Du bist Bloggerin, das ist doch keine Arbeit

Ich hasse Vorurteile und Schubladendenken. Schon immer eigentlich. Als (kleines, zierliches und blondes) Mädchen, wurde mir beispielsweise immer sehr viel (vor allem körperliche) Arbeit abgenommen – das dieses Helfersyndrom erst dadurch entstand, weil mein Gegenüber automatisch davon ausgegangen ist, dass ich es nicht allein oder selbst kann, hat dazu geführt, dass ich mir heute immer noch etwas schwer damit tue, Hilfe anzunehmen. Mit der Pubertät kam dann meine nicht ganz so kleine Oberweite und obwohl ich weiter nur ganz normale Tanktops getragen habe, wurde mir erklärt, dass ich mit meinem riesigen Ausschnitt doch einfach nur alle Blicke auf mich ziehen will (von meist älteren Mädels übrigens, thank you for that). Fortan hab ich nach und nach immer mehr auf weite Oberteile zurückgegriffen und nie wieder BHs mit Push-up getragen.

Glücklicherweise habe ich bei diesen Sachen aber mit dem Alter auch wieder meine „Fuck It“-Attitüde zurückerlangt (und dennoch überleg ich immer wieder mal noch zweimal, ob ich nicht zu viel Dekolleté zeige). Das sind beides klassische Beispiele, mit denen vermutlich jeder schon mal irgendwie konfrontiert wurde und es gibt ganz sicher auch weitaus schlimmere Vorurteile und viel hiervon hat auch mit dem Erste-Welt-Denken-und-Leben zu tun, vor allem aber auch das dritte Beispiel, das mich aber in den letzten Monaten viel mehr betroffen und beschäftigt hat.

„Du bist klein,
du hast doch keine Kraft.“

Es sieht nach außen hin großartig aus, wenn ich auf Reisen oder Events gehen darf und das als meine Arbeit bezeichne und ich würde die tollen Möglichkeiten nie nie nie missen wollen, die ich durch das Blogger-Dasein bekomme. Aber ich hab mir auch den A*sch dafür aufgerissen, mein Hobby zum Beruf zu machen und es ist nach wie vor sehr viel Arbeit. Natürlich gibt es wie in jeder Berufssparte auch hier schwarze Schafe: Jene, die für die negative Behaftung des Wortes Influencer verantwortlich sind, weil sie ihre Seele für jeden Cent verkaufen und dem Follower genau das geben, was er sehen und hören will, mit möglichst wenig Aufwand – die ärgern mich selbst vermutlich noch viel mehr wie Außenstehende, aber das können weder Du noch Ich ändern.

Ganz ehrlich: Ich hab keine Ahnung wie viele Stunden ich im Monat arbeite oder in der Woche, weil die Grenzen bei meinem Job auch sehr leicht mit meinem Privatleben verschwimmen. Meine Standardantwort ist, dass es vermutlich so um die 60-70 Stunden pro Woche sind, an denen ich arbeite (also nicht nur Blogbeiträge schreiben, sondern alles alles). Manchmal ist es mehr, manchmal ist es weniger – genauso wie in anderen Berufsfeldern, gibt es auch bei mir Highs & Lows in puncto Workload. Der Juli in diesem Jahr war ein absolutes High und im Nachhinein betrachtet eigentlich ganz schlimm. Alles in allem war ich 10 Tage in Wien, an denen ich aber genauso arbeiten musste. Ich stand gegen Ende kurz vor einem Heulkrampf, weil mich meine Kräfte langsam echt verlassen haben und genau dann durfte ich mir den liebsten aller ver- und vorurteilenden Sätze anhören: „Das ist doch keine Arbeit, was du da machst“.

„Du trägst kurze Kleidung,
du willst doch nur Aufmerksamkeit.“

Ich hab mal überschlagen, wie viel (ganze) freie Tage ich im Juli 2018 hatte. Die Wahrheit? Null. Ich habe jeden verdammten Tag gearbeitet. Wenn ich die Stunden, an denen ich mir zwischendurch mal mit meiner Familie und meinen Freunden etwas ‚Quality Time‘ gegönnt habe, zusammenzähle (wir sprechen hier von einem Abendessen oder After-Work-Drink), dann komme ich dabei auf ca. zwei ganze Tage. Und wenn wir jetzt dann noch die ganz banale Milchmädchenrechnung machen und davon ausgehen, dass ich im Schnitt sechs Stunden pro Nacht geschlafen habe (und die grausame Wahrheit ist, dass es meistens weniger waren) und 2-3 Stunden pro Tag für Paul und den Haushalt verwendet habe und ich dann aber noch abrunde, dann kommen wir auf rund 400 Stunden, an denen ich in diesem Monat gearbeitet habe. Und nicht jede Stunde davon war genau genommen bezahlt.

