Meine neue Wohlfühloase – Balkon Makeover mit Leiner

wohlfühloase balkon leiner

„Und hier geht es in den großzügigen Wohnbereich und Sie sehen auch gleich den ur schönen Balkon, der genau die richtige Größe hat, finden Sie nicht auch?“, strahlt mich die Maklerin mit ihrem Siegerlächeln an und lenkt meinen Blick mit einer Handbewegung auf eben jenes Goldstück, das sie gerade weiter anpreist, obwohl ich ihr nur mehr mit einem Ohr zuhöre. Es wäre gelogen, wenn ich ihr nicht Recht geben würde. Die Wohnung ist ein Traum – Vollholzboden, 3 Zimmer, etwa 70 m2, viel Licht und ein quadratischer Balkon, der zum Wohlfühlen einlädt. Ganz der Wohnungsbesichtigungs- und Maklerprofi versuche ich mir meine innerliche Begeisterung jedoch nicht ganz so anmerken zu lassen. Die Dame muss ja nicht wissen, dass ich aktuell in einem dunklen Studentenloch mit Durchgangszimmer und zu wenig Platz wohne und diese vier Wände, die sie mir gerade präsentiert, Balsam für meine Seele sind. „Stimmt, daraus kann man echt was machen“, antworte ich und würde mir über meine neutral-positive Antwort gerade am liebsten selbst auf die Schultern klopfen. Ich widme mich der Küche und weiter geht es mit dem Small Talk.

Wenige Minuten später erkläre ich der Maklerin bereits, wie wichtig das Licht in der Wohnung für mich ist – nicht nur für mein Wohlbefinden, sondern auch für meine Arbeit. Man kann ihr auf meine Aussage hin förmlich ansehen, wie sie plötzlich die Ohren spitzt.

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Grau auf Grau

Wir müssen reden. Ein Satz, der meist nur unheilvollen und unangenehmen Gesprächen voran geschickt wird und oft auch bedeutet, dass in den nächsten Minuten oder auch Stunden ein Herz gebrochen wird. Oder zwei. Aber ich kann euch beruhigen, hier werden keine Herzen gebrochen. Hier wird eine Geständnis abgelegt. Denn ich bin süchtig – süchtig nach dieser Farbe, dem Gefühl, das sie transportiert und sowieso nach allem, was sie mit sich bringt. Ich bin süchtig nach Grau – in allen Nuancen und Varianten, egal ob auf dem Haupt oder dem Körper, in der Wohnung oder beim Wetter. Ihr könntet euch grau anmalen, und ich wäre ein Fan von euch. Gut, so heftig ist es dann doch wieder nicht, aber es hat sich zumindest einen Platz in meinem Herzen gesichert und ich weiß nicht, ob ich je so verrückt nach einer Farbe war. Ihr könnt euch also vorstellen, wie mein derzeitiger Warenkorb beim Online-Shopping aussieht.

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TeppichStuhlSchal – Uhr – Kerze – SesselPlaid*

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Mit dem Eames Stuhl ist es so: Wir haben eine On- und Off-Beziehung. Entweder ich verzehre mich danach oder ich versuche mir einzureden, dass mir mein 15 € Stuhl von Ikea reicht. Jetzt gerade sind wir mitten in einer leidenschaftlichen Diskussion, ob ich mir das Geld dafür zusammen spare oder ein Dupe teste. Oder doch beim Schwedenriesen bleibe. Und mir dafür endlich den gemütlichen Sessel für meine Leseecke gönne, bestenfalls mit dem kuscheligen Plaid darauf, dem Teppich darunter und einem Bücherregal im Rücken. Das Problem: Ich hab zwar das Bücherregal, aber keine Ecke, wo der Stuhl hinpassen würde. Ein sehr plausibler Grund, sich auf die kleineren Dinge zu konzentrieren – vielleicht eine neue Uhr? Oder dieser zart-graue Schal, den ich seit Wochen immer wieder mal auf dem Schirm habe, aber der es nie zu mir nach Hause geschafft hat? Oder ich bleibe stark und erinnere mich daran, dass ich bis Weihnachten eigentlich nichts mehr für mich kaufen wollte. Wobei, meiner Mama würden die Sachen sicher auch zusagen. Ich könnte sie ihr dann ja ausborgen. Zumindest den Schal.

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*In freundlicher Zusammenarbeit mit Dormando (Produktplatzierung)

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Schaffa, Schaffa, Hüslä baua

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Selten habe ich solch einen verträumten und (zumindest derzeit) unrealistischen Beitrag verfasst, wie heute. Ihr müsst wissen, ich habe einen Tick. Schon sehr lange und ich kann und will ihn einfach nicht ablegen – auch wenn er mir am Ende das Leben derzeit schwerer macht als wirklich notwendig. Ich verfolge gefühlt dutzende Immobilien-Seiten auf Facebook: Egal wo genau und wann eine neue Wohnung in Wien frei ist, ihr könnt euch sicher sein, ich habe sie bereits irgendwo gesehen. Und zwischen all dem Beobachten, Analysieren und Abwägen, tue ich vor allem eines: Schmachten. Träumen. Und meinen Freund bei den Beiträgen über Wohnungen markieren, denen ich besonders verfallen bin.

