SUB SUNDAY – Mehr Zeit zum Lesen

Wir bzw. die Bücherwürmer unter uns hätten sie alle gern: Mehr Zeit zum Lesen. Aber zu oft sind wir im Endeffekt, so scheint es, einfach immer zu beschäftigt, zu müde, zu verplant, um dann wirklich und voller Eifer ein Buch in die Hand zu nehmen. Stattdessen wird vor allem der Abend vor dem Fernseher, dem Laptop oder dem Handy verbracht. Seit Anfang des Jahres versuche ich bewusst mehr Zeit zum Lesen einzuräumen, versuche zusammen mit Katii einfach generell mehr zu Lesen und mich mit dem von mir geliebten Thema in allen Facetten wieder mehr zu beschäftigen und auseinander zu setzen.

Ohne wirklich mitgezählt zu haben, habe ich seit Beginn des Jahres 2016 ungefähr 15-20 Bücher gelesen – eine Tatsache, die übrigens beinahe an einen Rekord grenzt, wenn ich an mein lesearmes voriges Jahr zurückdenke. Das sind etwa 3-4 Bücher im Monat, wobei es immer wieder Phasen gibt, in denen ich sehr viel lese und dann auch wieder Phasen, wo ich tage- bzw. sogar wochenlang kein Buch in der Hand habe. Nichtsdestotrotz muss ich mir bewusst Zeit für ein Buch nehmen, sonst geht es im Grunde genommen eigentlich komplett unter. Und das sind meine persönlichen Tipps für mehr Zeit zum Lesen (die bei mir auch wirklich funktionieren):

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Trag die Lesezeit in den Terminkalender ein. Ich bin ein Monk. Zumindest, was die (gewünschte) Tagesplanung und meine To-Do-Liste angeht. Ich liebe es, Listen zu schreiben (und vor allem Punkte davon streichen zu können) und noch mehr liebe ich es, jeden Schritt penibel einzutragen. Also habe ich mir auch angewöhnt, Lesezeit einzutragen. Anfangs eine halbe Stunde, aber das hat eigentlich nie funktioniert, weil: wer will/kann denn bereits nach 30 Minuten das Buch wieder zur Seite legen? Inzwischen ist es – insofern es die Planung zulässt – mindestens eine Stunde, meist vor dem Schlafen, oft bis in die Nacht. Läuft bei mir.

Wirf dein Handy ins Klo. Dramatisch und überspitzt ausgedrückt (als ob ich meinem Heiligtum je Schaden zufügen könnte). Aber zumindest der Gedanke dahinter sollte klar sein: Wenn du alle paar Minuten von deinem Buch aufsiehst, um deine Mails, Social Media Kanäle, Jodel oder den Blog (oder die Uhr!) zu checken, wirst du nicht wirklich weit damit kommen. Ich lege mein Handy beim Lesen immer bewusst beiseite, die hardcore Bücherwürmer schalten sogar den Flugmodus ein.

Kauf dir einen E-Reader. Diskussionen bezüglich „was ist besser“ jetzt mal vorneweg gelassen: Ein E-Reader ist einfach eine Art Wundermaschine. Und es heißt ja dann nicht automatisch, dass man nur mehr E-Books liest (wobei, true that: Ich kaufe mir nur noch dann ein „echtes“ Buch, wenn ich es schön finde und vorhabe, es an die 1000x zu lesen). Ich persönlich sehe es als Erweiterung meiner Bibliothek und vor allem als Erleichterung meiner Tasche und Schulter, wenn ich meine Bücher auch unterwegs dabei haben möchte. Außerdem sind besonders englische E-Books um einiges günstiger als ihre deutschen Kollegen. Und wenn du dann einen E-Reader hast: Nimm ihn überall hin mit! Bei der 20-minütigen Bus-Bahn-Ubahn-Fahrt statt ins Handy ins Buch gestarrt? Check!

Teste Audible. Oder kauf dir generell Hörbücher (wobei du mit Audible sicher günstiger fährst). Seit etwa 3 Monaten habe ich einen Audible Account und auch wenn ich teilweise Bücher auslassen „musste“, weil ich die Sprecher nicht verputzen konnte: Ich liebe diese Plattform. Vor allem auch deswegen, weil man die Hörbücher ohne Probleme umtauschen kann (zum Beispiel wie in meinem Fall bei den Chroniken der Unterwelt, bei denen ich erst zu spät entdeckt habe, dass dauernd Hintergrundmusik mitläuft). Ein nettes Feature, wenn man auch noch im Besitz eines Kindles bzw. den passenden Apps ist: Die Whisper-Sync-Funktion. Dabei kann man E-Book & Hörbuch zu einem gemeinsamen Preis kaufen und unterwegs dann auf das Hörbuch switchen. Wobei ich zugeben muss, dass ich mich damit noch nicht richtig beschäftigt habe und nicht weiß, inwiefern das mit dem Abo funktioniert.