Mir läuft gerade selbst ein Schauer über den Rücken und am liebsten würde ich mein Vergangenheits-Ich schütteln und fragen, wer mir bitte ins Gehirn geschissen hat, aber dafür ist es jetzt sowieso viel zu spät. Keine Frage: Der Juli war ein absolut grenzwertiger Arbeitsmonat und dieser Monat ist nicht die Regel, vollkommen die Ausnahme und ich war gegen Schluss auch wirklich am Ende mit meinen Kräften und hätte am liebsten einem kleinen Nervenzusammenbruch nachgegeben (hab ich eventuell zwischendurch auch schon). Aber das Ding ist: Auch das ist die Realität von dem Ganzen. Die sogenannte Schattenseite, des glamourösen und idiotensicheren Jobs des Bloggers. Und jetzt stellt euch mal vor, ihr seid eh schon gefühlt am Ende und aber auch irgendwie stolz, dass ihr diesen irren Plan wirklich vollbracht habt und da kommt jemand und sagt: Dein Job besteht doch eh hauptsächlich aus Freizeit. Du warst nur ein bisschen Wandern und hast in wunderschönen Hotels geschlafen.

Ja, es stimmt: Ich war wandern und habe in tollen Hotels geschlafen. Das Eine hatte sogar einen wunderschönen Pool dabei und das Wetter war mit fast 30 Grad geradezu prädestiniert dazu, ins kühle Nass zu springen. Seht ihr die Ironie am Bildschirm runtertriefen? In der Theorie ist das eine Tatsache. Die Praxis sah aber eben so aus, dass ich nicht mal den kleinen Zehen hineinhalten konnte (und der ist wirklich klein). Stattdessen saß ich direkt nach dem kurzen Abendessen wieder im Zimmer und habe die Fotos der letzten Tage gesichtet, aussortiert und bearbeitet, habe Blogbeiträge weitergeschrieben, Emails beantwortet, zwischendurch meine Social Media Kanäle bespielt und den nächsten Tag geplant, bevor ich tot ins Bett gefallen bin. In der Schweiz habe ich zum ersten Mal meine körperlichen Grenzen ausgetestet und zwischen den Programmpunkten aber nicht geschlafen, sondern schnellstmöglich geduscht, mich fertig gemacht und bin dann wieder an den Laptop. Auf 2700m Höhe bin ich nach dem ersten Trocknen wie ein Vollpfosten mit dem Handy am Fenster gestanden, wo der Empfang am besten war, damit ich meine Stories hochladen und mein Foto posten konnte. Als es dann wirklich zu viel wurde (generell zu stehen), habe ich Fotos bearbeitet. Damit meine „Freizeit“ gut genutzt war und ich mir selbst etwas Puffer am nächsten Tag verschaffen konnte. Am „freien“ Tag mit meiner Mama in Hamburg hatte ich fast non-stop mein Handy in der Hand, weil ich Emails beantworten musste und Postings vorbereitet habe (glücklicherweise ist meine Mama großartig und straft mich deswegen nicht mit dem Mama-Blick, weil sie weiß, dass es der Job ist und nicht die Tinder-App, die mich gerade beschäftigt).

„Du bist Bloggerin,
das ist doch keine Arbeit.“

Auf jeder Wanderung, die beruflicher Natur war, wurde Equipment mitgenommen. Und egal ob es 30 Grad und Sonnenschein oder nur 15 und Regen hatte, es wurde trotzdem geshootet. Es gibt bei sowas keinen spontanen Wellness-Tag, weil das Wetter nicht mitspielt – dann wird eben versucht, das Programm so umzustellen, dass es auch bei Regen möglich ist. Und meistens ist es nicht nur ein Programmpunkt pro Tag, sondern 2-3 mit kaum Zeit dazwischen – logisch, immerhin möchte ich meinen Lesern mehr erzählen, zeigen und vorstellen können.

