And the nervous breakdown

Ich bin eine Kämpfernatur, für mich gibt es kein vielleicht – das Unmögliche muss irgendwie möglich sein. Besonders in Sachen Zukunft und Ausbildung habe ich dies schon des Öfteren lautstark verkündet. Aber wenn du morgens bereits mit Kopfschmerzen aufwachst und dein Kiefer spannt und schmerzt, weil du in der Nacht mit den Zähnen geknirscht hast, weißt du grundsätzlich, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ich hatte noch nie länger als einen Tag Kopfweh, ganz zu schweigen davon, dass mir Zähne knirschen quasi ein Fremdwort war. Aber seit dieser Woche, weiß ich wirklich wie sich Stress auf den Körper auswirken kann. Selbst wenn dir nicht mal bewusst ist, dass du welchen hast.

 

Jedes Kind hat diesen einen „Traumberuf“, der in jedes Freundschaftsbuch wieder und wieder hingekritzelt wird – hierbei oft gelesen: Die klassische Stars&Sternchenwahl des Schauspielers oder Sängers. Aber seit ich denken kann, möchte ich nicht auf der Bühne leben, sondern Schriftstellerin oder Journalistin werden – schon immer hat mich das geschriebene Wort fasziniert und irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie viele Bücher ich schon gelesen habe. Wenn wir aus dem Grundschulalter hinauswachsen, fangen wir an realistischer zu denken. Manch einer erkennt, dass er ein grottenschlechter Sänger ist, andere finden neue Interessen und Träume, die sich auch wirklich erfüllen lassen können. Hier war auch ich ziemlich pragmatisch und entschied mich zuerst für eine kaufmännische Ausbildung, wo ich dann mein Abitur/meine Matura gemacht habe, um anschließend denn Weg in die richtige Richtung zu wählen. Als der erste Stein sich meinen Weg entlang bahnte, war ich schon etwas geknickt. Unbedingt wollte ich in der Nähe meiner Heimat studieren, musste dafür jedoch einsehen, dass ich mein Traumstudium so nur über Umwege erreichen konnte. Da ich ein gleichwertiges Studium für die Masterstudiengänge „Medien“ und „Vergleichende Literaturwissenschaften“ benötigte, begann ich mein jetziges Studium – Germanistik. Ich war in Deutsch eine 1er-Schülerin und wollte mich nicht lange (zumindest nicht länger als vorgesehen) mit dem Bachelorstudium herumschlagen müssen. Gesagt, getan. 
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Aber grundsätzlich läuft nichts so, wie es in erster Linie geplant wird und auch ich musste mich geschlagen und damit zugeben, dass meine Eltern, die von Anfang an für Wien und gegen Innsbruck waren, Recht behalten sollten. Nach zwei Jahren war mir IBK zu wenig. Ich wollte mehr, hatte Fernweh, war unzufrieden und wollte endlich in der großen Stadt (und vor allem etwas er)leben. Mein Leben wurde innerhalb weniger Monate komplett über den Haufen geworfen und neu angeordnet.
Jetzt stehe ich vor meinem Bachelorabschluss – ein Semester später als geplant – und vor etwa einer Woche wurde mir der Boden unter den Füßen entrissen und seither rotierte ich zwischen Studienprogrammleitungen, Studienservicestellen, dem Internetauftritt der Universität Wien und meinem Notizbuch, dass als Terminkalender der nächsten Jahre dient. So sehr ich kämpfe und die Motivation immer wieder neu finde, auch ich komme gegen das Gesetz nicht an – so der Studienprogrammleiter der Publizistik und Kommunikationswissenschaft. Sprich, mein Plan, die beiden Masterstudiengänge Publizistik (Medien) und Vergleichende Literaturwissenschaften zu machen, den ich seit Jahren habe, fällt teilweise ins Wasser. Während es keine zwei Sekunden dauerte, bis ich mich versuchsweise um eine andere Lösung bemühte, dauerte es beinahe vier Tage, bis mir bewusst wurde, unter welchen Stress ich mich selbst und meinen Körper plötzlich gestellt hatte. Denn was ich zu ignorieren und vor Freunden und Familie herunterzuspielen versuchte, war meine Angst. Eine einzige Email reichte aus, mich in die dunkle Unwissenheit zu stürzen und mich schlichtweg panisch werden zu lassen – ohne das ich mir darüber bewusst war. Es begann damit, dass ich plötzlich einen leichten Druck im Kopf verspürte. Anschließend kam das schmerzende Kiefer dazu. So viele Stunden ich auch versuchte zu Schlafen, ich war nicht ausgeruht, eher unruhig und rastlos. Der Kreislauf machte schlapp, ich fühlte mich schwach und kränklich. Und als ich schon im Selbstmitleid versinken wollte, in der Annahme, dass ich neben meiner verlorenen Zukunftsplanung auch eine Erkältung oder Grippe an Land gezogen habe und auch Mister Ts gutes Zureden nichts helfen wollte, kam der Lichtblick. In Form von meinem Dad.
Die eigentliche Wahrheit ist: Auch wenn es wichtig ist, sich gegen andere zu behaupten (vor allem gegen jene, die sagen „Du schaffst das nicht“), ist es noch wichtiger Menschen zu haben, die dir helfen dich zu motivieren, wenn du es einmal selbst nicht kannst. Ein kleiner Schubser und du hast das Ziel wieder vor Augen, den Willen zurück und du bist wieder die Ruhe selbst. Zum Glück kann ich behaupten, solche Menschen um mich zu haben, danke dafür ihr Lieben! Und nun sitze ich hier, plane, rechne und schreibe immer noch viele Mails an jede Menge Menschen, die an der Universität irgendetwas zu sagen haben und habe mit mir selbst einen Kompromiss geschlossen: Wenn der Master in PKW nicht möglich ist, geb ich mich (vorerst) mit dem Bachelor zufrieden. Und siehe da: Einen Tag später, war ich ausgeschlafen und die Schmerzen verschwunden.

