The dark forest

Ich mag es casual – gemütlich und bequem, aber dennoch genug herausgeputzt, dass damit spontan das Haus (oder das Auto) verlassen werden kann. Wenn ich mich für einen Stil für den Rest meines Lebens entscheiden müsste, wäre es definitiv dieser, vor allem weil casual am Ende einfach überall zu finden ist. Eine Kombination, die hierbei zu meinen absoluten Lieblingen gehört, ist definitiv die Lederjacke mit XXL Schal und einer Jeans, die zwar skinny ist, aber nicht zwickt oder irgendwie die Luft abschnürt. Das gilt vor allem auch dann, wenn ich in Vorarlberg unterwegs bin – egal ob für verschiedene alltägliche Erledigungen oder das gemeinsame Frühstück mit Freunden oder dem Spaziergang mit den Eltern im Heimatdorf; casual funktioniert immer.

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Auch dann, wenn man sich spontan entscheidet, den aufziehenden Nebel und das herbstlich-kalte Wetter für Fotos zu nutzen – und dann am Ende sprachlos ist, weil es (Schande über mich) ganze 20 Jahre gedauert hat, diese besonderen Flecken Erde in meiner Heimat genauer zu erkunden und ihren ganzen geheimnisvollen Charme zu entdecken. Ich geb’s zu: Schlußendlich war das Outfit nicht mehr im Fokus, vielmehr war ich fasziniert von all dem grün, dem mysteriösen Nebel (den ich sonst verfluche) und diesem kleinen Wald, der sonst so unscheinbar erscheint und bei dem mir nie in den Sinn gekommen wäre, tiefer darin vorzudringen.

Das darf also definitiv halten – dieses neu entdeckte Bedürfnis, öfters als einmal im Jahr nach Hause zu kommen. Das gesamte Potenzial auszuschöpfen und Ecken und Winkel zu entdecken, die sich meinem Blickfeld bisher entzogen haben. Und mir ist bewusst, dass es schon immer da war und ich weiß, dass es immer ein Teil hiervon war und ich nur zu sehr darüber hinweg geblickt habe. Aber das ist eine andere Geschichte. Eine Geschichte, von der ihr morgen mehr lesen werdet – denn heute, heute schlägt mein Herz wieder für dieses kleine Stückchen Wald. Und natürlich das Outfit, what else.

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Von Wien nach Vorarlberg und zurück

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..d’füaß heama weh tau! Nein – gelaufen bin ich den Weg tatsächlich noch nie. Dennoch könnte ich die Route inzwischen vermutlich im Schlaf aufsagen und erklären. Es gibt verschiedene Wege und Möglichkeiten, um von Wien nach Vorarlberg (und umgekehrt) zu kommen. Die herkömmlichste Variante ist vermutlich der Zug und die Strecke zwischen dem westlichsten Bundesland und der österreichischen Hauptstadt kann inzwischen schon in beachtlichen 6-7 Stunden zurückgelegt werden (wenn es zu keiner Verspätung kommt). Nichtsdestotrotz ist das eine verdammt lange Zeit – vor allem dann, wenn man nur für 1-2 Tage oder ein verlängertes Wochenende zurück in die Heimat möchte. Eine Tatsache, die bei mir in diesem Jahr recht häufig der Fall und notwendig war. Also habe ich beschlossen, die schnellste Variante auszunutzen: Den Flugweg.


„Was?! Du fliegst, obwohl es den günstigen Zug gibt?“ – etwas, das ich zu diesem Thema nicht nur einmal gehört habe und sich mehr nach „Du musst das Geld ja übrig haben“ anhörte. Ich tat es meist mit einem Lächeln ab, zu anstrengend waren mir die Erklärungs- oder gar Verteidigungsversuche. Ja, ich arbeite sehr viel und meine Arbeit wird dementsprechend belohnt. Aber nein, der Zug ist nicht gleich die beste und günstigste Variante und der Flug nicht gleich schweineteuer oder dauert am Ende gleichlang wie die Zugfahrt – man muss nur die einen oder anderen Tipps verfolgen. Und die kriegt ihr jetzt von mir.


