Tipps für lange Autofahrten

20. April 2015

Schon seit ich denken kann, bin ich eigentlich an lange Autofahrten gewohnt. In meinen jüngsten Jahren wurde der Familienurlaub immer im sonnigen Spanien verbracht, den Weg dorthin bestritten wir mit dem Opel Vectra B meines Dads – zu 5. saßen wir in dem nicht ganz so riesigen Auto mit dem bösen Blick und ohne Klimaanlage: Für mich und meine Geschwister war es das Größte. Mitten in der Nacht ging’s meistens los – zappelnd vor Aufregung wurden wir ins Auto gesetzt und mit Disney-Songs unterhalten, bis wir kurze Zeit später todmüde einschliefen (und meinem Papa dadurch die Möglichkeit gaben, in Ruhe zu fahren) und wenn wir endlich wieder die Augen öffneten, waren wir meist schon über die eine oder andere Grenze hinaus. Wir legten die Strecke eigentlich immer in etwa 12 Stunden zurück (inklusive der Ess-, Klo- und Schlafpausen) – nur einmal gerieten wir in einen üblen Stau, der dafür sorgte, dass wir am Ende etwa 20 Stunden benötigten, um an unser Ziel zu kommen. Nichtsdestotrotz hege ich eine gewisse Affinität für lange Autofahrten: Vermutlich sehne ich mich deswegen so danach, die Ferne mittels Roadtrip zu erkundigen. Es gibt aber durchaus viele Menschen, für die sind längere Fahrten mit dem Auto eine regelrechte Qual. Deswegen gibt es jetzt meine persönlichen Tipps, um lange Autofahrten gut zu überstehen.

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Be Prepared: Der Monk in mir quiekt vor Vergnügen erfreut auf, wenn es wieder heißt, sich auf eine Reise vorzubereiten. Nicht nur das Packen vom Koffer und dem Handgepäck lässt ein Lächeln auf meinen Lippen zurück, auch die einfachen Vorbereitungen für die Fahrt machen mir (auf beängstigende Art und Weise etwas zu viel) Spaß. Snacks für zwischendurch, die passende (und unbedingt bequeme!) Kleidung, die Unterhaltung während der Fahrt, und was sonst noch dazu gehört. I LOVE IT.


Feel-Good-Food: Es ist auf langen Autofahrten äußerst verlockend, in einem der dutzenden Fast-Food-Restaurants Halt zu machen und den Hunger ohne viel Zeitverlust zu stillen. Dennoch sollte man wenn möglich darauf verzichten. Vor allem als Fahrer, macht das fettige Essen einen doch müde & träge. Während man für Hauptmahlzeiten auf leichte und wenn möglich gesunde Kost zurückgreifen sollte, spricht meiner Meinung nach jedoch nichts dagegen, die Snacks für zwischendurch so zu gestalten, dass sich auch das ein oder andere Schokobon darunter befindet. Bei ganz langen Fahrten habe ich persönlich auch nichts gegen ein kaltes Red Bull – aber nicht auf das Obst für zwischendurch vergessen! Um für das richtige Feel-Good-Feeling zu sorgen, solltet ihr deswegen auch an diesen Tagen nicht vergessen, genug Wasser zu trinken. Auch wenn es dazu führt, dass ihr öfters Klo-Pausen einlegen müsst (warum das gut ist, erfährt ihr im nächsten Punkt) – so sorgt ihr gleich gegen mögliches Kopfweh und Müdigkeit vor.

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Take a break: Pausen sind das A und O auf langen Autofahrten – vor allem für den Fahrer und Menschen mit kleiner Blase. Selbst wenn ihr das stille Örtchen nicht aufsuchen müsst, solltet ihr die Pause nutzen, um kurz das Auto zu verlassen, ein paar Schritte zu gehen und frische Luft zu schnappen (auch wenn es nur 6° Grad Celsius hat). Es weckt auf, bringt den Kreislauf in Schwung und verhindert, dass ihr euch am Ende der Fahrt wie ein schwerer Kartoffelsack fühlt, der sich irgendwie nicht mehr richtig bewegen kann. Bei Reisen, die wirklich über die 10-Stunden-Grenze hinaus gehen, solltet ihr in Erwägung ziehen, einen richtigen Zwischenstopp von 2 Stunden oder mehr einzuplanen: Runter von der Autobahn, vielleicht sogar ein paar Kilometer querfeldein und weg von der eigentlichen Route. Genießt die Zeit in einem Restaurant, Park oder schlendert durch den Ort, den ihr dadurch gerade entdeckt hab.