Im Grunde genommen ist aus dieser Kolumne jetzt ein bisschen ein ganz großer Jammerbeitrag geworden und damit aber auch das gesagt wurde: Es gibt ebenso ganz viele Menschen (vor allem regelmäßige Leser, Freunde, Familie – dickes Bussi an euch alle), die wissen, dass Blogger sein mehr ist, als nur ein Foto zu posten und nett auszuschauen. Aber es gibt eben auch immer noch jene, die das Gegenteil behaupten. Die es mir persönlich schwer machen, auf mich stolz zu sein, weil ich harte Arbeit geleistet habe. Die der Grund sind, weshalb ich auf die Frage meines Berufs immer mit einem komischen Gefühl antworte und dafür sorgen, dass ich immer schon eine Art Defensio für mich und diesen Berufsstand in Petto habe.

Im Endeffekt kann ich mich auch nur wiederholen: Es macht sehr viel Spaß, ich liebe meine Arbeit und erlebe dadurch echt aufregende und spannende Sachen und der Extremfall Juli wird sicher nicht mehr so schnell vorkommen; wäre mir das vorher richtig bewusst gewesen, hätte ich definitiv etwas abgesagt und somit wäre das Ganze viel leichter machbar gewesen. Nichtsdestotrotz: Ich habe keinen klassischen 40-Stunden-Job. Ich bin selbstständig. Ja, dadurch kann ich es mir mal rausnehmen, einen Werktag „blau“ zu machen – dann muss ich dafür aber am Wochenende wieder alles einarbeiten oder generell einfach abends länger am Laptop sitzen. Mein Job endet nicht, wenn ich das Büro verlasse. Wenn ich mich für eine (berufliche) Reise entscheide, dann kommt der Laptop immer mit und im Zug/Bus/Flugzeug wird gearbeitet, genauso wie abends und/oder morgens am Zimmer. Die Awareness kommt langsam, ja – darüber, dass auch Blogger ein richtiger Beruf und mit Arbeit verbunden ist. Dass es Zeit, Mühe und Nerven kostet und wie jede selbstständige Arbeit eine klassische 40h Woche locker überschreitet. Aber trotzdem wird es sicher noch eine ganze Weile dauern, bis das Belächeln dieser Arbeit (fast) ganz stoppt, bis die Erklärungen und Argumente, was die Arbeit an Geld wert ist und was sie auch an Stress bedeutet, nicht mehr nötig sind und solange wird es vermutlich auch dauern, bis sich mein theoretischer Stolz in der Praxis umsetzen lässt.

Und jetzt? Habe ich mich genug aufgeregt. Und eventuell damit dem Einen oder der Anderen ein bisschen die Augen geöffnet. Jetzt ist der Juli  vorbei und ich geh erstmal zu meiner besten Freundin Spritzer trinken, lasse nochmal sacken, dass ich einfach mal 400 Stunden meines Lebens in diesem Monat mit Arbeit zugetan habe und dann schlafe ich den gesamten August durch. Cheers.

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10 Comments

  • 2 Wochen ago

    So ein toller Beitrag Denise! Ich bewundere deine Arbeit. 400 Stunden sind schon wirklich krass. Außerdem sprichst du mir aus der Seele. Ich bin zwar keine Bloggerin (außer in meiner Freizeit), habe aber eine mindestens genauso „chilligen Job“ – Lehrer. Immer Ferien, Arbeitszeiten von 8:00-12:00, in der auch nur gebastelt und ein bisschen 1×1 geübt wird (aber das kann ja jeder, deshalb ist die Vermittlung ja keine Arbeit). Selbst Freunde, die meinen 60-70-Stunden – Job mitbekommen, belächeln meine Arbeit :“Du hast es gut, du hast wieder Ferien.“. Das ich oft Termine absagen, weil ich nach 18:00 noch im Büro sitze oder jeden Sonntag ab 10:00 (ja, die Freiheit nehme ich mir, erst so spät anzufangen), stößt auf Unverständnis. Und wenn ich in den Ferien daheim am Schreibtisch sitze, ist das natürlich Urlaub. Ich habe schon überlegt, mir ein Büro zu mieten, sodass ich dort wirklich hingehen kann und es mehr von daheim abgetrennt ist. Meine Ansätze von „Ich geh jetzt ins Büro“ oder „Ich bin noch bis 21 Uhr im Büro“ zeigen aber Wirkung. Das Wort „Büro“ scheint irgendwie Arbeit zu vermitteln.

    Ich wünsche Dir, dass du nun im August Zeit findest und dich erholen kannst!

