viel mehr gschmust.

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