Dieses bescheuerte Herz

16. Februar 2018

„Das ist keine gute Idee.“
„Worte können viel anrichten, das weißt du.“
„Du verrennst dich da in was.“
„Das macht einfach keinen Sinn.“
„Pass auf dich auf, du lehnst dich weit aus dem Fenster raus.“

„Du trägst dein Herz auch eher auf der Zunge, oder?“ – steht dort, schwarz auf weiß. Ohne, dass ich damit gerechnet hätte und ich denke zum ersten Mal wirklich darüber nach. Bis vor Kurzem, dachte ich eigentlicht immer, mich nicht für eine Seite entscheiden zu können – Herz oder Kopf, Kopf oder Herz. Wen interessiert’s? Am Ende sagt mir der Kopf wie unvernünftig es eigentlich ist, dem Impuls, dem Gefühl und dem Herz nachzugeben – und dennoch, die Wahrheit ist: ich liebe es viel zu oft unvernünftig zu sein. Ich bin ein Herzmensch. Ich steh auf das Gefühl, das Herzklopfen, welches eigentlich keinen Sinn ergibt. Ich weiß ganz genau, dass ich mir mit dieser Einstellung die Finger verbrennen kann, vermutlich oder eher sicher mehr als nur einmal. Es ist in der Vergangenheit schon passiert und, um bei der Wahrheit zu bleiben, ich war gerade dabei es wieder zu tun. Und manchmal wünschte ich mir, ich würde weniger fühlen – aber ich bin eben doch eine Person, die in erster Linie von Emotionen geleitet wird und nur nebenbei an mögliche Konsequenzen denkt. Ich trage mein Herz auf der Zunge, sag direkt was ich denke und empfinde. Zumindest bis zu einem gewissen Grad. Leicht verbrannte Finger sind die eine Sache, ein verwundbares Herz die andere.

Vernunft wird vom Kopf gesteuert,
das Herz reagiert wie ein Impuls.

Die Sache ist im Endeffekt aber die: Ich finde es verdammt gut, dass ich so bin. Dadurch habe ich schon den einen oder anderen eigentlich unmöglichen Sprung gewagt, bin viel zu tief gefallen, aber auch immer wieder geflogen, habe mich voller Inbrunst für Menschen, Vorhaben und andere Dinge begeistert, mich verliebt und gestritten, euphorische Pläne geschmiedet und mit anderen mitgelitten. Mein Herz, das ist es was mich wirklich ausmacht – der Kopf gibt am Ende nur die Rahmenbedingungen.

Related Posts

1 Comment

  • 6 Tagen ago

    Da bin ich voll bei dir! Würde mich auch so beschreiben: lieber ehrlich zu mir sein und mir nur wenige Dinge verkneifen (vor allem im Job eben), aber dafür auch echte, emotionale Situationen erfahren ♥

Leave A Comment