  • Kerstin
    2 Wochen ago

    Ganz ehrlich?
    Ich kann die Vorurteile verstehen…
    Ich mein, ich seh selbst oft, wieviel Arbeit man teilweise leistet und wie wenig davon nach außen hin zu sehen ist.

    Ich möchte dir ein Beispiel geben:
    Du hast im Juli 3 Blogbeiträge veröffentlicht. Im Juni waren es 2.

    Klar, Instagram ist bestimmt auch viel Arbeit, aber das meiste wirkt oft einfach so dahin gesagt und nicht großartig vorbereitet. Deshalb kann man das als Leser kaum wertschätzen.

    Was halt niemand sieht, ist, wieviel Zeit du mit deiner Buchhaltung, Administration, Statistiken checken, etc. verbringst. Auch das Bearbeiten der Bilder ist vermutlich mehr Aufwand als man glauben möchte.

    Aber nochmal ganz ehrlich: mir als Leser ist das auch recht egal. Ich will deine Inhalte lesen und deine Bilder sehen. Ob die nun einen Retro-Touch, Aufhellung und Retousche haben, juckt mich nicht.

    Die Zeiten waren halt bestimmt auch noch einfacher, als nicht 80% der Beiträge Kooperationen waren, für die man 3 Tage auf den Berg oder ins Wellness-Hotel fahren „muss“, sondern einfach seinen Cafe Latte, seine Bücher oder Outfit of the Day fotografiert hat (ohne direkt dafür bezahlt zu werden).
    Leider sind die Zeiten vorbei, als Bloggen noch ein Hobby war und die Leute nicht davon leben mussten. Meiner Meinung hatte der Content damals auch noch mehr Mehrwert.

    Mittlerweile muss halt jeder davon leben und dann kann man es sich eben nicht leisten, pro Monat nur eine Kooperation anzunehmen.
    Meiner Meinung nach ist die Qualität der Beitrage in der gesamten Szene damit stark gesunken. Zwar werden die Bilder immer beeindruckender, schöner und aufwendiger bearbeitet (der „Kunde“ aka. Kooperationspartner will es ja so), die Reiseziele exotischer und die vorgestellten Produkte teurer, aber der Inhalt erinnert oft nur mehr an Werbetexte.

    Ich vermisse die gute alte Zeit, als die Blogger noch „Mädchen von nebenan“ waren, mit denen man so vieles gemeinsam hatte. Mädchen, die vielleicht 2mal pro Jahr in den wohlverdienten Urlaub fahren und nicht jedes 2. Wochenende von einem anderen geilen Ort berichten und ihre Leser vor Neid erblassen lassen.

    Ich kann deinen Frust total nachvollziehen und kann mir vorstellen, wieviel Arbeit so ein Social-Media-Kanal ist, aber ich kann auch die Leute verstehen, die das nicht tun.

    Mir z.B. sind solche Beiträge, wo du dich einfach auskotzt und deine Gedanken niederschreibst 1000mal lieber als irgendwelche Hotel-Vorstellungen, in die ich sowieso nie komme. Leider bezahlt einen halt niemand für solch private Beiträge…

    • 2 Wochen ago

      Danke für deine Rückmeldung und pardon, wenn das jetzt etwas länger wird, ich bin ein wenig verwirrt aber deiner Aussagen: Auf der einen Seite verstehst du mich weil du selbst mitbekommst, dass man nie immer alles sieht, was man an Arbeit hat, auf der anderen Seite verstehst du aber die Vorurteile (die ich an sich ja auch verstehen kann, aber ich einfach furchtbar finde und deswegen darüber geschrieben habe) und mit den darauffolgenden Beispielen klingt es dann aber wieder so, dass du genau zu denen gehört, die das Individuum hinter einem Blog nicht sehen (wollen) und widersprichst dir irgendwie damit.

      Ich versuch aber mal den einzelnen Punkten auf den Grund zu gehen:
      Ich weiß nicht, wie lange du meinem Blog schon folgst, aber wenn es schon länger ist, dann solltest du wissen, dass ich sehr sehr viel Wert auf den Text lege und mich nie zum Texten zwinge – das ist der Grund, wieso im Juni und Juli „nur“ 5 Beiträge online gegangen sind. Im Juni hatte ich ne generelle Schreibblockade und im Juli ja, da fehlte mir einfach die Zeit und die Nerven, mich zwischendurch auch nochmal hinzusetzen und in Ruhe zu schreiben und ich kann nicht unter „Druck“ schreiben – ist einfach so, solche Zeiten gab es vorher schon mal und wird es wieder geben. Es gibt sicher vereinzelt Menschen, die denken, dass diese 5 Beiträge meine gesamte Arbeit sind, aber die denken vermutlich auch, dass Kühe wirklich lila sind (oder was es sonst noch an absurden Gedanken gibt) und genau denen habe ich mit dem Beitrag jetzt vlt die Augen geöffnet.

