Looking Back Part 2: Storyteller

Auch wenn Silvester im Grunde genommen ein Tag wie jeder andere ist, bringt der letzte Abend des Jahres für mich doch immer wieder etwas ganz besonderes mit sich. Es herrscht ein Zauber in der Luft, wenn die Menschen sich darauf vorbereiten, das Jahr gemeinsam im Kreis der Liebsten zu verabschieden. Auch wenn sich diese Magie mit jedem Lebensjahr verändert, bleibt es dennoch immer dasselbe. Wir kommen immer noch zusammen an einen Tisch, stoßen auf die Vergangenheit und die Zukunft an und kurz vor Mitternacht steigt die Spannung beinahe ins Unermessliche. Wir schmieden Pläne, selbst wenn wir es nicht wollen, entwickeln Vorsätze, die wir aber zu unserer eigenen Sicherheit nicht immer laut aussprechen und blicken meist voller Tatendrang den kommenden 365 Tagen entgegen. Neuanfänge liegen überall in der Luft und wohin du auch blickst, du siehst Tatendrang in den Augen. Und selbst wenn es nicht das ganze Jahr überdauert, jeder Schritt zählt.

2016 war ein merkwürdiger Akt der Balance. Einerseits ist es viel zu schnell an uns vorbeigezogen, auf der anderen Seite hat es glücklicherweise endlich (und hoffentlich) ein Ende gefunden. Wenn es etwas gibt, dass bei mir definitiv nicht so gelaufen ist wie geplant, dann ist es mein Buch. Ich schreibe immer noch, aber ich schreibe viel zu wenig dafür. Es ist etwas, dass ich im Jahr 2016 eigentlich definitiv beenden wollte, was ich aber nicht einmal im Ansatz habe und was dennoch immer noch ganz weit oben auf dieser imaginären Liste der Prioritäten steht und ich will verdammt sein, wenn ich es in diesem Jahr nicht endgültig beende (ja, ich neige zur Dramatik). Nichtsdestotrotz habe ich Geschichten geschrieben – die, aus dem echten Leben, aber auch jene, die meiner Fantasie entsprungen sind und davon gibt es auch welche, die in meinen – und oft auch euren – Top 5 sind.

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Wir kennen sie alle – die Klischees vom Dorf- und Stadtkind. Es gibt da aber tatsächlich welche, die sich nicht abstreiten lassen. Schlechte, als auch gute, aber meist vor allem unausweichliche. Wie es ist als Dorfkind aufzuwachsen.

Grundsätzlich kann kein noch so leiwander Coffee-to-go-Moment einer richtigen Kuhmilch-vom-Nachbarn-Kindheit das Wasser reichen.

Ohne es zu wissen, übernehmen Kinder gerne gewisse Eigenschaften und Charakterzüge von ihren Eltern. Meine Mama und ich könnten unterschiedlicher nicht sein und gleichen einander doch in so vieler Hinsicht. Und ich wollte immer die perfekte Tochter sein.

Es ist keine richtige Geschichte, aber auch nicht Nichts. Es ist kein Auszug aus dem, was ich gerade schreibe – aber hin und wieder spuken mir diese einzelnen Szenen im Kopf herum. Fragmente, die mich so lange nerven, bis ich sie niederschreibe. So entstand When we met.

 

Ich hatte ihn bisher noch nie hier gesehen. Er war ungefähr in meinem Alter – vielleicht zwei, drei Jahre älter. Seine kurzen Haare standen in alle Richtungen ab und waren so dunkel wie seine Augen, die mich in diesem Moment herausfordernd ansahen.

Das Leben als Teenager ist hart und es war ein dunkler Schatten, der sich in diesem Jahr aus dem Nichts über mich gelegt hatte und niemand konnte sich mein Verhalten erklären – am wenigsten ich selbst. Und ich suchte damals schon die Zuflucht in Geschichten.

Manches mögen Klischees des Erwachsenwerdens oder die Folgen einer Langzeitbeziehung sein, nichtsdestotrotz scheint es auch eine andere, eine unausgesprochene Konsequenz nach sich zu ziehen: Man gehört jetzt gefühlt einer anderen Spezies an. Single Mädchen oder Girlfriend Vibe.

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1 Comment

  • Hab deinen Blog heute über Facebook entdeckt und finde ihn echt toll.
    Werd mir den Link gleich mal abspeichern und öfters vorbeischauen – es gibt ja super viel zu sehen!
    Alles Liebe
    Lisa

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