5 effektive & schnelle Schreibübungen

Es gibt dutzende Schreibratgeber – wie man zum Schriftsteller wird, wie man Bestseller schreibt, welche Regeln must-do’s, welche no-go’s sind und welche kreativen Vorgänge immer und überall vorhanden sein sollten. Ich sag es ganz ehrlich: Ich halte mich eigentlich an kaum bis gar keine Regeln. Anfangs war das die Hölle für mich – ich war fast der Meinung, dass bei mir der schriftstellerische Funke fehlt, den alle anderen sonst erleben. Einen Plot hab ich nur im weitesten Sinne, Charakterbögen grenzen mich irgendwie ein und nach etwa 6 Kapiteln habe ich das chronologische Schreiben aufgegeben. Inzwischen weiß ich es aber auch besser: Jeder macht im Endeffekt seine eigenen Regeln und muss für sich austesten und entscheiden, was am besten funktioniert.

Was jedoch viel wichtiger als Regeln & Vorgaben für mich geworden ist: Training. Selbst wenn das kreative Schreiben die größte Leidenschaft ist und ein gewisses Talent vorherrscht, auch das braucht am Ende des Tages Übung. Und damit meine ich nicht die Blogbeiträge oder die Kapitel, an denen man tagtäglich arbeitet und schreibt – es braucht auch Abwechslung im Alltag, außergewöhngliche Herausforderungen, etwas Unbekanntes zur alltäglichen Konstanten und vielleicht aber auch einfach mal eine neue Routine. Inzwischen habe ich sehr viele verschiedene Schreibübungen getestet und ausprobiert, viele verworfen, aber auch einige für mich entdeckt und in meinen Alltag als Blogger und Autor eingebunden.

5 effektive & schnelle Schreibübungen“

Teste Writing Prompts
Writing Prompts – in Ermangelung einer schöneren deutschen Bezeichnung – dienen quasi als Anstoß für eine Szene/Geschichte/Kapitel. Besonders auf Pinterest werdet ihr hier besonders schnell fündig. Writing Prompts können wenige Worte, aber auch ein langer Satz sein. Dialoge, aber auch Ausgangssituationen. Wichtig ist: Schreib einfach drauf los, überleg nicht lange, folge deinem Herzen ohne dir ein großartiges Setting zu überlegen.

Die Magie des ersten Satzes
Für mich sind erste Sätze essentiell – nicht nur bei Büchern, sondern auch bei Blogbeiträgen. Ein erster Satz soll den Leser einfangen, neugierig machen, fesseln und generell dazu bringen, mehr wissen zu wollen. Den Beitrag, das Kapitel, die Geschichte zu lesen. Und genau dabei geht es bei dieser Übung. Stell dir einen Timer auf 5 Minuten und versuche so viele erste Sätze wie möglich zu schreiben. Der Vorteil: Du schaffst dir sozusagen deine eigenen Writing Prompts für das nächste Mal.

Perspektivenwechsel
Es kann ein Kapitel aus deinem Lieblingsbuch sein, eine Szene aus der aktuell gesuchteten Serie oder ein eigenes Schriftstück – nimm dir, wonach auch immer dir gerade ist und ändere die Perspektive. Sei dabei aber auch mal bereit zur Absurdität und wähle eine ungewöhnliche Perspektive, die die nicht sofort ersichtlich ist.

Synonymenliebe
Synonyme sind etwas großartiges und oft genug nutze ich bestimmte Onlineauftritte dafür, wenn mir einfach kein Passendes einfallen möchte. Dies stört aber immer öfters meinen eigenen Schreibfluss, weswegen ich begonnen habe das passende Wort erst bei der Überarbeitung einzusetzen – was aber eigentlich nicht wirklich ein Ziel und Sinn der Sache ist. Nicht einer meiner liebsten, aber durchaus eine effektive Übung: Such dir irgendein Wort aus (wenn dir keines einfällt, schau dich in deiner Umgebung um und wähle einen der ersten Gegenstände, die du wahrnimmst) und versuche 5 Minuten lang alle möglichen Synonyme dazu aufzuschreiben.

Ohne Punkt und Komma
Das gehört dagegen wirklich zu einer meiner Lieblingsaufgaben, vor allem weil es neben der Übung für das eigene Handwerk auch Kopf & Herz etwas entlastet. Gerade dann, wenn viel in mir vorgeht und ich nicht weiß, wohin mit all dem Gedankenchaos, mach ich mich an diese Schreibübung, die so einfach ist wie sie klingt: Schreib einfach drauf los. Was dir in den Sinn kommt. Gedanken, Gefühle, alles. Es muss nicht zusammenpassen, es muss keinen roten Faden haben. Schreib einfach, bis du nicht mehr schreiben kannst. Ohne Punkt und Komma.

Kreatives Schreiben lernen & trainieren – hier findest du meine Tipps & Tricks

 

Related Posts

3 Comments

  • 2 Monaten ago

    Hallo Denise,
    sehr interessante Einblicke in das Leben von kreativen Schreibern. Als „Nicht-Schreiber“ ist einem das gar nicht so bewusst :)
    Cheers, Betty

  • 2 Monaten ago

    Tolle Tipps, die kann ich gerade super gebrauchen… werde ich mir auf jeden Fall merken. :-)

    Liebe Grüße <3

  • Ein toller Artikel! Für solche Übungen bin ich aktuell total dankbar. Ich bin nämlich auf der Suche nach meinem Schreibfluss. Er ist mir in den letzten Monaten irgendwie abhandengekommen, aber ich habe die große Hoffnung, dass ich ihn wiederfinde, wenn ich mich dem Schreiben mal anders nähere als sonst. :) Danke fürs Teilen!

    Liebe Grüße!

Leave A Comment