      Ich hab nirgends erwähnt, dass die meiste Zeit für mein IG draufging – ja klar, die Produktion (gerade wenn es nicht nur Schnappschüsse sein sollen) nimmt auch Zeit in Anspruch und da eine Kooperation im Juli rein IG betroffen hat, hat auch das mehr gebraucht, aber generell hat IG für mich nicht diesen Stellenwert. Wenn ich von Bildproduktion und Bearbeitung spreche, betrifft es meist den Blog oder eine andere Arbeit. Ich bin selbstständig, aber das nicht nur als Blogger (wenn auch zum größten Teil). Was ich extrem schade an deiner Aussage finde: Du erwähnst selbst einen (minimalen) Teil meiner Arbeit und im nächsten Satz erklärst du mir, dass du aber drauf scheißt, weil du eigentlich nur „konsumieren“ willst. Ich finds toll, dass du (solche) Texte gern von mir liest – aber du vergisst: Ich bin kein Magazin, kein Fließband und meine Texte sind (zu 98%) alle persönlicher Natur (teilweise kann mir gar nicht so viel durch den Kopf gehen oder passieren, dass ich täglich einen Beitrag rausschmeißen könnte). Nur weil man den Beruf Blogger gewählt hat, ist man noch lange nicht verpflichtet sich mit einem Journalist oder Magazin gleichzustellen und Content en masse zu liefern. Dazu kommt: Ich kann nicht nur schreiben, sonst wäre ich vermutlich Journalist geworden. Ich mag (und brauche) die Abwechslung, deswegen habe ich mich für diesen Job entschieden.

      Und jetzt bin auch ich nochmal ganz ehrlich: Du gehörst zu der klassischen (etwas egoistisch angehauchten) Leserschaft, die eben alle Blogger/Instagramer/Youtuber in eine Schublade steckt und immer nur will will will und sowieso alles durchschaut hat (no offense, aber so wirken deine Worte grad auf mich). Du nennst irgendeine beliebige Zahl bezüglich Kooperationen (boy, wenn 80% meiner Beiträge Kooperationen wären, müsste ich wrsl gar keine Jobs mehr annehmen, weil dann würde ich im Geld schwimmen) und suggerierst dann nicht nur, dass ich in (Luxus)Hotels absteige, die sich ein Ottonormalverbraucher nicht leisten kann (zeig mir die Hotels bitte) und alle möglichen Kooperationen annehme, die nicht zu meinen Lesern passt, sondern auch, dass der Wert meines Contents nachgelassen hat. Letzteres ist natürlich immer subjektiv – ich seh das genau andersrum, seit ich auch als Blogger arbeite, finde ich meine Texte und meinen Content viel besser (und ich hau jetzt mal „frech“ raus, dass die Anzahl an Lesern – wiederkommend und neu – sowie die Nachrichten, die ich bekomme, mir recht gibt), aber wie gesagt, das ist Geschmacksache. Die ersten Aussagen sind aber einfach mal nicht wahr, wo ich mich dann wieder frage, ob du meine Blogbeiträge auch liest bzw. meine Postings richtig anschaust und wenn nein (wovon ich grad ausgeh), warum du dir dann rausnimmst, dir ein (Vor)Urteil zu fällen und mich zusammen mit allen schwarzen Schafen in eine Schublade steckst (darum geht es nämlich in dem Beitrag in erster Linie).

      Wie gesagt: Ja es gibt genau diese Fälle, wie du es erwähnst und ja auch ich finde es zach, dass jeder inzwischen Influencer sein will und damit sein Geld verdienen will (aber auch das sind oft die Menschen, die meinen, mit einem hübschen Lächeln und nem Foto ist es getan) und die Leute teilweise abheben und es nichts mehr mit der Person zu tun hat, die sie sind usw. Aber es ist noch lange kein Grund, alle über einen Haufen zu schmeißen und über Dinge zu urteilen, über die man einfach nicht (besser) Bescheid weiß, es gibt nämlich sehr viele, bei denen das eben nicht der Fall ist. Darum gehts. (insert Obama Out Gif :P)

  • 2 Wochen ago

    Bloggen IST anstregend, zumindest wenn man es auch ernst nimmt und richtig macht. Ich blogge jetzt schon seit 15 Jahren, schreibe mitlerweile auch für andere Webseiten und lasse meine eigene eher „links liegen“ weil die Zeit oft nicht genug ist.. Ich hoffe der August ist nicht mehr so voll für dich!