 

6 Comments

  • Valerie Anne
    5 Jahren ago

    find das grad echt lächerlich, dass du mit deinem germanistik bachelor keinen pkw-master machen darfst :/!! bei mir in der übung war nämlich eine die durfte das sogar mit bwl.

  • Marina
    5 Jahren ago

    Ich hab nen doofen BWL-Bachelor und würde jetzt viel lieber was mit Literatur machen, darf das aber auch nicht. Ein Spaß. Jetzt hoff ich, dass ich entweder nen Masterplatz in Buchwissenschaften kriege oder doch bei nem Marketing-Master, was wenigstens nicht so extremst BWLig wäre …

  • Julia.
    5 Jahren ago

    Danke (: Ich liebe Duftkerzen auch…

  • bknicole
    5 Jahren ago

    Wirklich toller Post und das mit dem Stress kenne ich, denn ich bin auch jemand der sich ein Ziel in den Kopf setzt und dass dann mit allen Mitteln erreichen möchte, egal wie kaputt ich mich dabei mache. Wir wollen übrigens mal das gleiche werden, Journalistin ist ja auch mein Traum, aber halt wirklich meist ein sehr harter Weg, weshalb ich jetzt auch mich schon etwas breiter fächern möchte und auch die Pr-Arbeit oder Mediendesigner sehr interessant finde und in betracht ziehe. Zumindest soll es in die Richtung Medien, schreiben, kreativ sein gehen.

    Ich versteh aber gar nicht warum du das gar nicht machen darfst und muss gestehen, dass ich dieses ganze Master und Bachler zeug noch nicht so ganz verstehe, damit muss ich mich bevor es bei mir ans Studieren geht auch noch mal rumschlagen.

    Danke auch für deine liebe Antwort.
    Aber jetzt ist es zum Glück geschafft und diese Woche heißt es dann bei mir auch: Entspannen :D.

    Ich hab ja persönlich nach Band 2 abgebrochen, da ging es dann echt nicht mehr. Die Filme habe ich zwar weiter verfolgt, finde die jedoch auch wirklich besser umgesetzt als das Buch. Oh ja dass hat man ja leider immer und meistens wird der Film dem nur selten gerecht, war bisher nur bei Harry Potter so, dass die Besetzung in meinen Augen perfekt war und komplett meinen Vorstellungen entsprach. Aber hey vielleicht überzeugen sie dich dann im Film doch noch, durch ihre Schauspielerischen Leistungen, denn Jake Abel ist eigentlich wirklich ein guter Schauspieler.

    Dankeschön, das freut mich, da weiß ich dann auch immer, dass die Mühe sich lohnt.

  • lisch
    5 Jahren ago

    Danke für deinen Kommentar :)
    Wieso musstest du deine Mieze zuhaue lassen?

  • 5 Jahren ago

    Oh meine liebe, das mit dem Stress kenne ich und ich gebe dir da völlig Recht!
    Ich will uebrigens auch Kommunikationswissenschaft studieren, aber als Erweiterung zum Produkt-/Modedesign. Mal schauen, ob das klappt. :)

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