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Anzeige: Meine erste Wanderung auf 2700 Meter

28. Februar 2019

Es ist Juli im Jahr 2018. Gerade sitze ich im Zug von Chur Richtung Zürich und ärgere mich ein wenig darüber, dass ich meine Sonnenbrille direkt in den großen Koffer und nicht in meine Handtasche gepackt habe – nachdem die letzten Tage eher bewölkt und diesig waren, scheint heute zum ersten Mal bereits seit den frühen Morgenstunden die Sonne und taucht die grüne Bergwelt der Schweiz in ein magisches Licht. Meine Oberschenkel brennen und – um bei der Wahrheit zu bleiben – sogar mein Hintern tut mir weh, nachdem ich in den letzten drei Tagen nicht nur über 30 km, sondern auch tausende Höhenmeter zu Fuß und mit dem Bike zurückgelegt habe.

Ich bin ein Landkind, das ist kein Geheimnis. Für mich ist es also an sich nichts Neues, längere Wanderungen zurückzulegen. Ich bin zwischen Bergen und Wäldern, Kühen und anderen Tieren aufgewachsen – hab davon aber mit der Zeit sehr viel abgelegt und – hier wieder ein Stückchen mehr Wahrheit – mich doch etwas Richtung Stadtkind entwickelt. Erst vor Kurzem hab ich also meine Leidenschaft fürs Wandern wiederentdeckt, keine Frage also, dass ich mich über die Einladung nach Flims* in die Schweiz extrem gefreut habe. Nichtsdestotrotz hatte ich auch sehr großen Respekt (und am Ende ein bisschen Angst) davor, da meine letzte Wanderung gut zwei Monate zurücklag und ich zum Einen noch nie eine zweitägige Wanderung bestritten habe, zum Anderen auch noch nie auf 2700m gekraxelt bin.

Dank Deuter* konnte ich meinen Freizeitrucksack getrost zuhause lassen und stattdessen den Futura 26 SL* mein Eigentum nennen. Mit meinen 160 cm gehöre ich jetzt nicht gerade zu den größten Menschen auf dieser Welt, ein Grund mehr die SL-Linie von Deuter* zu feiern. Ein weiterer Pluspunkt: Das Aircomfort System. Außerdem habe ich all meine Wanderungen in Österreich bisher mit meinen Trekkingschuhen gemeistert – was zwar bis dato super gepasst hat, aber als nicht ganz so geübte Wanderin und dem doch anspruchsvollen Aufstieg, mussten unbedingt knöchelhohe (und wasserfeste) Wanderschuhe her. Meine Schuhe habe ich vom österreichischen Hersteller Dachstein Schuhe* bekommen. Und gerade im Nachhinein kann ich bei beiden Herstellern sagen: Es hat sich sowas von gelohnt und ich empfehle sie mit Nachdruck und ganz vielen Rufzeichen. Ich wäre verdammt aufgeschmissen gewesen ohne – nicht nur, weil wir mit dem Wetter ziemlich Pech hatten.

Da ich in Vorarlberg aufgewachsen bin, ist mir die Schweiz nicht unbekannt. Dennoch habe ich mich hauptsächlich in der Nähe der Grenze und/oder Zürich aufgehalten. Umso gespannter war ich auf den Kanton Graubünden bzw. die Region Flims, insbesondere den doch bekannten Seen und Bergen. Was soll ich sagen? Teilweise war es so absurd schön, dass man bei jedem gemachten Foto denken könnte, es wurde mit Photoshop gepimpt und verschönert. Mein ganz besonderes Highlight war ehrlicherweise auch der Caumasee, den wir am ersten Tag besuchten. Wenn der Wörthersee als die Karibik in Österreich gilt, dann ist es der Caumasee definitiv für die Schweiz (behaupte ich jetzt einfach mal ganz frech) und ich weiß, dass das sicher nicht mein letzter Besuch dort war (immerhin muss ich noch – wie es die Tradition verlangt – vom 3m hohen Felsen neben der Insel ins Wasser springen).