    LG, Rosie //The Cheeky Mom

  • Susanne
    2 Wochen ago

    Also ich kann schon verstehen, dass Bloggen anstrengend ist – schließlich ist es nichts anderes als ein eigenes kleines Unternehmen, welches man eben am Leben erhalten muss. Allerdings muss ich auch sagen, dass das mit dem Content ein Stück weit stimmt.

    Ich folge deinem Blog seit ca. 2 Jahren und ich mag ihn immer noch sehr gerne, besonders weil ich gespannt auf dein Buch warte :) – allerdings bin ich auf IG kein Follower mehr. Bei mir kam die Entscheidung deswegen zustande, weil ich das Gefühl hatte, das tagtäglich dieselben Bilder kommen. Sie sind zwar schön und nett anzusehen, aber sie sind für mich fernab der Realität. Somit vermittelt man als Blogger irgendwie selbst ein bisschen dieses Bild, dass es „immer toll und lustig“ ist (Es postet halt niemand sein ungeschminktes und müdes Gesicht nach sechs Stunden Buchhaltung). Du sagst selbst, dass es in der Theorie anders aussieht, als in der Realität. Blogger sind zurzeit sehr auf dieser „alles muss perfekt aussehen auf dem Bild“-Schiene, doch das Leben der „normalen“ Follower ist eben nicht perfekt und eher langweilig bzw normal. Und wenn du „nur“ deinen Alltag postest und keine super Reise oder kein gestelltes Foto, dann ist das völlig okay. Da ich an deinen Inhalten interessiert bin. Mir ist schon klar, dass das viele eben nicht so sehen bzw. dass es auf eine ausgewogene Mischung ankommt und auch aufs Geld. Sicher ist aufregender Content schön anzusehen, aber dieses „ausschlachten“ eines Ausflugs bzw. einer Reise oder eines Produkts kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich persönlich (und ich rede jetzt nur von mir) kann mich dann nicht mehr mit diesen Inhalten identifizieren. Ich interessiere mich für deine Worte und freue mich umso mehr, wenn dann solche Beiträge kommen. Aber das ist eben Geschmackssache, es gibt dutzende Menschen die genau das sehen möchten, dass kannst du an deinem Erfolg ablesen. Auf den du zurecht stolz sein darfst!

    Es würde mich dennoch wirklich interessieren, ob du dabei immer Spaß hast (überhaupt nicht böse gemeint, sondern ich frage aus Interesse, weil ich beruflich auch mit Social Media zutun habe, nicht als Bloggerin gsd, denn mir wäre die Arbeit viel zu stressig) – aber wie du sagst, man fährt da nicht hin und macht mal eben ein Foto, sondern mann muss es bearbeiten und Content dazu planen und immer alles mitschleppen. Das ist Arbeit und eigentlich keine Spaß Reise, geschweigedenn Urlaub. Sieht halt leider – oder nicht leider, das ist jetzt die Frage – auf den Fotos nur nicht so aus. Aber da liegt auch die Krux: Du machst das, weil es Arbeit is. Der Outcome ist daher Werbung, was auf der Hand liegt, da du ja auch davon leben musst. Auch wenn es Kooperationen sind, die dir am Herz liegen. Ich denke, man kann es nie allen Recht machen. Ist doch auch egal – schließlich zwingt man ja niemanden seine Inhalte auf. Sofern ich noch selbst entscheiden kann was ich sehen möchte bzw. welche Kanäle ich für mich nutzen möchte ist es für mich okay.

