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Diese verflixte Comfort Zone

Ich bin ein Macher. Ich kann Dinge in die Hand nehmen, Sachen koordinieren und Pläne erstellen. Ich bin gut darin To-do-Listen zu erstellen und die Punkte darauf abzuhaken. Genau genommen nehme ich es mir sogar heraus, dass ich darin weltklasse bin – wäre es eine olympische Disziplin, erledigte Dinge schnellstmöglich von einer Liste zu streichen, mir wäre Gold sicher. Das kann sogar beinahe fanatische Monk-Züge annehmen, wenn ich denn ganz ehrgeizig bin. Das Problem nur: Aufschreiben und abhaken lassen sich die To-Do’s leicht. Das Machen ist eine ganz andere Disziplin. Oft wird diese vor allem durch eines unterstützt: Zeitdruck. Vorher? Bin ich ein zusätzlicher Kandidat für die Medaille im Ausreden finden. Versteht mich nicht falsch, ich erledige alles, was nötig ist und von mir verlangt wird – ich habe noch nie eine Arbeit auf der Uni zu spät abgegeben, musste nie um einen Aufschub bitten und auch in meinem Beruf nutze ich die Stunden effizient aus. Wenn es dann aber um meine Ziele geht, meine persönlichen Dead lines und gesetzten Fristen – da drücke ich gerne auch mal ein Auge zu. Oder auch zwei. Und dann auch noch die von meinem Freund, meinen Eltern und meinen Geschwistern.

Ich bin eigentlich nicht faul, aber öfters zu fixiert auf die Prioritäten der Gegenwart und weniger auf die zukünftigen, die eigentlich wirklich zählen: “Wenn ich jetzt ins Fitnesscenter gehe, sind wieder 2 Stunden draufgegangen, dabei muss ich noch meine Arbeit schreiben” oder “Wichtiger ist es, dass ich den neuen Blogbeitrag verfasse – mein Buch kann eigentlich noch ein wenig weiter warten”. Und dann wäre da noch die Tatsache, dass ich eigentlich jetzt gerade von genug “Pflichten” eingenommen bin – und wenn dann der Lichtblick Couch am Ende des Tages auftaucht, fällt es ausgenommen schwer, nochmal den Hintern hoch zu kriegen. Aber ich arbeite daran. Versuchsweise zumindest. Denn eigentlich dürfte es gar nicht so schwer sein, die Motivation richtig zu verteilen – die Prioriäten nicht komplett zu verschieben, aber besser auszubalancieren. Vielleicht brauche ich einfach nur wieder einen Tag, um durchatmen zu können. Vielleicht braucht es auch jemanden, der mir nervtötend und andaurend in den Hintern tritt. Vielleicht kommt jetzt in meinen Mid-Twenties automatisch der Umschwung. Und vielleicht, vielleicht habt ihr dann im Jahr 2016 mein Buch in der Hand.

 

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