Mystical Places: Quinta da Regaleira

Die Stille um sie herum ist beinahe greifbar. Das Einzige, was sie hört, ist das immerwährende Schlagen ihres eigenen Herzens. Schnell und stetig in ihrer Brust zeigt es auf, was sie schon längst tief in ihrem Inneren spürt, das, was sie nicht abschütteln kann: Sie ist aufgeregt, nervös. Vielleicht ist es sogar irgendwie die Angst, die sie immer weiter antreibt und nicht stehen bleiben lässt. Die Angst, dass es bereits zu spät sein könnte. Bemüht lautlos geht sie weiter, tiefer in die Dunkelheit und weg von dem hell erleuchteten Gebäude, das sie seit Kindestagen zuhause nennt. Sie kennt den riesigen Garten in- und auswendig – jeden Stein, jede Treppe und jedes Wasserloch und dennoch herrscht eine gewisse Vorsicht in ihrem Gang. Ihr Ziel ist zum Greifen nah, es kann sich nur noch um wenige Minuten handeln. Und dann, dann hält sie plötzlich inne. Bleibt auf der Stelle stehen und beißt sich unweigerlich und unsicher auf die Unterlippe. Es tobt ein Kampf in ihr, von Herz & Kopf, wie ein Sturm der nicht zu bremsen ist und der Puls steigt und steigt. Sie schließt die Augen, atmet tief durch und kommt nicht umhin, über sich selbst zu urteilen. „Feigling“, murmelt sie und ballt die Hände zu Fäusten. Sie zwingt sich langsam weiterzugehen. Ein Schritt – einatmen, wieder ein Schritt – ausatmen. Wie ein Mantra wiederholt sie den Vorgang, bis sie endlich vor dem leeren Brunnen steht, einem der Zugänge zu den vielen unterirdischen Gänge des Anwesens und der lange vor ihrer Geburt errichtet wurde. Noch immer ist es mucksmäuschenstill um sie herum und für einen Moment kommt ihr der Gedanke, dass sie vielleicht wirklich allein ist. Das er vielleicht gar nicht hier ist, nicht wie versprochen auf sie wartet. Langsam geht sie die steinernen Treppen hinab, sie wagt es nicht einen Laut von sich zu geben, geschweige denn, seinen Namen zu rufen. Und dann hört sie es endlich, das vertraute Flüstern – direkt vor ihr, in der Dunkelheit. Plötzlich steht er da und ihr Herz scheint mit einem Mal zu explodieren. „Ich dachte schon, du würdest nicht kommen.“ …

Es gibt sie – diese speziellen Orte, die etwas in mir auslösen. Man könnte es beinahe als Unruhe bezeichnen, weil es dazu führt, dass ich ungeduldig und irgendwie nervös werde, wenn ich nicht die Möglichkeit habe, es loszuwerden. Es sind Orte, die vor Inspiration nur so schreien, die auf ihre ganz eigene Art und Weise dazu führen, dass ich mich auf der Stelle hinsetzen und schreiben möchte. Sie transportieren ein besonderes Gefühl, das beinahe mit Magie gleichzusetzen ist. Einer dieser Orte ist „Quinta da Regaleira“ in Sintra, Portugal. Es ist noch keine Woche her, dass ich mich zusammen mit meinem Liebsten in den Zug in Lissabon gesetzt habe und nach etwa einer Stunde vor den eisernen Toren dieses Schlosses stand und vom ersten Moment an sprachlos war. Selten hat mich meine Umgebung bisher so in den Bann gezogen, wie diese – märchenhaft und zugleich mystisch beschreiben den Garten und die portugiesischen Bauten wohl am besten und ich fühle mich immer noch irgendwie geflashed davon. Selbst jetzt, wenn ich die Fotos von diesem Tag nochmals betrachte, komme ich nicht umhin, eine Geschichte in meinem Kopf zu spinnen..

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Wie genau ihr nach Quinta da Regaleira bzw. Sintra von Lissabon aus kommt, lest ihr in meinem Lissabon Travel Diary in den nächsten Tagen. Ich kann euch auf alle Fälle verraten: Es ist die Reise wert.

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