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Bullshit Bingo: Dinge, die ich 2019 einfach mal lassen will

7. Januar 2019

Ich bin ja grundsätzlich kein Freund von Neujahrsvorsätzen. Sind wir uns mal ehrlich: Hat jemals irgendjemand einen Vorsatz wirklich komplett durchgesetzt und vor allem: durchgehalten? (Und mit durchhalten meine ich nicht, das Fitnesscenter-Abo für das ganze Jahr zu kaufen, sondern auch tatsächlich immer wieder hinzugehen).

Es ist doch so – ein neues Jahr bringt uns immer wieder dazu, unser ganzes Leben zu reflektieren. Was hab ich erreicht und erlebt, welche Erkenntnisse nehme ich daraus mit, was kann ich besser machen. Selten bis gar nicht habe ich – weder von Freunden, noch meiner Familie oder gar auch Fremden im Internet – gehört, dass alles einfach genauso bleiben soll wie es ist. Was ja an sich auch absolut gar nichts verwerfliches ist, wenn man sich neue Ziele steckt und Pläne schmiedet, aber meistens sind es dann gerade zum neuen Jahr eben doch die Klassiker der lebensverändernden Maßnahmen und nicht die (vielleicht eigentlich sogar realistischeren) Vorsätze und Schritte, die wirklich zu einem passen. Wir wollen uns alle gesünder ernähren, mehr Sport machen, weniger feiern, mehr schlafen, weniger egoistisch sein und mehr für die Umwelt tun – nur um nach wenigen Wochen festzustellen, dass wir so wie es war eigentlich bis dato ganz gut gefahren sind und wir uns dann wieder genüsslich unserem inneren Schweinehund hingeben.

Im letzten Jahr habe ich also – wie so oft – komplett auf Neujahrsvorsätze verzichtet, dieses Jahr möchte ich den Vibe des Jahreswechsels aber nicht ganz an mir vorbeiziehen lassen und das betrifft vor allem den ganzen Unsinn, den ich mir erst in den vorangegangenen Monaten angeeignet oder fabriziert habe. Willkommen zum Bullshit Bingo – Dinge, die ich 2019 einfach mal lassen will.

Kleinigkeiten aufschieben

Ja, es gibt diese richtig faulen Tage, an denen ich auch den ganzen Tag auf der Couch verbringe und meine größte Errungenschaft ist, Netflix zu sagen, dass ich auch nach der 4. Folge Friends noch weiterschauen möchte. Deswegen würde ich mich jetzt nicht generell als faul bezeichnen, solche Tage sind nämlich oft einfach auch mal notwendig. Nichtsdestotrotz habe ich – besonders im letzten Jahr – bemerkt, dass ich Dinge gern mal auf später verschiebe, weil ich just in dem Moment zu faul bin, und das obwohl sie im Endeffekt in wenigen Minuten erledigt wären. Angefangen beim Haushalt: Ich wasche regelmäßig und hänge die nasse Wäsche auch immer gleich zum Trocknen auf, aber sie dann auch einen Tag später wieder abzunehmen und gleich im Schrank zu verräumen scheint bei mir ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Und ich gebe – etwas peinlich berührt – zu, dass ich oft dann auch einfach direkt die Sachen erst runternehme, wenn ich sie gerade anziehen möchte und somit meinen Wäscheständer in einen mobilen Kleiderschrank verwandle. Ähnliches Phänomen beobachte ich auch beim Geschirrspüler ausräumen und hin und wieder (oder auch öfter…) beim Betten machen. Das Ganze zieht sich inzwischen eigentlich in fast alle Bereiche meines Lebens und macht mir eigentlich nur mehr Stress. Unnötig und sinnlos einfach.

Immer busy sein

Wahrscheinlich würde es sich als Lüge herausstellen, wenn ich jetzt behaupte, dass ich mir selbst nie wieder zu viel aufhalse und mich dann über den ganzen Stress und die wenige Zeit beschwere – aber im Endeffekt möchte ich eben genau das verhindern. Das letzte Jahr war alles andere als ausgeglichen – es gab Wochen, da habe ich nur das Mindeste getan, dann wieder welche, wo ich mich am liebsten geklont hätte, um alles unter einen Hut zu bekommen. Und wir reden jetzt nicht nur vom Job, sondern auch vom sogenannten Freizeitstress. Da eine Geburtstagsfeier, dort ein Mittagessen, hier ein Spazierdate – “klar können wir uns noch auf einen After-Work-Drink treffen” und das obwohl mir das Gesicht schon beim Gedanken einschläft, weil ich viel zu wenig Schlaf gerade abbekomme und noch eine Deadline im Nacken habe. Klar, lässt sich das nicht immer steuern, aber oft habe ich mich dann auch immer zeitlich angepasst, weil ich es halt am besten kann als Selbständige und Single – ich muss letztendlich nur mir selbst Rede & Antwort stehen.

Nicht auf mein Bauchgefühl hören

Es gab 2018 mehr als eine Situation, wo ich von Anfang an irgendwie ein komisches Gefühl hatte und es dann aber doch ignoriert und Argumente die dagegen sprechen gesucht habe.
“Wieso sollten sie den Auftrag absagen, wenn es eigentlich schon mündlich fixiert wurde?”
“Wir waren von Anfang an ehrlich miteinander, es gibt keinen Grund, dass sich das jetzt plötzlich ändert.”
“Es muss nicht immer eine Ausrede sein, vielleicht ist es gerade wirklich ein Zeitproblem.”

– I call B U L L S H I T.

Zu viel Essen bestellen

Schuldig im Sinne aller Anklagen. Wenn ich etwas wirklich wirklich wirklich nicht gemeistert habe, dann ist es für mich selbst regelmäßig zu kochen. Oder zumindest einkaufen zu gehen, einen vollen Kühlschrank zu haben und dann auch davon zu essen. Ehrlich gesagt, traue ich mich gar nicht auszurechnen, wie viel Geld ich im letzten Jahr bei Foodora & Co liegen gelassen habe. Und da rechnen wir Essen gehen nicht dazu, weil das etwas für mich ist, dass ich mir gerne gönne (und besonders in guter Gesellschaft). Und ja ich weiß, es ist auch ok ab und an mal zu faul zu sein und sich dann eine Pizza zu bestellen. Aber ich hab das fast so sehr ausgeschlachtet wie Boomerangs in meiner Insta Story und letzteres bereue ich eigentlich nicht (sorry not sorry). Ich versuche das Bestellen von Essen in diesem Jahr also echt wieder auf ein Minimum zu reduzieren – zumindest wenn ich allein bin und eigentlich auch einkaufen gehen könnte.

Alles analysieren und auseinandernehmen

Oh Gott, darüber wie ich schon die x-te Theorie aufgestellt, Nachrichten analysiert, mögliche Szenarien und Konversationen in meinem Kopf zusammengestellt hab und einfach zwischendurch auch etwas crazy geworden bin, könnte ich vermutlich ein Buch schreiben (meine Freunde und Familie werden bei diesem Satz kräftig nicken und mir zustimmen). Egal ob es dabei um meine berufliche Zukunft geht oder auch Privates. Ich kann nicht aufhören zu viel über alles nachzudenken. So spontan und begeistert und verrückt ich bei irgendwelchen Unternehmungen und Plänen sein kann, so nachdenklich und anaylsierend bin ich bei anderen Dingen und das obwohl ich mir dieser Tatsache vollends bewusst bin. Und von all dem Bullshit, den ich in diesem Jahr so lassen will, wird dieser Teil definitiv der Schwerste werden. Aber ich werde es dennoch versuchen. Zumindest denke ich gerade darüber nach.

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