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Balcony Discussion #239

Es gibt für Paare grundsätzlich immer gewisse Themen, die zu kleineren und größeren Diskussionen führen. Im Laufe der Beziehung wird jedoch ein Diskussionsthema nach dem anderen über Bord geworfen: Kompromisse werden gefunden, die Prioritäten ordnen sich neu oder „der Klügere“ gibt schlicht und einfach irgendwann nach. Letzteres ist vor allem bei Sturköpfen eine kleine Sensation – es kommt aber dennoch immer wieder vor. Freunde & Familie meinerseits wissen, was ich damit konkret andeuten möchte. Mister T & ich, wir sind ein Herz & eine sturköpfige Seele. Trotz unseren friedlichen Sternzeichen neigen wir gerne dazu, an der eigenen Meinung und den Vorlieben festzuhalten. Im Laufe der Zeit führen unsere kleineren und größeren Diskussionen aber eigentlich immer Schritt für Schritt zu Kompromissen. Ein unglaublich beliebtes und oft heiß diskutiertes Thema: Die gemeinsame Wohnung.

 

„Ich (160 cm groß) finde der Spiegel sollte in dieser Höhe hängen!“
„Hallo? Ich (1,5 Köpfe größer) will mich darin auch sehen können, er muss weiter oben angebracht werden!“
Kompromiss: Jetzt steht er seit drei Jahren auf dem Boden und lehnt an der Wand.
Oder:
„Ich möchte eine Wand im Wohnzimmer malen.“

„Dann müssen wir noch mehr ausmalen, wenn wir ausziehen.“
Kompromiss: Nachdem Mister T die Wände nach einem Jahr schon mit diversen Lebensmitteln, Kaffee und anderen Dingen neu gefärbt hat, habe ich meine gemalte Wand im Wohnzimmer bekommen.

 

Ihr seht, wir sind Kompromiss-Spezialisten. Aber ab & an, da gibt auch einer von uns mal nach – vor allem dann, wenn es dem Anderen speziell am Herzen liegt. Oder wenn ich ihm monatelang damit in den Ohren liege. Der Balkon ist beispielsweise solch ein besonderer Fall. Nachdem mir der kalte und seelenlose Betonboden aufs Gemüt geschlagen hat, kauften wir uns einen warmen & sympathischen Klickboden („ich will, ich will, ich will und brauche das“). Dann haben wir uns zusätzlich etwas Grünzeug angeschafft („Doch Schatz, ich versichere dir, ich kann das – ich habe einen angeborenen grünen Daumen“) und noch das eine oder andere notwendige Detail besorgt („Ich schwöre dir, mir ist es egal, welche Farbe unser Sichtschutz hat, kauf einfach irgendwas“). Aber Tatsache ist: Der Balkon ist einfach noch nicht fertig, immer noch keine richtige Wohlfühloase und deswegen auch immer noch ein Diskussionsthema. Aber wir gehen gerade auf einen neuen Kompromiss zu. Oder einer (er) hat nachgegeben, weil es dem Partner (mir) so am Herzen liegt (mimimimi) – ich weiß es nicht mehr, aber ich weiß, ich brauche diese Sachen jetzt!

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Home Office Update

Mit 13 Jahren war ich für mehrere Wochen – gefühlte Monate – richtig sauer auf meine Eltern. So sauer, dass ich heute noch der Überzeugung bin, dass es sich dabei wirklich um Wochen hielt, obwohl es vermutlich nur wenige Tage waren. Sie weigerten sich schlichtweg, mir einen bindenen Handyvertrag (inkl. neuem Gerät) zu kaufen. Diese Unmenschen. Nur kleinlaut gab ich wenige Zeit später zu, dass das Verbot die einzig richtige Entscheidung und der damalige Tarif von 3 viel zu kostspielig war. Im Grunde genommen ging es am Ende eigentlich nur darum, etwas neues zu haben. Etwas neues, das alle andere auch schon hatten oder nach und nach bekommen haben. Denn eigentlich war ich bereits mit einem passenden Handy ausgestattet – mit 90er Kids-Coolness-Guthaben. Leider wollen wir viel zu oft alle etwas neues. Etwas schönes, etwas vermeintlich besseres. Eine Tatsache, die mein Konto immer wieder mal in die leicht rosaroten Zahlen treibt. Denn diese kleine Sucht hab ich auch heute noch. Bei Mode. Elektronik. Und auch Interior – Schuldig!

Im Februar habe ich mein neues Home Office zuhause eingerichtet. Voller Euphorie: Nicht nur aufgrund der Veränderungen in meinem Leben und meiner Wohnung, sondern allein auch aufgrund der Tatsache, dass dadurch ein weiterer Schritt zu meinem Traum irgendwie nochmal Realität wurde. Schon immer habe ich von meinem eigenen Arbeitszimmer geträumt, am besten mit einer eigenen Bibliothek – vielleicht auch mit einem offenen Kamin. Wenn schon, denn schon. Weil dieser Traum noch etwas auf die Erfüllung warten muss, habe ich mich – zusammen mit den neuesten neuen Veränderungen in meinem Leben – aufgemacht, mein kleines, aber feines Home Office mit einem frischen Wind auszustatten. Weil es so schön ist und weil die Zahlen dann auch mal rosarot sein dürfen.

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