{ICONS} Indian Summer am Wörthersee

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Stirnrunzelnd blicke ich aus dem Fenster. Der Himmel ist bedeckt, eine einheitliche weiß-graue Wolkendecke erstreckt sich über mir und lässt nicht den kleinsten Sonnenstrahl hindurch. Ich seufze und blicke nochmal auf das Handy in meiner Hand. Die Wettervorhersage der nächsten drei Tage unterstreicht den Anblick nur nochmal: Bewölkt, mit etwas Glück vielleicht 15 oder auch 20 Grad Celsius. Prüfend öffne ich noch mit einem letzten Hoffnungsschimmer die Balkontür und trete in meinem dünnen Shirt und der Jeans auf den Balkon. Im selben Moment erschaudere ich. Vielleicht doch noch eine zusätzliche Jacke einpacken, sage ich genervt zu mir selbst und schlüpfe in den flauschigsten Cardigan den ich finden kann. Keine fünf Minuten später stehe ich vollbepackt neben Nina, Mirela und Viki – unser erstes ICONS Projekt zusammen mit dem Wörthersee-Tourismus steht an, mit dem glorreichen Titel „Indian Summer am Wörthersee“. Und ich schlinge den warmen Cardigan nur fester um mich, als wir alle ins Auto steigen.

Die Fahrt nach Pörtschach, wo sich unser Hotel befindet, dauert „Drei Stunden und 10 Minuten“ laut Viki und wie ich feststelle auch Google Maps – keine 5 Minuten zusammen im Auto wird mir jedoch klar, dass diese 3 Stunden sich am Ende wahrscheinlich höchstens wie 1 anfühlen werden. Eines von vielen Diskussionsthemen: Das Wetter. Was macht man mit Indian Summer, wenn der Wettergott sich für gefühlte Minusgrade und Wolkendecke entschieden hat? Viki ist optimistisch („In Kärnten scheint immer die Sonne!“), Mirela siehts positiv („Wir regeln das schon!“), Nina bleibt pragmatisch („Und sonst ändern wir das Programm einfach!“) und ich komme wieder nicht umhin, „was wäre wenn“ zu spielen und allerhand Szenarien zu inszenieren. Und dann, dann fahren wir durch den letzten Tunnel auf unserer Route und die Sonnestrahlen brechen plötzlich durch jede einzelne Wolke am Himmel.

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Die Wahrheit ist: Wir wurden von besagtem Wettergott am Ende nicht nur mit offenen Armen empfangen, sondern regelrecht auch noch geküsst. Das Wörthersee-Wetter-Glück, dem wir sehr dankbar waren – haben wir uns am Ende doch vor allem darauf konzentrieren wollen, den See und die Region drumherum richtig zu erleben. Ihr wisst, es war nicht mein erstes Mal am Wörthersee. Aber zugegeben, ganz so ereignisreich und – um ehrlich zu sein – sportlich waren meine Besuche bisher nicht. Generell bin ich was Touristen-Programme angeht eigentlich immer der klassische Typ, selten probiere ich neue Dinge und andere Sachen aus. Ich buche eigentlich keine Touren, keine gemeinsamen Programme, keine fertigen Führungen. Und dennoch muss ich im Nachhinein gestehen: Ich würde es genauso wieder machen. Auch wenn sich der Muskelkater ziemlich fix gemeldet hat, nichts macht so viel Freude, wie die eigene Comfort-Zone zu verlassen.

Part One: Stand Up Paddeln auf dem Wörthersee

Da stehe ich nun. Neben einem Brett, das ungefähr 2,5-mal so groß ist wie ich. Und einem Paddel in der Hand. Es mag gemütlich und vor allem relaxend aussehen – immerhin gibt es auch Menschen, die auf den Brettern ihre Yogaübungen machen. Aber Stand Up Paddeln ist ein Sport, der vor allem beim ersten Versuch dezent anstrengend sein kann. Es ist aber auch ein Sport, der sehr witzig ist (vor allem mit Hund, beinahe Zusammenstoßen und dem Versuch, nebeneinander für ein Foto zu posieren – ich hab aus Prinzip auf jedem Bild den Rücken zur Kamera) und sehr beruhigend wirken kann. Dennoch sollte es nicht unterschätzt werden – in Bewegung wird dabei eigentlich der ganze Körper trainiert. Und, obwohl es nach wenigen Minuten schon möglich war, auf dem Brett zu stehen und die Balance zu halten, hab ich übrigens am Ende die sitzende Variante bevorzugt. Ihr kennt das.