Zielflughafen: Die nächste Verbindung von Wien ins getraute Ländle ist der Flughafen Alten Rhein in St. Gallen. Zu mir nach Hause wäre es dann eigentlich nur mehr ein Katzensprung (im wahrsten Sinne des Wortes), dennoch gilt hier tatsächlich, dass der Flug (ausgeführt von der Fluglinie People’s) mehr kostet als der Zug. Es gibt jedoch auch einen Studententarif, wo man einen Weg um € 94,- bekommt und man muss bedenken, dass die Landezeit auch wirklich beinahe gleichzusetzen ist mit der Ankunftszeit in Vorarlberg (weil ja eben Katzensprung). Um richtig Geld zu sparen ist mein Zielflughafen derzeit immer der Flughafen Zürich! Von Zürich aus dauert es entweder mit dem Zug oder mit dem Auto noch etwa eine Stunde, bis man das gelobte Gsiberger-Land erreicht hat. Natürlich ist auch hier Vorsicht geboten: Wie ihr wisst, stand ich diesen Sommer auch einmal im Stau und habe meinen Flug verpasst. Da ist das Angebot von People’s dann doch recht verlockend.


Two-Way-Ticket: Wenn ich nach Hause fliege, dann immer Hin und Retour – sprich Wien-Zürich-Wien. Besonders Air Berlin und Austrian Airlines bieten unter der Woche regelmäßig Flüge dieser Route an und in Kombination kosten zwei Flüge am Ende genauso viel wie ein einzelnes Ticket. Auch hier muss ich nochmal die Geschichte aus dem Sommer in Erinnerung rufen: Diese Flüge können grundsätzlich nicht umgebucht werden (auch nicht, wenn der Flug aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse verpasst wird) und oft beinhalten sie auch eine „No-Show“-Klausel à la „wenn du nicht zum ersten Flug erscheinst, wirst du automatisch vom zweiten ausgeschlossen“. Dafür kosten sie aber auch dementsprechend weniger.


Leichtgepäck: Wie bereits erwähnt, fliege ich meist dann, wenn ich nur ein paar Tage in Vorarlberg bleibe. Das heißt auch, dass ich wenig(er) Gepäck bei mir habe und grundsätzlich nur mit Handgepäck fliege. Ich geb’s zu: Ich gehör dann zu den (laut meiner Mama) nervigen Leuten, die einen vollbepackten kleinen Koffer, einen riesigen Shopper und einen Laptop mit in den Flieger schleppen. Dafür erspare ich mir aber das Aufgeben des Gepäcks. Sorry Mama. Ein weiterer Vorteil dadurch ist, dass ich nicht 2 Stunden oder noch früher am Flughafen sein muss – auch wenn es teilweise zur gefährlich-knappen Gewohnheit wird, inzwischen bin ich frühestens 1 Stunde oder 45 Minuten vorher am Flughafen. Damit diese Zeit aber übrigens nicht zu knapp wird: Ich nutze übrigens immer den Web Check-In bei meinen Reisen. Immer!


Vergleichen: Wie auch bei einer normalen Reise gilt hier, immer die Preise und Flüge zu vergleichen. Am besten klappt das über euer Flug-Vergleichsportal des Vertrauens. Meiner Erfahrung nach (zumindest was die letzten Monate betrifft) waren es wie bereits erklärt Air Berlin bzw. Austrian Airlines, die das günstigste und regelmäßige Angebot zur Verfügung gestellt haben. Das Beste daran ist/war: Es handelt sich um Flüge, die wirklich wöchentlich zur (fast) gleichen Zeit wiederholt werden, was auch eine Planung in ferner Zukunft erleichtert.