To Do: Wenn ich verreise und damit in den Urlaub gehe, schalte ich ab. Nicht unbedingt auf dem Blog und den dazugehörigen Social Media Kanälen, aber bei der Arbeit & dem Studium definitiv. Urlaub heißt Urlaub und das soll auch so bleiben. Aber gerade wenn ich nur für ein längeres Wochenende nach Vorarlberg fahre, muss die Arbeit für Job & Studium mitkommen. Und da ich dabei hin und retour meistens auch je 6 Stunden im Auto großteils als Beifahrer verbringe, soll diese Zeit auch sinnvoll genutzt werden. Deswegen sorge ich dafür, dass Handy & Laptop bei Abfahrt vollen Akku haben und ich sehe mir im Vorhinein an, was ich offline erledigen und somit von der To-Do-Liste abhaken kann.

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Have Fun: Der Vorteil bei meinen Fahrten war bis jetzt beinahe immer, dass ich diese mit Menschen unternommen habe, mit denen ich mich super unterhalten kann. Aber auch den witzigsten Menschen geht ab und an der Gesprächsstoff aus und irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo jeder nur noch Löcher in die Luft starrt (außer der Fahrer natürlich. Hoffentlich.). Die Zeit kriecht, jede Minute fühlt sich wie eine Stunde an und auch die Motivation für mögliche Arbeiten schwindet dadurch. Deswegen empfehle ich jedem: Schafft euch für eure Reisen Hörbücher an! Nichts macht eine Fahrt spannender, Pausen unnötiger und ungewünschte Mitfahrer stillschweigender als ein unterhaltsames Hörbuch. Egal ob Krimi, Fantasy oder Komödie – ein Hörbuch ist immer die Lösung. Bestenfalls achtet ihr darauf, dass es die Länge für eine Fahrt hat, oder auch genau für die Hin- und Rückfahrt. Glaubt mir, Hörbücher sind die Lösung.


The Plan: Man sollte sich nicht auf den ersten Vorschlag von Google Maps verlassen, wenn eine unbekannte Route in Angriff genommen wird. Wenn es also kein super-fancy Navi gibt, erkundigt euch im Internet vorher nach den richtigen Wegen. Auf dem Weg von Wien nach Vorarlberg (und zurück) gibt es zwei verschiedene Routen, die sich anbieten. Eine davon ist etwa 60 km kürzer, die andere weist dafür meist weniger Verkehr auf und auch weniger Geschwindigkeitsbegrenzungen – weswegen diese oft auch die bessere Variante ist. Was auch noch gut zu wissen ist, zumindest für die Damenwelt: Welche Toiletten auf der Fahrt wirklich betreten werden können, ohne sich durch das bloße Einatmen der Kabinenluft allerlei Herpesviren einzufangen. Meist ist man doch auf der sicheren Seite, wenn man für das stille Örtchen die Raststätte aufsucht und bezahlt.

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PS: Was ich immer so einpacke, wenn es von Wien nach Vorarlberg (und retour) geht, habe ich hier gepostet!

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8 Comments

  • 4 Jahren ago

    Hörbücher wären auch mein Tipp gewesen! Ich habe auf meiner letzten längeren Fahrt (insgesamt knapp 10 h Hin und Zurück) Passagier 23 gehört. Ein so irres Buch! Absolute empfehlenswert.

    • 4 Jahren ago

      Muss ich mir anschauen :) Letztes Mal hab ich “Maria ihm schmeckts nicht” gehört :D

  • 4 Jahren ago

    Ich mag längere Autofahrten – besonders als Fahrer. Gute Musik, chillige Kleidung, etwas Trinken & Essen und alles ist geritzt. Bei Bahnfahrten ist es ähnlich. Fahrten von 6-10 Stunden waren/sind für mich keine Seltenheit. Oft finde ich so einen Roadtrip spannender als einen Flug. Man kriegt einfach mehr von der Natur und/oder Umgebung mit. ;)

  • 4 Jahren ago

    Ich höre dann immer gerne Hörbücher, bin im Moment schon bei Harry Potter 5 ;-)
    Die Fotos sind richtig schön geworden, perfekt für den Artikel. Besonders das Letzte finde ich echt schön!

    • 4 Jahren ago

      Jaa, Harry Potter hab ich auch schon alle :) Ich liebe Rufus Beck hihi :)

  • 4 Jahren ago

    Gute Tipps, die kann ich bei unserem Roadtrip am Wochenende direkt anwenden! :)
    Für längere Fahrten nehme ich auch immer so ein mobiles Akku-Ladegerät fürs Handy mit, damit nicht unterwegs irgendwann der Akku leer ist und das Hörvergnügen vorbei ist bzw. das Navi auch nicht mehr benutzbar :)

    • 4 Jahren ago

      Stimmt, sowas hab ich auch immer dabei :D Und glücklicherweise hab ich auch noch ein “Autoladegerät”, wo man am Zigarettenzünder einstecken kann :)

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