Von gefällten Entscheidungen

Es gleicht einer Krankheit. Dieses ewige Schreiben der To-Do-Listen, das Festlegen von Punkten, Zielen und Deadlines, das ungeduldige Bedürfnis, die Zukunft auf Schwarz und Weiß zu sehen. Eigentlich bin ich kein Freund von 3-Jahres-Plänen und vorgegebenen Visionen und Träumen – vermutlich deswegen, weil ich sie nie einhalte und generell alles immer anders kommt, als man denkt. Nichtsdestotrotz, ich scheine Struktur in diesem Fall (dezent krankhaft) zu lieben. Für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als am Vorabend den darauffolgenden Tag zu planen; auch wenn ich mich aus Prinzip nie daran halte, weil grundsätzlich immer etwas dazwischen kommt, oder ein Punkt womöglich mehr Zeit in Anspruch nimmt als eigentlich gedacht. Und ich liebe liebe liebe es, mir am Anfang eines jeden Jahres die klischeehaften Vorsätze zu machen – es lässt mich ein neues Jahr generell motivierter und zielstrebiger in Angriff nehmen, so ungefähr bis zur 2. Jahreshälfte. Den das ist meine eigentliche Schwäche: Diese Motivation, den Biss und Ehrgeiz vom Anfang des Jahres 365 Tage lang zu halten. Aber sehen wir uns das im Detail an.

gefällten entscheidungen

Neue Orte wurden entdeckt – völlig unbekannte, wie unter anderem Andalusien, Graz und Neckenmarkt, aber auch solche, die ich bereits kennenlernen durfte, wie zum Beispiel meine große Liebe London. Ein Punkt, den ich glücklicherweise schnell streichen konnte und auch durchwegs weiterführe, wenn möglich. Mein Masterstudium habe ich pausiert – ganz offiziell – und es auch noch nicht bereut. Das Studium wartet auf mich, mein Leben nicht. Ich wollte mein Buch dieses Jahr veröffentlichen. Hier versteckt sich der größte Hund: Bis zum 6. Monat habe ich stehts Zeit und Energie dafür gehabt, mit dem Sommer ging es hier jedoch etwas bergab. Um das schleunigst wieder zu ändern, gehören die letzten 2 Wochen im herbstlichen Oktober voll und ganz meinem Herzensprojekt. Prioritäten sind in der Reihenfolge leider wieder verrutscht, wie es so oft passieren kann, aber jetzt langsam aber sicher finden sie wieder ihren Platz – aus Gründen.

Den Nachmittag für den Eyelinerstrich habe ich ausgelassen – einfach weil ich derzeit sowieso keinen trage. Ich scheiße immer noch auf’s Fitnesscenter, weil ich es immer noch sowieso nicht schaffe, auf das schlechte Gewissen verzichte inzwischen bestens. Es wird tatsächlich jeden Monat zumindest ein Buch gelesen gehört, egal ob bereits bekannt oder unbekannt. Sonntag gehört fast immer mir (und Mister T, Paul und meiner Familie). Allgemein ist nach dem großen Umzugschaos jetzt alles wieder ein bisschen organisierter, wir haben sogar wieder einen Schreibtisch und all die eingestaubten Unterlagen und Zettelwirtschaften finden nach und nach ihren Platz. Ich habe auch wieder mehr Zeit im Ländle verbracht, auch schon mit Paul – bin ja nicht umsonst Lifestyleblogger aus Vorarlberg und Wien. Die grauen Haare sind nicht geblieben, die nächste Veränderung steht aber schon an, sorry Mama. Ich versuche stets zu inspirieren, motivieren und unterstützen – hoffe ich zumindest. Erwischt: Die Bilderrahmen sind tatsächlich noch leer. Ups. Und last but not least, Over the top: Der ruhige Sommer ist vorbei. Back to Business!

2016 ist fast um – alles hat sich irgendwie verändert und ist dennoch gleich. Vielleicht einfach deswegen, weil dieses Jahr ein Jahr der Veränderungen ist und generell von Anfang an irgendetwas in der Luft lag. Da denkst du darüber nach, dass wieder keine von deinen gefällten Entscheidungen durchgezogen wurde und am Ende stellst du fest: Alles läuft so wie es soll, selbst wenn der Stillstand eintritt. Denn,  das Einzige was sich für mich persönlich seit Jahresbeginn geändert hat, ist die Tatsache, dass meine ausstehenden Entscheidungen nicht mehr ausstehend sind, kein kleiner Gedanke, kein Entzünden – mehr ein Brennen. Die Entscheidungen sind gefallen. Kein „Ich will gesünder leben“, „Ich möchte mehr Zeit für mich haben“ oder „Ich würde gerne mein Studium pausieren“ – sondern ein „Ich hab es getan“.

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4 Comments

  • 12 Monaten ago

    Ich bin da genauso wie du. Ich brauch dieses ständige Planen, die Vorsätze und ToDo Listen damit man effizienter ist doch schlussendlich bleibt so einiges von den Jahresplänen auf der Strecke. Bezüglich Buch kann ich dir nur den Tipp geben dich nicht stressen zu lassen. Bei mir war es auch immer so, dass ich das Buch so schnell als möglich fertig bekommen und veröffentlichen wollte. Im Nachhinein gesehen ist es aber völlig egal ob es ein Jahr früher oder später rauskommt…es ist nur wichtig, dass man am Ende damit zufrieden ist – also mach dir diesbezüglich nicht zu viel Stress. Ich kauf’s mir dann auf jeden Fall.

    • 11 Monaten ago

      Danke für den Tipp – da hast du natürlich absolut Recht! :)

  • Susanne
    11 Monaten ago

    Oh wow, der Text könnte von mir sein – ich bin auch so ein Kontrollfreak, aber dann lacht mich das Universum ja doch immer wieder aus. Für mich war dieses Jahr einfach nur eine Anreihung von Enttäuschungen, obwohl ich fest daran geglaubt hatte, es würde mein Jahr werden (Studienabschluss, Ausziehen, ihm endlich sagen wie ich empfinde…etc.) – gekommen ist es natürlich anders. Aber ich glaube schon lange nicht mehr an Zufälle, also wird das wohl alles seinen Grund haben. Und manchmal muss man da eben durch, damit man danach stärker und klüger ist.
    Ich habe bereits einen Roman geschrieben – und es hat insgesamt glaub ich – drei Jahre gedauert. Schreiben ist wunderbar, aber ich persönlich kann es eben nicht immer. Die Stimmung muss passen. Deshalb, einfach weitermachen.
    Bin gespannt auf den Moment, wo ich es mir dann kaufen kann :) Ganz liebe Grüße, Susanne

    • 11 Monaten ago

      Danke für deine ausführliche Nachricht! Stimm, im Nachhinein hat sich bisher immer gezeigt, dass es eig keine Zufälle gewesen sein können – auch bei mir! :) Danke für den Tipp und dein Feedback! :)

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