Liebe auf vier Pfoten – Paul wird 2

„Ich weiß, dass klingt vielleicht irgendwie blöd… Aber ich bin so nervös. Was ist, wenn sie mich nicht mag? Wenn sie denkt, dass ich keine gute Hundebesitzerin sein werd?“, gebe ich kleinlaut von mir und schrumpfe auf dem Beifahrersitz neben Mara zusammen. Wir sind gerade zusammen auf dem Weg nach Kärnten – genauer gesagt nach Viktring – und ich spreche zum ersten Mal aus, was mir eigentlich seit Tagen durch den Kopf geht. „Dass klingt überhaupt nicht blöd. Hier geht es immerhin nicht um irgendetwas. Du lernst dein zukünftiges Hundebaby kennen“, antwortet Mara mit einer Sicherheit, die dir irgendwie nur Hundebesitzer entgegenbringen können. „Und du kannst mir glauben: Du wirst eine gute Hundemama und sie wird dich ganz sicher so einschätzen.“ Ich nicke, etwas beruhigt, aber nicht weniger nervös.

Mein ganzes Leben lang schon wollte ich einen Hund haben. Meine Familie war schon immer eine Katzenfamilie und – versteht mich nicht falsch – Katzen können großartig sein. Aber ich wollte dennoch immer diesen einen treuen Begleiter in meinem Leben haben, der einen ganz besonderen Platz einnimmt und mehr ist, als nur ein Haustier.

Im Sommer 2016 war es dann endlich soweit – bevor die Entscheidung aber endgültig fiel und die Zwergnase bei mir einzog, hieß es bei der Züchterin vorbeischauen, die Hunde zu sehen und vor allem „meinen“ kleinen Welpen zu treffen. Anfangs gab es da nämlich zwei Kandidaten, müsst ihr wissen. Bis zu dem Tag, als ich mit Mara nach Kärnten fuhr, hatte ich nur Fotos und Videos von dem Welpenrudel gesehen und ich wollte aber nicht anhand von Fotos entscheiden. Die Wahrheit ist: Wäre es nämlich danach gegangen, wäre es eigentlich ein anderer geworden.

Paul – der damals noch Frederic hieß – war tollpatschig, über die Maßen tapsig und neugierig und hat mein Herz und meine volle Aufmerksamkeit besonders dadurch erhalten, dass er sich mit seinen sieben winzigen Wochen (in Ermangelung einer besseren Beschreibung) nichts geschissen hat. Keine fünf Minuten ging es und ich hatte meine Entscheidung getroffen, ohne dass ich es gleich gemerkt hatte – erst als Mara unser Spielen zwischendurch mit „ich glaub, du weißt welcher es wird“ unterbrochen hat, ist es mir bewusst geworden. Etwa fünf Wochen später ist der Zwerg bei mir eingezogen, hat seinen neuen Namen und ein neues Zuhause erhalten und mich vor allem einige Nerven gekostet.

Ein Welpe ist definitiv kein Zuckerschlecken – jeder ist natürlich anders, lernt und reagiert individuell und im Endeffekt kommt es natürlich auch auf die eigene Erfahrung an. Für mich war bzw. ist Paul mein erster Hund und insbesondere die erste gemeinsame Nacht war… nennen wir es beim Namen: Horror. Es ist natürlich nichts passiert und im Nachhinein betrachtet war es auch halb so schlimm und ich hab mir selbst mehr Stress gemacht als nötig, aber ich war einfach so darauf erpicht von Anfang an alles richtig zu machen (Spoiler: hab ich nicht, wird man auch nicht), dass ich automatisch etwas größeres daraus gemacht habe. An dieser Stelle gilt mein größtes Dankeschön übrigens Nina und Mara, die mit mir bis um 3 in der früh in Kontakt waren und mir vor allem die meiste Angst etwas falsch zu machen genommen haben.

Zwei Jahre ist der kleine Zwerg nun alt, seit etwas mehr als 1,5 teilen wir unser Leben und was soll ich sagen? Es war die beste Entscheidung meines bisherigen Lebens und ich würde es jederzeit wieder tun. Klar – Paul hält mich immer noch gut auf Trab, inzwischen sind wir aber ein verdammt gut eingespieltes Team und ich kenne seine Macken und Eigenheiten und kann ihn vor allem sehr gut lesen und einschätzen (zumindest nachdem wir die Pubertät hinter uns haben). Ich kann auch alles andere als bestätigen, dass ein Hund in der Stadt nicht glücklich ist oder es irgendwie Probleme macht (wobei Wien auch mitunter zu den hundefreundlichsten Städten der Welt gehört). Solltet ihr also eventuell grad auf ein kosmisches Zeichen warten, ob der Zeitpunkt für einen Hund gekommen oder es wirklich die richtige Entscheidung ist: Hier ist es!

„The journey of life is sweeter
when traveled with a dog.“

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