fbpx

Hamburg, meine Perle!

Mein Wecker läutet an diesem Tag ungewöhnlich früh. Noch ungewöhnlicher ist die Tatsache, dass ich nicht wie sonst mehrfach auf die Schlummertaste drücke, sondern direkt meine Beine aus dem warmen Bett schwinge und gewappnet mit einer Tasse Kaffee unter die Dusche springe. Eine halbe Stunde später sitze ich bereits im Taxi Richtung Flughafen – mein Blick ist müde, meine Augenringe nicht ganz so gut abgedeckt wie sonst und ob mein Wetterglück dieses Mal auch wieder zuschlagen würde, steht zu diesem Zeitpunkt noch in den Sternen. Aber die Aufregung und Vorfreude hat mich so gepackt, dass mir all das herzlichst egal ist. Es ist egal, dass es erst 5 Uhr früh ist, egal wie müde ich aussehe und ob mich an meinem Ziel statt Sommer, Sonne und Sonnenschein am Ende doch Wolken und Nieselregen erwarten werden.

Ich weiß nicht, woran es genau liegt. Wieso ich mich vom ersten Moment an dort so zuhause und wohl gefühlt habe und es mich immer wieder hinzieht und irgendwie nicht loszulassen scheint. Aber die Wahrheit ist: Hamburg hat mir mein Herz gestohlen und auch wenn diese Stadt mit Wien nicht besonders viel gemeinsam hat (außer vermutlich die Größe), haben beide Orte bei mir denselben hohen Stellenwert, weil sie dasselbe Gefühl auslösen.

In dem Moment, als ich das Flugzeug verlasse und kurz draußen frische Luft schnappe, bevor ich in der Ankunftshalle auf meine Begleitung warte, merke ich, wie ich bereits ankomme. Auch wenn die Stadt mich nicht wirklich von ihrer besten Seite begrüßt (oder in alter Hamburg’scher Manier eigentlich schon), kann ich es kaum erwarten, die nächsten Tage hier zu verbringen.

Und ich weiß, vermutlich verschreie ich mein Glück gerade in alle Richtungen, aber die Tage darauf haben wir tatsächlich eben genau dieses und die Sonne zeigt sich genau richtig, um durch die Straßen der Hansestadt zu streifen, nur etwas auf die Festivalbesucher neidisch zu sein (zwischendurch hat es nämlich tatsächlich ordentlich runtergelassen), Daydrinking Aktivitäten nach draußen zu verlegen (cornern ist mein neuer Lieblingsbegriff), genauso wie die interessanten Gespräche tagsüber und mitten in der Nacht mit den interessantesten Personen (Ausnahmen bestätigen die Regeln).

Wenn man das erste Mal in einer Stadt ist, zählen vor allem die Sehenswürdigkeiten – glücklicherweise war meine Reisebegleitung die perfekte Wahl für diesen Besuch in Hamburg. Nicht nur, weil wir beide Hals über Kopf in diese Stadt verliebt sind, sondern auch, weil wir beide schon mehr als einmal dort waren. In erster Linie sind wir also wirklich herumgeschlendert, haben alle möglichen Ecken entdeckt, unglaublich gut gegessen und getrunken, philosophiert und getratscht und gefeiert. Das hat tatsächlich großteils zu Fuss funktioniert, nachdem wir im 25hours Hotel HafenCity* übernachten durften, was keine 3 Gehminuten von der Elphi entfernt gelegen ist (und noch dazu richtig richtig gutes Frühstück und einen richtig nicen Shop in der Lobby hat, dank dem ich jetzt einen neuen Lieblingspullover besitze). Für weitere Wege ist Hamburg ganz gut mit Öffentlichen Verkehrsmitteln ausgestattet, Alternativ gibt es auch hier FreeNow oder noch besser: Moia, ein Taxi-Car-Sharing.

Das war also mein langes Wochenende in Hamburg, diese vier viel zu kurzen Tage im Details: Einkaufen und herumschlendern im Karolinenviertel und der Schanze (die große Frage in dieser Zeit an meine Hamburger Freunde und Bekanntschaften war übrigens die, ob es auf/in/bei der Schanze heißt und irgendwie konnte es uns keiner richtig beantworten), cornern entdecken und lieben lernen und zwischendurch einen Abstecher ins Tattoostudio (nüchtern, natürlich) machen. Nächtliche Spaziergänge durch Eimsbüttel und Ottensen, ein Kinoabend in den Zeisehallen und ein fast riskanter Besuch im Der Clochard haben die Zeit perfekt abgerundet. So perfekt, dass der nächste Trip in den Norden Deutschlands schon fast in Planung ist.

Ich sage Hamburg ist die Hälfte von Zwei
Die Schönste, die Nummer Eins, das Gelbe vom Ei
Und statt unsympathisch, jung-dynamisch wie Friedrich Merz
Ist hier alles laid-back, relaxed und friesisch herb.

Logo - Over The Top by Chris - Storyblog