Zu alt dafür

„Ich bin zu alt dafür“ – Das erste Mal als ich diesen Satz gebraucht habe, war ich gerade mal junge 20 Jahre alt und stand inmitten einer vorarlberger Disco „ab 18“ und war umgeben von ehemaligen Volksschul-Kollegen meines jüngeren Bruders – und damit den Gründen für meine früh-alterlichen Gedanken. Während zu dieser Zeit noch mein größtes Problem war, einen passenden Ersatz für die damalige Stammdiskothek zu finden (was sich in Vorarlberg als eher schwierig erweist), ist es inzwischen – ganze 4 Jahre später – so, dass ich eher selten zum Geschöpf der Nacht werde. Ich habe meine Nächte gelebt, die Tanzfläche unsicher gemacht & genug Sonnenaufgänge beim zu Bett gehen gesehen. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe es immer noch mit Freunden die Nächte durchzufeiern, den Bass unter meinen Füßen vibrieren zu spüren und mit Freundinnen darüber zu diskutieren, was wir eigentlich anziehen sollen. Aber einfach nicht mehre jede Woche. Inzwischen liebe ich es mehr, den Abend gemütlich mit meinem Freund zu verbringen – egal ob auswärts oder in der gemeinsamen Wohnung. Mit Freunden beim Italiener oder Running Sushi Zeit zu verbringen oder einfach einen (oder zwei) Cocktails in der Bar zu genießen – Dinge, die ich jeder verrauchten Jugenddisco inzwischen vorziehe. Ich muss mich nicht zwingen, mitten in der Nacht noch die Kleidung auf den Balkon zu hängen, hab keine schmerzenden Füße & bin generell fit wie ein Turnschuh. Natürlich würde ich keine der bereits erlebten durchzechten Nächte hergeben wollen & freu mich auch auf die, die doch noch kommen werden – aber ich habe schon lange nicht mehr das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn ich lieber Zuhause bleibe. Und lasse mir auch kein schlechtes Gewissen einreden – denn dafür, bin ich viel zu alt.
zuhause.
zuhause.
und auch mal unterwegs.

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8 Comments

  • Elina Wagner
    3 Jahren ago

    Stimme dir zu 100% zu! Bin zwar erst 18 aber ich hab mich in so Jugenddiskos nie wohl gefühlt. :/ Da zieh‘ ich ein Restaurant oder eine Bar doch vor. Oder eben ein Konzert. :)
    Elina
    Miss Blue Eyes

  • Michaela Moosbrugger
    3 Jahren ago

    haha wie passend :) so gehts mir mittlerweile auch!
    und das problem mit den vorarlberger nachtlokalen kenn ich – die auswahl ist ja leicht beschränkt :)

    xx Michaela
    von http://www.elastyle.at

  • Farina
    3 Jahren ago

    Lustig dieses Syndrom gibt es auch ne klasse tiefer. In der Nacht in der du 17 wirst hast du eine große Blase um alle ’16er Parties‘ in deiner Umgebung. Man geht höchstens noch Nase rümpfend an ihnen vorbei wenn man sie denn überhaupt wahr nimmt. Und jetzt mit 18 ist das ganze zu utopisch um überhaupt darüber zu reden, tja so schnell kann es gehen. Gott sei dank bin ich kein Clubgänger, ich feier da anders :D
    Liebst,
    Farina

  • Fräulein
    3 Jahren ago

    Du spricht mir aus der Seele! Das ist mir besonders in den letzten beiden Jahren aufgefallen. Während ich (ausgerechnet) während des Abis eine Zeit voller durchtanzter Nächte erlebt habe, ist mir die Lust am Feiern mittlerweile vergangen. Ich schätze ruhige Momente mit meinem Freund und gemütliche Cocktailabende mit den Mädels deutlich mehr, als noch vor ein paar Jahren. Die Interessen verlagern sich mit der Zeit nun mal und es ist gut, diese Entwicklung zuzulassen.:)

    Liebe Grüße
    Fräuleins Tagebuch

    • 3 Jahren ago

      Same here – der Schulabschluss war bei mir quasi die Hochburg des Feierns :D hihi

  • Dunja Nagel
    3 Jahren ago

    Das Problem ist eher wenn viele aus dem Freundeskreis das nicht so sehen (mir gehts eher wie dir) und wenn man dann eben um 12 oder halb 1 nach hause will, weil man sich freut Samstags aufzustehen und in die Stadt zu gehen, dann bekommt man immer zu hören „wiiiiieee du gehst schon?!“
    kann ich gar nicht leiden.. ;)

    • 3 Jahren ago

      Kenn ich auch – inzwischen geht mir das beim einen Ohr hinein und beim anderen hinaus! Wenn ich heim will, will ich heim haha :D

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