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Lese, was dich interessiert. Viele werden die Situation kennen: Man beginnt ein Buch, das dezent spannend klingt und von vielen gehyped wird, kommt aber einfach nicht in die Geschichte rein und von Seite zu Seite wird es mühsamer und am Ende legt man es auf die Seite mit dem Gedanken „ich probiere es morgen nochmal“ und schlussendlich liegt es da dann gefühlt für immer und staubt vor sich hin und der Lesefluss hat ein plötzliches Ende genommen. Deswegen: Sollte dieser Fall wieder mal eintreten, beende das Buch sofort. Warte nicht auf die erhoffte Spannung, rede dir nicht ein, dass es mit den nächsten Seiten besser werden könnte. Wirf es auf der Stelle in die nächstgelegene Ecke und beginne ein anderes Buch (hier wären wir wieder bei der Dramatik angekommen). Nichts stört den eigenen Lesefluss so sehr wie ungeliebte Bücher.

Erstelle eine Leseliste. Es soll Menschen geben, die haben einen SUB (Stapel ungelesener Bücher), der drei- oder sogar vierstellig sein soll. Whatever, das sollte eigentlich nicht der Sinn dahinter sein – viel mehr soll es dem Zweck dienen, der Leseflaute aufgrund mangelnden Lesestoffs zu entgehen. Ich persönlich lade mir auf meinen Kindle beispielsweise immer die Leseproben runter und lasse die, die mich besonders interessieren dann darauf gespeichert, dazu habe ich auch in meinem richtigen Bücherregal ein Fach, wo ungelesene Bücher reinkommen (zum Beispiel Geschenke oder Rezensionsexemplare) und bei Audible gibt es eine Merkliste, um gewünschte Hörbücher zu speichern.

Schließ dich mit anderen Leseratten zusammen. Der Grund, wieso Katii und ich uns für das gemeinsame Projekt SUB SUNDAY und #lesenmitsnott entschieden haben, war und ist ganz einfach: Wir woll(t)en uns gegenseitig motivieren, wieder mehr zu lesen und am besten auch noch andere im Eifer des Gefechts mitnehmen. Weil generell gemeinsam alles immer leichter fällt und man hin und wieder auch dadurch angestachelt wird, wenn man sieht, dass andere sich gerade zwischen den Seiten anderer Welten verlieren und auf phantastische Abenteuersuche gehen.

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5 Comments

  • 2 Jahren ago

    Ich komm grad rüber von Katiis Tipps und bin mal wieder voll bei euch – nur in den Terminplaner eintragen, ich weiß nicht :-D Ich hab das Gefühl, damit würde das Lesen für mich von der Kür zur Pflicht. Nicht, dass das noch in Stress ausartet! Aber so unterschiedlich sind die Leute, wie man so schön sagt.
    In diesem Sinne, ich hab heut Zeit zu lesen (ideales Sommersonntags-Katerprogramm, hehe) – schönes Restwochenende!
    Ganz liebe Grüße,
    Carmen von http://www.goodblog.at

  • 2 Jahren ago

    Super Tipps :) Ich sollte mein Handy wirklich mal ins Klo werfen. :D
    Leider werde ich an einem ruhige Abend immer wieder vor den Fernseher gezogen und dann bleibt das Buch in der Tasche liegen,
    Sehr schade. Denn würde ich mal den Bildschirm gegen die Buchseiten tauschen, würde ich meine Leseliste deutlich schneller abarbeiten. :)

    LG Kat

    • 2 Jahren ago

      Ja voll, da kann ich dir nur zustimmen – komisch eigentlich ^^

  • 2 Jahren ago

    Hallo,

    schöner Artikel – danke für die Tipps! :-)

    Eine Leseliste und feste Zeiten helfen mir auch gut dabei, ein paar zusätzliche Minuten mit meinen Büchern zu verbringen. Es nimmt zwar ein bisschen die „Lese-Romantik“, aber besser 30 Minuten bewusst Zeit nehmen, als wieder nicht zum Lesen zu kommen, weil zu viel anderer Kram zu tun ist.

    E-Book-reader mag ich auch – aber in Deutschland sind die irgendwie noch nicht richtig angekommen.

    Viele Grüße
    Tim

    • 2 Jahren ago

      Genau so geht es mir auch mit den festen Zeiten! :) Danke Tim!

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