Quarter Life: When I was young

Die anfängliche Teenagerzeit war ganz furchtbar für mich. Zumindest ist der größte Teil meiner Erinnerungen daran, gespickt von schnell wechselnden Emotionen, Trauer und Einsamkeit. Ich war eigentlich nicht depressiv, hatte kaum keinerlei Gründe, traurig zu sein, einen großen Freundeskreis, war gut in der Schule und die beginnende Pubertät sorgte dafür, dass mein Körper langsam zu dem einer jungen Frau wurde. Nichtsdestotrotz ist es im Nachhinein betrachtet immer noch die für mich unangenehmste Zeit des Heranwachsens gewesen. Wie viele junge Erwachsene fühlte ich mich missverstanden. Nicht nur von meinen Eltern, auch von meinen Freunden und im Grunde genommen von der ganzen Welt.

Wenn ich nicht gerade in der Schule oder mit Freunden unterwegs war, verbrachte ich den Hauptteil des Tages damit, mich selbst zu bemitleiden. Egal ob Frühling, Sommer oder Winter – ich fand immer einen Grund, der mein Herz in die vermeintliche Tiefe zog, mich verunsicherte und als kleines, emotionales Frack zurückließ. Die Pubertät war in diesem Punkt besonders grausam zu mir, denn das Traurige daran ist: Ich erinner mich kaum an die guten Momente, die es aber definitiv gab. Ich kann mich an den Schmerz erinnern, die eingebildete Hilflosig- und Hoffnungslosigkeit. Daran, wie ich stundenlang einfach nur in meinem Zimmer auf meinem Bett lag, verstrickt in andere Realitäten und die richtige Welt an mir vorbeiziehen ließ. An die Streiterein mit meinen Eltern, meinen Geschwistern (und selbst heute noch überkommt mich dabei ein ungutes Gefühl der Schuld und ich kann nur den Kopf darüber schütteln, obwohl ich mir sicher bin, dass es wahrscheinlich nur typisches Teenager-Geplänkel war) und meinen Freundinnen.

Ich bin verdammt froh, diesen Teil meines Lebens bereits abgeschlossen zu haben und beneide niemanden mehr darum, in diesem Alter zu sein, wo der Hauptteil deines Lebens daraus besteht, anderen zu gefallen, mit neuen und unbekannten Gefühlen klarzukommen und im Nacken die Ängste der Zukunft zu spüren (wobei, Letzteres ging eigentlich nie ganz weg). Zu gerne würde ich meinem alten Ich einen Besuch abstatten und erklären, dass das Ende definitiv noch nicht gekommen ist und was generell noch auf mich zukommt. Ich hätte mir selbst so einiges zu sagen.

„Es ist ok, dass du auch mal allein sein willst. Vergiss aber nicht, dass das Leben der Anderen auch ohne dich weiter geht – sei also nicht verletzt, wenn du ein Treffen absagst und das Telefon nicht abnimmst und deine Freunde sich aber dann ohne dich vergnügen.

Die Unreinheiten verschwinden, du wirst irgendwann auch herausfinden, wie viel Zupfen für deine Augenbrauen wirklich notwendig ist (definitiv nicht so viel) und irgendwann wirst du auch von all den dummen und unmöglichen Sprüche von den Jungs in deinem Alter nicht mehr betroffen sein. Im Gegenteil: Du wirst das, was man schlagfertig und selbstbewusst und vielleicht auch schon emanzipiert nennt. Spätestens dann wirst du auch wissen, dass Wasserstoffblond nicht deine Haarfarbe ist und schwarzer Kajal bei dir nicht auf’s innere Augenlid gehört (just saying).

Du wirst lieben, tief und aufrichtig. Du wirst zurückgeliebt werden und dir wird das Herz in kleinste Stücke gebrochen, aber du kommst irgendwann darüber hinweg und wirst Besseres erfahren. Du wirst richtige Liebe kennenlernen. Vor allem aber, wirst du auch tiefe Trauer, Leid und Verlust erfahren und dadurch aber zu unterscheiden lernen, was wirklich zählt und was nicht.

Deine Eltern sind auch nur Menschen, die immer nur das Beste für dich wollen, aber eben auch nicht alles  aushalten können. Es wird leider einige Zeit dauern, bis du das durch deine pubertierenden Augen erkennst. Sie werden zu deinen besten Freunden und wichtigsten Menschen mit dem größten Einfluss auf dich und eines deiner größten Ziele wird es sein, sie stolz zu machen (fang also am besten jetzt schon damit an).

Und zu guter Letzt: Du findest deinen Platz im Leben. Du wirst erfahren, was es heißt, frei von Vorurteilen oder Eigennützigkeit unterstützt, geliebt und gelobt zu werden und es wird sich unglaublich anfühlen. Es wird dich weiter vorantreiben. Du wirst Fehler machen, zwei Schritte vor und einen zurück. Aber am Ende wird es sich richtig anfühlen. Am Ende wird alles gut.

Vertrau mir, ich weiß Bescheid.“

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