[Read] Rubinrot Trilogie

Insofern ich die Zeit dazu finde, lese ich sehr viel und sehr gerne – das ist kein Geheimnis mehr und wenn ich wieder einmal in einer anderen Welt versunken bin, lasse ich (unabsichtlich) alle Dinge stehen und liegen und meine To-Do-Liste immer größer werden, bis ich auch die letzte Seite des Romans hinter mir habe. Das ich dabei ein gewisses Tempo beim Lesen vorlege, ist zugleich Segen und Fluch – man erfährt zwar alles schneller, kommt damit aber auch dem Ende immer näher. Ich bin ungeduldig und dennoch würde ich am liebsten nur eine Seite pro Tag lesen, um lange etwas davon zu haben. Die Rubinrot-Trilogie von Kerstin Gier (wo mir der erste Teil als Rezensionsexemplar vom Arena Verlag zur Verfügung gestellt wurde) hat mich in der Hinsicht jedoch zwiegespalten.
In der Familie der jungen Gwendolyn wird von jeher ein Gen weitergegeben, dass dem Träger die Reise durch die Zeit ermöglicht – ohne Kontrolle und Vorhersehung springt der Körper aus dem Nichts zum Beispiel ins 17. Jahrhundert. Aufgrund gewisser Vorhersagen und Prophezeiungen glaubt die gesamte Familie, dass Gwendolyns Cousine Charlotte der Genträger ist – weswegen sie seit ihrer frühen Kindheit darauf vorbereitet wird. Gelehrt wird sie von einer geheimen Organisation, die von einem der ersten Genträger gegründet wurde und nicht nur die Familie von Gwendolyn, sondern auch die De Villiers – die andere Zeitreise-Familie – unterstützt. Mit Hilfe des Chronographen können die Zeitsprünge geregelt und das gemeinsame Ziel – die quasi „Heilung der Menschheit“ – erreicht werden. Alle warten also gespannt darauf, dass Charlotte ihren ersten „Sprung“ macht. Und dann, findet sich plötzlich Gwen im London des 18. Jahrhunderts wieder.
Die Geschichte rund um die Familie Montrose und den De Villiers ist verworren und etwas kompliziert, birgt Geheimnisse und Komplotts und genau das macht die Edelsteintrilogie so spannend. Das war auch der Grund dafür, dass ich es kaum erwarten konnte, den zweiten und den drittel Teil gleich anschließend zu lesen. Das ich deswegen aber zwiegespalten war, lag abermals an der Protagonistin. Mir ist klar, dass die Zielgruppe hier eindeutig bei weiblichen Teenagern liegt und die Hauptcharakterin mit 17 Jahren genau diese (teils schwere) Zeit gerade durchmacht. Aber sich nach 3 Tagen bereits in einen vorher Fremden zu verknallen und nach einer Woche sich darüber klar zu sein, dass es sich dabei auch um die große Liebe handelt und dementsprechend auch Dramen aufzuführen – das war mir dann doch etwas zu viel und ich musste gewisse Dinge dann einfach überlesen. Gerne hätte ich mir auch ein etwas ausführlicheres Ende vor dem eigentlichen Happy End gewünscht – auch wenn das natürlich sehr schön und passend für die Story war. Aus diesem Grund werde ich mir mit Sicherheit auch noch den zweiten und den letzten Teil als Film ansehen.

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9 Comments

  • Kathi
    3 Jahren ago

    Von der Triologie hab ich bisher nur gehört, aber weder Film noch Buch bisher gesehen / gelesen. Aber so als leichte Lektüre für den Winter ist das sicher nicht schlecht, hört sich jedenfalls interessant an. Und überbrückt vielleicht noch die Zeit bis zum nächsten „Tribute von Panem“-Film ;)

  • Ann-Kathrin
    3 Jahren ago

    Ich habe die Bücher verschlungen und inzwischen zum Teil 3-4 Mal gelesen. Ja, die Zielgruppe sind eindeutig Teenager, mich fesselten sie aber auch mit 19/20 genauso wie heute (23).
    Die Filme dagegen… Ich habe nur den zweiten gesehen und wäre nach etwa 20 Minuten am liebsten aus dem Kino gerannt. Es wurde so viel dazugedichtet & weggelassen, Situationen völlig anders dargestellt, noch mehr auf die Teenager-Schiene abgezielt, sodass ich es wirklich schon fast lächerlich fand. Sehr schade, denn die Zeitreise-Geschichte finde ich wirklich durchdacht und spannend.

    • 3 Jahren ago

      Mir geht’s genau andersrum: Hatte den 1. gesehen ohne die Bücher zu lesen & war deswegen abgeschreckt.. Ich bin gespannt, wie der 2. sein wird, wenn ich ihn dann mal sehen kann.. Aber deine Beschreibung klingt leider nicht vielversprechend :(

  • Miu
    3 Jahren ago

    Ich glaube, ich muss die Bücher noch mal lesen und schauen, wie ich sie jetzt (mit meinem reifen Alter^^) bewerte.

    • 3 Jahren ago

      haha, ich würde nicht sagen das ich reif bin :D Aber es war mir dann einfach einen Tick zu viel bzw. mir war Gwen zu viel (also ihre dramatischen Gedankengänge & Liebeskrankkummer usw.) :) Bin gespannt, was du davon denkst ;)

  • Chrissie
    3 Jahren ago

    Ich habe diese Bücher VERSCHLUNGEN :) – die haben ganz viel Spaß gemacht … apropos „reifes Alter“ ich bin 41 und finde die Bücher immer noch fabelhaft ;)
    GLG aus der EDELFABRIK
    Chrissie

    • 3 Jahren ago

      hihi, ja ist ja auch Geschmacksache :D

  • 3 Jahren ago

    Ich hab die Bücher mit 16 oder so gelesen und fand sie da echt gut. Ich finde es auch nicht schlimm, dass das mit den beiden so fix voranschreitet, es ist immerhin ein Buch und nicht die Realität. Den ersten Film fand ich auch nicht schlecht, obwohl ich mir Gideon ja doch etwas heißer vorgestellt hatte :D
    Liebe Grüße :)

    • 3 Jahren ago

      Das ist mir eh klar – aber auch ein Buch kann ja trotzdem sich „an die Realität“ halten (auch wenn nur in gewissem Maß). Ich hab gerade den 2. Teil gesehen, fand ihn auch nicht so schlecht – def. besser als der 1.! :)

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