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Part two: Kärntner Most-Tour in St. Egyden

Ich mag Most. Ich mag den Wald. Und ich mag gute Gesellschaft. Grundsätzlich sind wir alle von ICONS aus dem trinkkräftigen Alter entwachsen. Nina und ich mussten es schon auf die harte Tour bei zwei unserer Meetings lernen, dass unser Körper einen Hangover einfach nicht mehr ganz so gut regelt wie früher (man lernt trotzdem nie aus). Nichtsdestotrotz, ein Schlückchen in Ehren kann niemand verwehren. Und so standen wir am Mittwoch zwischen jeder Menge begeisterter Wörtherseetouristen, die mit Regenjacken, Bergschuhen und was ein normaler Mensch sonst noch so zu einer Wanderung einpackt ausgestattet waren (in unserem Fall waren es stattdessen die Kamera, die Hunde und das passende Outfit zum Wald), um die Most-Tour in St.Egyden in Angriff zu nehmen. Die 40-Minütige Tour führte uns bis zu einem kleinen Wasserfall, wo wir uns sogar im Gästebuch verewigt haben – ein denkwürdiger Moment. Anschließend konnten wir im Familienbetrieb Lauritsch einen genaueren Blick auf die Mostherstellung und ins kleine (Schnaps-)Glas werfen.

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Part Three: Schloss Rosegg Führung & Tierpark Rosegg

Der alte Holzboden unter den Füßen knarrt, in der Luft liegt ein gewisser Charme und generell hat man das Gefühl, in die Zeit zurückversetzt worden zu sein. Ich geb’s zu – ganz so sportlich war die Führung im Schloss Rosegg durch den Schlossherrn nicht, aber dafür umso aufregender für mein Historikerherz und meine alte, adelige Seele. Seit jeher bin ich begeistert von alten Gebäuden & ihrer Geschichte, ich bete inständig, das Zeitreisen noch dann erfunden wird, wenn ich es erleben darf. Und auch das Schloss Rosegg hat mich mit seinem ganz eigenen Charme eingefangen. Ein Mauerwerk voller Geschichte und heute ein Museum mit Liebe zum Detail und direkt angrenzend an den Tierpark Rosegg, der von der Familie Liechtenstein betrieben, gehegt und gepflegt wird. Hand auf’s Herz: Ich war als Kind immer enttäuscht vom Wildpark in Vorarlberg, aber nachdem ich die Tiere in diesem Park hautnah erleben durfte, muss ich auf dem in Feldkirch nochmal eine Chance geben. Der Park sollte übrigens an der Größe nicht unterschätzt werden – wieder sportlich unterwegs!

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Part Four: Yoga direkt am Wörthersee

Der See liegt direkt vor uns. Die Stille und die Ruhe ist beinahe zu greifen. Tief einatmen. Das letzte Out-of-the-comfort-Zone Erlebnis hat eigentlich sehr viel damit zu tun, die eigene Wohlfühlzone zu finden und war mir bisher (achtung, jetzt kommt’s) nur durch die Wii bekannt: Yoga. Am frühen Morgen, noch vor dem Frühstück – mit Milkyway direkt am Wörthersee. Ich weiß auf alle Fälle, dass ich es weiterhin mit Yoga probieren will. Und ich hab auch gelernt, wie ungelenkig und alt ich geworden bin. Und das ich mich eindeutig noch einen Tick mehr konzentrieren muss, wenn ich meine Links-Rechts-Schwäche überspielen will („Und den linken Arm Richtung Himmel strecken. Links. Links, Denise“).

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3 Comments

  • 2 Jahren ago

    Tolle Impressionen.

  • 2 Jahren ago

    Wow. Wirklich schöne Bilder. Am meisten begeistern mich die Bilder vom Yoga direkt am Wasser.
    Das muss wirklich unglaublich schön gewesen sein.

    Liebe Grüße
    Hannah :)

  • 2 Jahren ago

    oh wie schön *_* darauf hätte ich definitv auch lust gehabt. und yoga direkt am see ist ja auch total idyllisch

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