    Sorry, ich bin etwas abgewichen. Eigentlich wollte ich nur sagen: Ja, Blogger sind (echte) Arbeitstiere! Und nicht alle sind so wie du, sondern viele machen es nur wegen dem Geld oder sonst was, aber das solltest du dir nicht so zu Herzen nehmen! Solange deine Community dich kennt, und du weißt dass du gute Arbeit machst, sind die Anderen doch mehr oder weniger egal :) (das Bewusstsein für die Berufsgruppe wird sich bestimmt nach und nach ändern). Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man sich selbst treu bleibt und darauf achtet, dass man sich selbst und seine wahren Werte (auch beim Content) nicht aus den Augen verliert.
    Und, dass man das macht, was einen glücklich macht! Wenn du das machst, dann kann es nur richtig sein :)

    Ich hoffe, dass du mir meinen Kommentar nicht übel nimmst, denn ich finde, dass du super schreiben kannst und wie gesagt, ich folge dir wirklich gerne. Beim Thema Blogger bin ich selbst einfach oft im Zwiespalt, weil ich vieles gut, aber auch einiges nicht so gut finde (allgemein).
    So, nun wünsche ich dir einen erholsamen August :-) Glg

    • 2 Wochen ago

      Oh so lange schon – das ist aber schön!! :D
      Das mit IG versteh ich und ich find das auch voll ok, wenn man nicht auf allen Kanälen dabei ist (vor allem ist IG eben für mich „Nebensache“ und nicht das Hauptmedium). Lustigerweise empfinde ich den „Trend“ grad andersrum: Alle wollen unbedingt real und authentisch sein und nicht mehr so „perfekt“ (und das auf eine für mich übertriebene Variante, aber da schweif ich jetzt ab). Aber ja meine Fotos waren da früher sicher anders, sind zwar immer noch hauptsächlich Schnappschüsse mit dem Handy und wenn du mich fragst auch sicher nicht perfekt :D (wenn du mein abgekämpftes Gesicht nach 3 Stunden wandern oder BuHa sehen willst, das gibts normal in den Insta Stories ^^), aber klar acht ich auch bissi auf die Bildsprache und obs zusammen passt und mach eher ein Selfie, wenn die Augenringe abgedeckt sind. :)

      Deine Frage ist vollkommen berechtigt und grundsätzlich gilt dabei schon ja, es macht mir Spaß (sonst würde ich es auch nicht mehr machen bzw die Reise gar nicht erst antreten) und mich stört es deswegen auch nicht, dass es eben kein Urlaub, sondern Arbeit ist mit allem drum und dran – viele denken aber eben, dass es wie ein Urlaub ist, nur dass man halt noch 1-2 Instagrambilder macht (und den Rest des Tages chillt man am Pool oder im SPA) und das nervt dann, wenn man sich erklären muss und einem „Faulheit“ hinterher gesagt wird (im weitesten Sinne). Im besten Fall schau ich natürlich, dass es eine Art Mischung ist (sprich zwar berufliche Reise, aber eben mit 1-2 Tagen, wo ich dann auch Freizeit hab) bzw. ich gehe eher selten bis gar nicht auf Reisen, die mit Programm zu vollgestopft sind. Hier war jetzt einfach das Problem, dass ich mir im Juli zu viel Arbeit aufgehalst habe und ich musste oft während den Reisen Arbeit für später erledigen und dann ist es natürlich zach und man ist müde und motiviert sich eher semi gut.

      Auf jeden Fall nehm ich dir nichts übel, ich mag den Diskurs ja sowieso am liebsten und genauso wenig wie ich mit allen in einen Topf geworfen werden will, mach das auch ich nicht (bzw versuch ich es :P).

      PS: Das Buch war unter anderem auch der Grund, wieso es auf dem Blog nicht ganz so viel Content gegeben hat, aber das ist wieder eine andere Geschichte :D

  • Kerstin
    2 Wochen ago

    Liebe Denise,
    Oh Mann, da ist etwas gehörig schief gegangen und es das tut mir sehr leid.
    Ich lese deinen Blog sehr gerne – ansonsten wäre ich nicht hier und hätte diesen Beitrag gelesen und wollte dich auf keinen Fall persönlich angreifen.
    Mit meinen Kommentare meine ich die gesamte „Szene“ und nichts davon sollte ein Angriff auf dich sein.
    (jetzt, wo ich meinen Text aber nochmal gelesen habe, sehe ich, dass es tatsächlich so klingt, als wäre er gegen dich gerichtet – das tut mir leid :( ).

    Und ja, nur weil ich dich verstehe, heißt das nicht, dass ich die Vorurteile nicht auch verstehen kann. Ich wollte mit meinem Kommentar lediglich aufzeigen, woher solche Vorurteile und Meinungen kommen und wie sie entstehen können.

