6 Anzeichen dafür, dass ich zu meiner Mom werde

20. November 2015

Mit 5 Jahren ist sie der große Star in unserem Leben, mit 11 lassen wir uns immer noch davon überzeugen, dass sie die Antwort auf jede Frage hat. Mit 13 Jahren entdecken wir, dass die eine oder Antwort vielleicht doch fehlt und spätestens mit 15 sind wir uns sicher, dass Mama uns niemals verstehen wird und eigentlich keine Ahnung vom Leben hat. Mit 16 ist sie viel zu peinlich und mit der Volljährigkeit belächeln wir das “alte Eisen”; mit den 20ern kommen dann aber auch die ersten Schritte der Resignation, weil Mama kann einem doch bei dem einen oder anderen Problem helfen und generell ist es klug, sie in wichtige Entscheidungen miteinzubeziehen. Es gibt keine Frau, deren Aussagen ich öfters mit einem Augenrollen quittiert habe und die die geballte Kraft meiner pubertären Emotionen im Teenageralter mehr miterleben musste, als meine Mama – danke dafür!

Mama war da, als der erste Liebesbrief geschrieben wurde und auch, als sich die gesamte Welt gefühlt gegen mich gerichtet hatte. Sie hat mir gezeigt, wie ein Fleisch richtig angebraten wird und später dann auch, wie man Gulasch und Chili con Carne macht (und jeder weiß, wenn man diese beiden Gerichte beherrscht, dann kann man internationale Hausmannkost und ist quasi perfektes Heiratsmaterial). Sie war von Anfang an Freundin, Feindin (auch mal Todfeindin), Ratgeber, Wörterbuch und Stilberaterin – eigentlich alles in einem. Und sie ist es noch.

Je älter du wirst, desto klarer wird dir das und wenn du dann noch alte Tagebücher liest, in denen dein 13-Jähriges Ich sich über Gott, die Welt und die Eltern bis zum äußersten echauffiert, kannst du eigentlich nur mehr darüber lachen und dir wird vor allem klar, dass die Pubertät keine Erfindung ist, sondern dass du tatsächlich einen hormonellen Vogel hattest. Und mit Mitte 20 kommt dann vor allem dieser große Schock: Du bist deine Mama. Zumindest gibt es Anzeichen dafür. Sätze, die du früher belächelt hast, verwendest du jetzt selbst. Ihre Angewohnheiten, über die du sogar als Kind den Kopf geschüttelt hast, werden zu deinen. Und sogar die Dinge, die dich heute noch genervt deine Schläfen massieren lassen, finden ihren Weg in dein Leben.

“Hast du alles? Geldtasche, Handy, Schlüssel?”
Als Kind geflissentlich ignoriert, heute hört fast jeder diesen Satz von mir, wenn wir das Haus verlassen. Nicht nur meine Familie, eigentlich jeder Mensch, der sich bei uns aufgehalten hat und sich gerade verabschiedet. Außer der Lieferdienst und der Postbote. Wobei, warten wir mal ab.

Ab jetzt staubsaugen wir bitte mindestens 2-5 Mal in der Woche
Ich komme aus einem sehr, sehr sauberen Haushalt aka. jeden Tag wird der Staubsauger verwendet. Während das immer ein Punkt war, wo meine Geschwister und ich uns über unsere Mama lustig gemacht haben, hätte ich genau das gerne wieder.

“Des isch so a blöde Mode afangs!” (aka gewöhn dir diesen Blödsinn wieder ab)
Lieblingssatz meiner Mama – schwöre. Mit Mode waren meist Dinge gemeint, die Chaos verursachten, wie zum Beispiel die Schuhe im Gang liegen lassen, den leeren Joghurtbecher neben der Couch auf den Boden zu stellen (der dann meistens dort verharrte, bis zu besagtem Satz. Einen Tag später.). Oder generell Chaosstifter zu sein. Und 3x dürft ihr jetzt raten, was auch mir schon das eine oder andere Mal rausgerutscht ist.

Hab ich den Herd ausgeschaltet?
Gut, dabei sollte sich eigentlich jeder sicher sein, wenn man das Haus verlässt. Aber es ist eine Tatsache, dass du plötzlich an deinen Herd denkst, wenn du nach dem Mittagessen schnell  aus der Tür und zu einem Termin rennst. Oder auch ans Bügeleisen. Ich bin wirklich schon des Öfteren nochmal retour in die Wohnung, weil ich mich selbst so verunsichert habe (hierbei gilt aber auch: lieber 2x kontrollieren).

Bist du groß geworden!
Egal ob Hund oder Kind – jedes Mal auf’s Neue rutscht mir dieser Satz zwischen Dudi, Quieken und Gieken raus, es gleicht einem Fluch. Dabei ist dieser Satz solch ein Klischee, er lässt sich aber wirklich nicht aufhalten.

Möchtest du dich nicht wärmer anziehen?
Again – ich werde zum Über-Muttertier, was solche Dinge anbelangt. Ich lege diese Dinge aber generell unter “meinen persönlichen Beitrag zur Gesellschaft” ab. Kann man durchgehen lassen, oder?

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10 Comments

  • 3 Jahren ago

    Ach herrlich! Ich kenne das nur zu gut…
    Aber eins bleibt immer Fakt: Mama ist die beste! :-)

  • 3 Jahren ago

    Haha oh gott du hast grad meinen Abend erheitert. So lustig, ich erkenne mich sowas von wieder. Vor allem der erste Punkt, oh Gott nervt mich das – aber ich kann einfach nicht ohne :D

    Love, Kerstin
    http://www.missgetaway.com/

  • 3 Jahren ago

    Ich muss ehrlich gestehen: das ist die erste Kolumne, die ich von dir gelesen habe ich ich bin so baff wie toll du schreiben kannst! Warum hab ich deine Kolumnen erst jetzt entdeckt?! Ich glaub ich werd jetzt noch ein paar weitere durchlesen… :)

    Mach weiter so!

    Alles Liebe,
    Anna

    • 3 Jahren ago

      Vielen Dank liebe Anna – das freut mich! :)

  • 3 Jahren ago

    So ein süßer Post!
    Und da steckt so viel Wahrheit drin!!
    Liebe Grüße
    Vicky

  • 3 Jahren ago

    Also vor allem in den ersten zwei Punkten erkenne ich mich wieder ;-) Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Jugendliche wochenlang mein Zimmer nicht gesaugt habe und erst dann zum Staubsauger gegriffen habe, wenn aus jeder Ecke die Wollmäuse herausgerollt sind. Anfangs hat meine Mama noch oft das Saugen übernommen, aber irgendwann hat sie es dann aufgegeben, vor allem weil der Boden meistens mit meinen Klamotten übersät war :-D Seit ich in meiner eigenen Wohnung wohne, bin ich da aber total pingelig und würde auch am liebsten jeden Tag saugen haha.
    Du schreibst echt tolle Kolumnen! Alles Liebe, Eva

    http://www.thesophisticatedsisters.com

  • Sandra
    3 Jahren ago

    Mah bei solchen Mama-Artikeln muss ich immer fast weinen. haha :-P Und das Übermuttertier kommt auch bei so richtig raus – die Taktik „meinen persönlichen Beitrag zur Gesellschaft“ hab ich mir auch schon richtig gut angeeignet und finde es durchaus legitim. :-) Gelungener Beitrag, liebe Denise! **

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