Tags darauf kam dann der Punkt, vor dem ich am meisten Respekt hatte: Zeitig in der Früh habe ich meinen Wanderrucksack von Deuter gepackt, mich in meine beste (ja Leute, das war meine beste) Wanderkleidung geschmissen, meine neuen Dachstein Schuhe angezogen (ja, sie waren nicht eingelaufen – sollte man grundsätzlich nicht nachmachen, hat aber sau gut funktioniert) und bin zusammen mit Angi, Sabi, Lea, Alex, Oliver, den beiden Flimser Mädels Christina und Lisa und Liza von der Agentur von Laax nach Flims gefahren. Von dort ging es zuerst mit der Sesselbahn über Foppa nach Naraus und dann weiter den Panoramaweg entlang zur Segneshütte, wo wir uns für den weiteren Aufstieg auf 2627m stärken und kurz ausruhen konnten. So weit, so gut und vor allem auch für mich machbar. Schon bei der Hütte hat es jedoch leicht zu nieseln begonnen, nichtsdestotrotz hat der Wetterbericht uns weiß gemacht, dass es erst gegen frühen Abend richtig zu regnen beginnen sollte, weswegen wir an unserem Plan festhielten und Richtung Mountain Lodge aufbrachen. Oh Boy, wir lagen so falsch.

Für mich war der Aufstieg aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse am Ende mein persönlicher Mount Everest: Nicht nur, dass es doch steiler als gedacht war (inklusive mehrerer Schneefelder und null Sicht). Regen und Wind haben uns bzw. mir den absoluten Rest gegeben – und ja es klingt sehr dramatisch, war es währenddessen für mich aber auch. Ich hab mir mehr als nur einmal FML gedacht und mich gefragt, wie es Menschen geben kann, die sowas aus Spaß und dem Nervenkitzel wegen machen. Kurz vor Schluss habe ich dann auch zum ersten Mal die Erfahrung machen müssen, wie es ist, wenn dich deine Kräfte langsam verlassen und jeder Schritt zur Qual wird, obwohl du dich im Kopf selbst immer weiter antreibst und versuchst zu motivieren (es hat auch nicht wirklich geholfen, dass mir zu dem Zeitpunkt immer wieder der Film Everest in den Sinn gekommen ist). ABER: Ich hab‘s geschafft, hab nicht aufgegeben und bin zwar als Letzte, aber nicht mit Verspätung im ehemaligen Militärbunker angekommen (und hab dann zuerst mal einen sehr großen Schluck vom Likör genommen). Und abgesehen vom abenteuerlichen Weg dorthin, ist die Hütte selbst auch ein Erlebnis – inklusive Plumpsklo direkt am Abgrund, einem flauschigen 70kg schweren Wächter und dem spannenden Hüttenbuch, dass Einträge von vor 40 Jahren und aus den Anfängen des Bunkers enthält.

Wir wurden am nächsten Tag zwar leider immer noch nicht mit einer wunderschönen Aussicht belohnt (so würde das Martinsloch übrigens bei klarer Sicht aussehen), aber immerhin zeigte sich beim Abstieg plötzlich auch die Sonne und ganz kurz sogar eben das berühmte Martinsloch und siehe da: Motivation und Kräfte waren dann auch wieder da. Zumindest bis kurz vorm Mittagsstop – irgendwann musste ich dann nämlich doch feststellen, dass über 20 km auf und ab laufen innert 24 Stunden nicht ohne ist, vor allem mit meiner Kondition und neuen Schuhen. Dafür gab es aber reichlich Belohnung in Form von Essen und dem nicht weniger schönen Crestasee, den wir nachmittags noch besuchten (Gott sei Dank mit eBikes) und wo wir den Samstag ausklingen lassen konnten.

Diese Reise war auf jeden Fall eine mit sehr vielen ersten Malen: Ich hab zum ersten Mal eine zweitägige Wanderung gemacht, auf über 2600 Meter übernachtet, Schneefelder im Juli überquert, mit einem eBike (Mountainbike, wohlgemerkt) die Schweizer Seen besucht und bin einfach voll über meine Grenzen und aus meiner Comfort Zone hinaus gegangen. Kann man mal machen, werde ich sicher auch wieder (bei Schönwetter)!

*In freundlicher Kooperation mit der Tourismusregion Flims (Einladung). Der Rucksack und die Schuhe wurden mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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