Sprechen wir Klartext: Für die Flüge, die ich dieses Jahr gebucht habe, habe ich immer je rund € 100,- bezahlt. Sprich pro Flug € 50,-. Von meiner Wohnung aus zum Flughafen Wien brauche ich mit der Ubahn & der Sbahn 30-40 Minuten. Die gesamte Flugzeit von Wien nach Zürich beträgt ziemlich genau eine Stunde, von Zürich nach Hause brauche ich nochmal etwa eine Stunde. Aufgerundet brauche ich also 3 Stunden von Wien in die Heimat – fairerweise plus 1 Stunde, wenn man früh genug am Flughafen sein möchte. Im Vergleich dazu mit dem Zug: Ich habe keine Vorteilscard mehr gekauft, ich zahle also den Vollpreis. Derzeit kostet ein Ticket hin und retour Wien-Bregenz-Wien € 150,-. Die Reservierung für die Sitzplätze übrigens nochmal je € 3,-. Und ich sitze nicht ganz 7 Stunden im Zug. Ein Weg. Dazu kommt: Auch hier muss ich mitrechnen, dass ich zum Bahnhof und vom Bahnhof nach Hause fahren muss. Einige werden jetzt hier aufschreien und mir vorwerfen, dass ich selbst Schuld bin, wenn ich mir keine Vorteilscard kaufe. Aber auch hier gilt: Ein Ticket hin und retour kostet dann immer noch € 75 und die Vorteilscard selbst kostet einmalig auch rund € 20,-. Und ich kann es leider nicht mehr an einer Hand abzählen, wie oft ich mit dem Zug Verspätung hatte. Richtig Verspätung – mein persönlicher Rekord liegt bei 13 Stunden. Was ich jedoch auch noch empfehlen kann, ist die SparSchiene der ÖBB. Hier muss man entweder riesiges Glück haben oder vor allem früh genug buchen – damit bin ich schon um etwa € 35,- von Vorarlberg nach Wien gefahren, dazu noch 1. Klasse (und ja, bei 7 Stunden Zug fahren bevorzuge ich die Ruhe und den zusätzlichen Komfort).


Das heißt nicht, dass ich jetzt jedem Studenten empfehle, nur mehr per Flugzeug in die Heimat zu kommen. Ich persönlich liebe es auch, Zug zu fahren – aber im Vergleich und besonders dann, wenn die Zeit zuhause so kostbar und rar ist, empfiehlt es sich einfach, über den Tellerrand zu blicken und alle Möglichkeiten abzuwägen. Und dafür muss man noch nicht mal „das Geld übrig haben“. Und sollte dies doch der Fall sein empfehle ich definitiv die Verbindung Wien-Alten Rhein – das ist mit Abstand die schnellste Möglichkeit ins Ländle zu kommen.

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A Touch of Boho

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Ich bin offenherzig und schüchtern, gröhlend laut wie ein Bär und seufzend still wie ein Mäuschen, glücklich und traurig zur gleichen Zeit. Ich erlebe täglich hunderte verschiedene Emotionen und möchte diese am liebsten jedes Mal in die Welt hinausschreien. Mein Kopf ist eigentlich nie leer, meine Gedanken stehen nie still. Ich liebe es in alle Rollen des Lebens zu schlüpfen, mich nicht zu fixieren und mir Sorgen um irgendwelche Klischees zu machen. Ich bin Beachgirl, Gangsterrapper und Businesslady – alles in ein- und derselben Woche, wenn mir danach ist. Und vor kurzem habe ich beschlossen Boho zu sein, inmitten vom schönen Ländle.

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Eat Sleep Repeat

sonntagsfüller over the top

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„Nein, ich fahr dieses Wochenende nicht nach Vorarlberg, ich muss unbedingt für meine Prüfungen lernen und im Ländle mache ich genau gar nichts“, jammert sie mir vor und seufzt leise vor sich hin. Ich verstehe ihre Bedenken nicht. Denn, ob ich nun in der einen Wohnung in Innsbruck oder im anderen Haus in Vorarlberg lerne, ist mir persönlich völlig Schnuppe. So oder so kostet es mich Nerven und jede Menge Aufmerksamkeit – aber ich fahr eben dennoch in die Heimat. Einfach, um daheim zu sein. Meine Familie um mich zu haben, vertraute und bevorzugte Luft zu atmen. Es beruhigt mich, hier zu sein. Und vermutlich spielt mein neuer Freund auch eine winzigkleine Rolle dabei. 

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5 Dinge, die ich in Wien gelernt habe

Als sogenanntes Dorfkind aus dem Westen Österreichs war Wien für mich größentechnisch anfangs gigantisch. Eine Großstadt, in der ich mich erstmal zurechtfinden musste. Fast 3 Jahre später ist das Neue für mich beinahe Alltag geworden, das Unerwartete wird stets (zumindest versuchsweise) mit einkalkuliert und ich wage es sogar zu behaupten, nicht mehr nur Landei zu sein. Und zwischen den beiden Bundesländern, die ich Zuhause nennen darf, liegen wahrlich Welten. Klischeehafte Welten – Unterschiede, die sich nicht verstecken lassen und auch nicht versteckt werden sollen. 5 Dinge, die Wien von Vorarlberg unterscheiden, und ich als Gsiberger zuerst einmal erkennen und lernen musste.

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