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2019, wtf?!

»Ich lieg mit Angina im Bett. Am zweitletzten Tag des Jahres. Ich schwör es dir, das Ende diesen Jahres ist gerade so bezeichnend für gesamt 2019, kannst du nicht erfinden.«

Es mag vielleicht daran liegen, dass ich schlecht in dieses Jahr gestartet bin. Unvollendete Aufgaben, innere Unruhe und unbewusste Unzufriedenheit – damit hat ein neues Jahr eigentlich gar keine Möglichkeit, ein richtig gutes zu werden. 2019 war noch keine Woche alt, da durfte ich bereits einen derben Schlag in die Magengrube hinnehmen, der dafür sorgte, dass ich den gesamten Januar einfach ziemlich wütend und im »fuck it« Modus war (mein Bullshit Bingo von damals kam nicht von irgendwo).

Mit Februar ging es zwar schon kräftig aufwärts, nichtsdestotrotz kamen jeden Monat immer mehr Down’s als Up’s – wenn auch nur emotionale – und vor allem ganz ganz viele »wtf«’s, die mich jetzt noch stutzig machen. Und klar, auch ich glaube bis zu einem gewissen Grad, dass es immer so kommt wie es kommen muss, aber gerade bei den Dingen in diesem Jahr weigere ich mich schlichtweg, sie als Teil eines großen Prozesses zu sehen, bei dem ich das Ende nur noch nicht erahne, die aber im Nachhinein sehr viel Sinn machen. Viel mehr versuche ich mit den diversen Merkwürdigkeiten und extremen Vorkommnissen aus diesem Jahr abzuschließen, weil ich es eh nicht ändern kann und eigentlich auch gar nicht will und weil im nächsten Jahr ein Punkt auf meiner Prio-Liste ganz oben stehen sollte, der da bisher noch nie stand: Ich.


Ich gebe es zu: Das hier ist Jammern auf hohem Niveau. Grundsätzlich geht es meinen Liebsten und mir gut, wir wohnen in einem sicheren Land, nach und nach glaubt auch der letzte (in Ermangelung eines besseren Begriffs) Idiot an die aktuelle Klimakrise, die österreichische Politik hat in Sachen Wahnwitz in diesem Jahr den Höhepunkt erreicht (Klopfen wir mal alle kurz auf Holz) und und und. Und ja: Wenn ich zurückblicke auf die letzten Monate, sind auch wirklich ein paar richtig coole und unvergessliche Momente passiert. Ich war reisen mit den mir liebsten Menschen auf der Welt, hatte philosophische Deep Talks und Random Gelaber mit ganz vielen Lachflashs, es gab richtig gute Dates, verdammt gute und leidenschaftliche Küsse, ich hab getanzt und gefeiert bis in die Morgenstunden und meine berufliche Laufbahn komplett umgeschmissen, hab mich wieder tättowieren lassen und meiner Herzensstadt gleich zweimal mit einem Herzensmensch einen Besuch abgestattet.

Und was vielleicht noch wichtiger ist in diesem Beitrag, sind die Dinge, die ich in diesem Jahr wirklich gelernt hab – abseits von den Momenten, die ich abschließen und hinter mir lassen will: Ich hab gelernt, dass Wut ein wunderbarer Katalysator für meine sportliche Seite ist. Dass man niemanden dazu zwingen kann, Teil seines Lebens zu sein, sondern dass es immer von der aktuellen Lebensphase der Person abhängt – und das ist ok so, wenn auch manchmal schmerzhaft. Dass ich mich unterbewusst nach einer neuen beruflichen Herausforderung gesehnt und sie glücklicherweise auch direkt gefunden habe und es aber meine vorherigen Leistungen nicht schmälert. Dass Wien einfach immer noch ein Dorf ist, wenn auch das schönste von allen. Dass ich nicht von mir auf andere schließen darf und Wörter wie Anstand und Respekt von jedem anders interpretiert werden. Dass nach 2:00 Uhr morgens tatsächlich nichts Gutes mehr passiert (wobei… ;) ). Dass ich es großartig finde, mir die Eigenschaft nicht genommen lassen zu haben zu verzeihen, wenn ich verzeihen will – egal was die Person angestellt hat. Dass ich wirklich fix und ohne aber mal eine Zeit lang nach Hamburg ziehen muss. Dass ich Festivals immer noch über die Maßen liebe – am meisten, wenn ich nicht im Zelt campen muss! Dass mich (neben meinen Freunden und meiner Familie) das Schreiben am glücklichsten macht. Und dass ich doch einen Ticken gesünder leben sollte, bin ja bald dann auch nicht mehr die Jüngste.

Ich will 2020 jetzt gar nicht die Last auf die Schulter packen, ein großartiges Jahr werden zu müssen. Aber wenn ich nur jetzt daran denke, was in der nächsten Zeit alles passieren wird und passieren kann, dann starten wir schon mal um einiges besser als in das Letzte. Wie heißt es so schön? The best is yet to come.

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