Sightseeing Fails Part 2

Es ist nichts neues, dass gewisse Erfahrungen im Leben unsere Erwartungen definitiv übertreffen. Diese Tatsache trifft leider jedoch nicht immer zu – vor allem bei (Städte-)Reisen kann dies der Fall sein. Sehenswürdigkeiten, die im Vorhinein doppelt unterstrichen empfohlen wurden und die uns voller Vorfreude auf den Anblick nervös werden lassen. Geschichten, die bereits um die Welt gegangen sind. Erfahrungsberichte von Freunden & der Familie, die uns versicherten, dass man diesen eine Platz, dieses Museum oder diesen Aspekt der Stadt nicht auslassen sollte. Und auf den Rat von den liebsten Menschen in der Umgebung hört man natürlich. Und ja – in 94% der Fälle liegen diese Personen richtig und die Reise wird komplett unvergesslich, die Momente sind alle perfekt & man möchte beim 2. Mal nichts anders machen. Aber es gibt eben diese 6%, die nicht ganz so überzeugend sind. Die Orte, die uns nicht sprachlos zurücklassen. Die, die wir nicht weiterempfehlen und bei denen wir uns am Ende nur fragen „Und das ist es jetzt?“ – 3 solcher Sightseeing Fails habe ich euch bereits genannt, hier kommen die nächsten:

 

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Innsbruck: Oh, ihr wisst, Innsbruck und ich – das ist so eine Sache. Wir sind uns nicht spinnefeind, aber wir halten einen gewissen Abstand zueinander (genaugenommen, sind es zurzeit 476 km). Ja, die (etwas kleine) Altstadt ist – besonders im Winter – magisch. Und der Ort lädt zum gemeinsamen Schlendern ein. Aber mir hat irgendwie, irgendwas immer gefehlt. Vor allem aber – und das durfte ich schon Jahre vor meinem Umzug und Studium nach und in Innsbruck feststellen – hat mich eines enttäuscht: Das goldene Dachl. Ich weiß noch, wie ich auf den Anblick gewartet habe. Goldener Schimmer, mächtiger Ruhm & atemlose Schönheit – alles und die geballte Geschichte, die damit erzählt wurde. Und dann? Dann stand ich vor dem kleinen Erker, mit dem kleinen Dach, das irgendwie nicht ganz den Erzählungen gerecht wurde. Nichtsdestotrotz hatte es immer wieder etwas Besonderes, wenn ich am Ende meiner innsbruck’schen Studienzeit von meinem Zimmer auf das Wahrzeichen der Stadt blicken konnte. Aber hätte ich dafür Eintritt bezahlt, wäre ich sauer gewesen.

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Dublin – Ja, auch Dublin hatte es schwer mit mir. Aber es gab dennoch viele Dinge, die mich fasziniert haben. Wie zum Beispiel die (auf dem Bild zu sehende) Bibliothek der Universität. Oder auch die Universität an sich. Aber der Grund, warum wir am Ende die Universität aufgesucht haben, war eigentich und in erster Linie: Das Book of Kells. Ich als alter Büchernarr & bekannte Leseratte & Mister T, der meine Aufregung förmlich spüren konnte & gewissermaßen mitgerissen wurde, mussten dieses Buch sehen. Und haben auch ca. 10€ Eintritt dafür bezahlt. Das Book of Kells, dass heute im Trinity College zu besichtigen ist, gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Büchern der Welt & ist das am besten erhaltene Zeugnis der irischen Buchmalerei. Am Ende mussten wir uns nicht nur durch Scharen von scheinbar festgewachsenen Menschen zwengen, um überhaupt einen Blick darauf zu werfen können, sondern auch noch feststellen, dass es nicht mal ansatzweise so seinen Platz gefunden hat, den es verdient hätte. Dadurch ging auch schlichtweg die Magie verloren.

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RomRom hat mein Herz im Sturm erobert. Obwohl, ich war schon mein Leben lang von Rom fasziniert – und doch konnte ich erst vor 2 Jahren die italienische Hauptstadt zum ersten Mal begutachten. Jede Gasse, jedes Eck, jeder noch so kleine Stein hat mich in den Bann gezogen. In erster Linie erinnere ich mich nur daran, wie aufregend und toll es war. Voller Leben & voller Geschichte. Aber wenn ich Schritt für Schritt nochmal jeden Tag, jede Sehenswürdigkeit und jeden Moment durchgehe, dann gibt es doch etwas, dass ich jetzt definitiv auslassen würde: Der Circus Maximus mag zwar in seiner originalen Form den Menschen den Atem verschlagen haben, dient heute aber (zumindest scheint es so) nur mehr als Platzhalter. Nichts ist mehr von der römischen Macht übrig geblieben, bis auf ein netter, gekiester Weg, der zum Joggen einlädt.

 

Kennt ihr noch mehr Sightseeing Fails? Was würdet ihr nicht nochmal besichtigen?

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5 Comments

  • 3 Jahren ago

    Ja, ich glaube, solche Momente gibt es immer wieder einmal. Aber für mich gehören sie auch irgendwie dazu.

  • 3 Jahren ago

    Haha, besonders beeindruckend sieht der Zirkus Maximus jetzt wirklich nicht aus :D
    Das ist echt immer so ne Enttäuschung (wie eben zum Beispiel die Meerjungsfrau in Kopenhagen) wenn man wo ist und dann ist es einfach überhaupt nicht sehenswert… zum Glück gibt’s aber auch noch jede Menge Sehenswürdigkeiten, die einen total vom Hocker hauen – willst du nicht noch mal ne Liste mit denen machen, die dich total beeindruckt haben? :)

    • 3 Jahren ago

      Ja total!

      Das mach ich sehr gerne – steht jetzt auf meiner To-Blog-Liste! :)

  • 3 Jahren ago

    Ich finde die Idee von dem Artikel so gut. Kann mich da so wieder finden!
    Ich wollt mir damals auch das book of kells in Dublin ansehen, wollte dann aber die 10€ nicht zahlen und bin jetzt froh, dass Ichs nicht getan hab.

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