Indian Summer Inspiration

summerhack3

„Dad, wie ist das Wetter draußen?“, schreie ich lauthals die Treppen hinunter – trotz der Tatsache, dass der Wecker erst 06:30 anzeigt und ein Großteil der Familie sich noch im komatösen Halbschlaf befindet. Ich war schon immer ein Kind, das sich auf den Wetterfrosch Papa verlassen hat: Wer braucht schon den Wetterbericht aus den Vorabend-Nachrichten oder den einfachen Blick aus dem Fenster, wenn die eigenen Erzeuger diese Rolle mit solcher Perfektion übernehmen. „Du brauchst heute keine Jacke, es ist warm genug“, zischt es von unten in den oberen Stock und mit einem zufriedenen Lächeln schließe ich den Kleiderschrank, vor dem ich eben noch eine gefühlte Ewigkeit im Zwiespalt war. Die ersten Schultage sind angebrochen und mein Kopf muss mit dieser herrgottsfrühen Zeit zuerst wieder klarkommen – das Jackenproblem war also größer als vielleicht vermutet. Tasche dabei, Schuhe an und mit einem guten Gefühl verlasse ich das Haus – ohne irgendetwas überzuwerfen, Altweibersommer sei Dank.

Ich komme nicht umhin, wieder zu schwärmen. Vom großartigen Sommer, der seinem Namen dieses Jahr endlich gerecht wird. Von den Temperaturen, die beinahe immer die 30 Grad Grenze überschritten haben oder den lauen Sommernächten, die nur mit einem Ventilator auszuhalten sind. Ich bin verliebt, ich gebe es zu. Lange dachte ich, dass der Sommer und ich in einer erzwungenen Fernbeziehung unser Dasein fristen müssten – doch dieses Jahr wurde ich nicht enttäuscht. Ein Grund mehr den September schon jetzt mit offenen Armen zu empfangen und – zumindest was das Wetter betrifft – All-in zu setzen. Denn, ich bin noch nicht bereit für dicke Pullover, schicke Regenschirme und geschmeidige Chelseaboots. Ich will leichtes Leinen, sommerliche Espadrilles, helle Farben und einen dunklen Kontrast auf den Lippen. Ich will über 20 Grad und keinen Mantel tragen müssen. Ich will ohne zu frieren beobachten können, wie der Blätterwald sein Kleid in aller Ruhe und Gemütlichkeit wechselt – und nur im tiefen Dunkel der Nacht gezwungen sein, den fruchtigen Sommerspritzer gegen einen herbstlichen Kakao mit Marshmallows tauschen zu müssen. Ich will nicht von heute auf morgen meinen gesamten Kleiderschrank umräumen müssen. Du hörst richtig Frau Holle: Ich will, dass du dir Zeit lässt und deine Arbeit richtig machst. Die genauen Konditionen können wir später noch besprechen.

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