    Was jedoch stimmt, ist, dass ich nur „konsumieren“ will. Blogs und Instagram dienen für mich vor allem zur Information und Unterhaltung. Mir persönlich ist es einfach nicht wichtig, wie schön und mit wieviel Liebe ein Bild bearbeitet wurde. Anderen Lesern ist das vielleicht wichtig, und das ist OK so. Aber nur weil es mir nicht wichtig ist, heißt das noch lange nicht, dass ich den Aufwand und die Liebe dahinter nicht sehen und schätzen kann.

    Mit „Hotels, in die ich sowieso nie komme“, waren auch keine Luxus-Hotels gemeint. Es war eher so gemeint, dass es in Österreich einfach so viele Hotels gibt, dass die Wahrscheinlichkeit recht gering ist, dass eine bestimmte Hotel-Vorstellung für viele Leute relevant ist. Bei Kaffee-Marken, Lippenstiften und Lebensmittel ist das z. B. was anderes – da gibt es weniger Auswahl, man kauft die Dinge öfter, und die Kosten halten sich in Grenzen.

    Und eines ist natürlich auch klar: wie du erwähnst, leidet auch der Ruf der guten und extrem engagierten Blogger/Instagrammer/Influencer unter den vielen schwarzen Schafen, die einfach nur schnelles Geld machen wollen. Das ist aber in jeder Branche so.

    Wie gesagt, es tut mir irre leid, dass ich mich falsch ausgedrückt und dich mit meinem Kommentar vermutlich ziemlich aufgeregt habe. Das war in keinster Weise so gemeint, kaum ein Kommentar war an dich persönlich gerichtet und ich wollte nur die Seite der Nörgler aufzeigen, weil ich teilweise verstehen kann, wie so eine Meinung entsteht. Es soll ja tatsächlich Menschen geben, die Meinungen verstehen können, auch wenn es nicht ihre eigene ist…

    • 2 Wochen ago

      Ich hätte vielleicht noch ein, zwei Smileys hinzufügen sollen – ich bin eh nicht böse bzw hab mich iwie persönlich angegriffen gefühlt, ich war eben nur verwirrt ob der Aussagen und ich habs aber auf mich bezogen, weil der Beitrag ja um den Fall ging und nicht um die gesamte Blogospähre (wie gesagt, da gibts eben genug solche wie du sie aufgezählt hast). Und ja, ich versteh wie es zu der Meinung kommt, aber ich bin halt generell jmd, der es nicht leiden kann, wenn man sich wegen ein paar Menschen eine Meinung über alle bildet (wär ca dasselbe wie wenn ich sagen würde, alle Lehrer sind faul und machen jedes Jahr denselben Stoff, nur weil ich teilweise so Exemplare hatte – wie man aber bei nem anderen Kommentar sieht und auch generell weiß, ist das ja ned der Fall). Aber wie gesagt, no offense – ich habs anders verstanden, aber bin nicht böse oder so.

      PS: Witzigerweise seh ich das BSP mit den Hotels genau andersrum – ich kann die 1000 Lippenstifte nicht mehr sehen und les mir viel lieber Hotelreviews oder Reiseberichte durch – aber auch das ist wrsl Geschmack :D

  • Lena
    2 Wochen ago

    Ich bin durch einen anderen Blogger auf deinen Beitrag aufmerksam geworden, weil ich über ein ähnliches Thema geschrieben habe und sich unsere Texte gut treffen.
    Vielleicht hast du ja mal Lust vorbeizuschauen.

    Nun zu dem Text. Ich liebe deinen Schreibstil! Du probierst nichts schön zu reden und redest einfach von der Wahrheit! *perfekt* Denn so ist es einfach! Keiner gönnt einem irgendwas und es wird nur rumgenörgelt. Ich finde die Bilder von deinem Beitrag super und werde mir gleich mal den Rest anschauen.
    Ich hoffe nur, du kannst dich ein wenig erholen.
    Liebe Grüße Lena von http://allaboutlifeblog.de/

  • Christa
    2 Wochen ago

    Ich kann dich gut verstehen, mich ärgert es auch immer, wenn Leute, die keine Ahnung von meinem Job haben, meinen, sie wüssten, wie viel Arbeit dahinter steckt. Aber leider wird sich das nicht ändern, und ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass der Beruf des Bloggers ein sehr neuer ist. Ich selber bin Lehrerin und habe mittlerweile aufgehört, vorzurechnen wie viele Stunden ich pro Woche arbeite oder wie viele Wochenenden ich durchgearbeitet habe. Ich lache nur und sage „Hättest ja auch Lehrer werden können, wenn du meinst es ist so ein gemütlicher Job“. Kann ich dir nur empfehlen :-))

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