Der richtige Nebenjob

Wenn du dich dafür entschieden hast, einen Job neben dem Studium in Angriff zu nehmen, solltest du dir in erster Linie darüber im Klaren sein, was du für eine Arbeit ausüben möchtest. Welchen Mehrwert soll es für dich bereithalten? Eine beliebte Tätigkeit während dem Studium ist es beispielsweise zu kellnern. Selten überschneiden sich die Arbeitszeiten mit den Kursen auf der Universität und generell lernt man jede Menge tolle (und leider auch nicht so tolle) Menschen dabei kennen. Oft verdient es sich zusammen mit dem Trinkgeld auch nicht so schlecht. Ich persönlich habe fast 3 Jahre lang nebenher bei einem schwedischen Moderiesen gearbeitet – hier war es in etwa dasselbe: Tolle Mitarbeiter, keine schlechte Bezahlung und passende Arbeitszeiten für das Studium. Irgendwann (und nach vielen Veränderungen in meinem Leben) habe ich mich dafür entschieden, einen Job zu suchen, der mir mehr für meine Zukunft bringt – mehr Praxis & mehr Erfahrung in dem Bereich, in dem ich mich grundsätzlich karrieretechnisch bewegen möchte. Ich musste meine Prioritäten ändern. Dennoch konnte ich bei jedem meiner bisherigen Berufserfahrungen feststellen – egal ob Teilzeit, geringfügige Beschäftigung, Freelancer oder befristete Aushilfe -, dass es immer 3 Schritte während dieser Phase gibt:

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Die Bewerbung
Jeder erstellt früher oder später ein Bewerbungsschreiben und einen Lebenslauf. Fast jeder greift dabei auf die standardisierten Vorlagen der Berufswelt zurück, woran an sich nichts auszusetzen ist – je nachdem welchen Job du dir erhoffst. Generell gilt immer: Umso attraktiver das Angebot, umso mehr Bewerber. Bei einem meiner Jobs habe ich beispielsweise im Nachhinein erfahren, dass innerhalb von 5 Stunden nachdem die Stellenanzeige online war über 100 Bewerbungen eingegangen waren. Wichtig ist es also unter diesen 100 Bewerbern aufzufallen – bestenfalls mit den eigenen Stärken & dem angelernten Know-How. Sympathiepunkte können im persönlichen Vorstellungsgespräch gewonnen werden, zu diesem musst du aber auch erstmal eingeladen werden! Aus diesem Grund habe ich penibel darauf geachtet, mein Bewerbungsschreiben etwas außergewöhnlicher zu gestalten – sodass schon beim ersten Lesen auffiel, dass ich mit Worten recht gut umgehen kann. Du musst dich selbst verkaufen & deinem zukünftigen Arbeitgeber klar machen, warum du die beste Besetzung für die ausgeschriebene Stelle bist!


Die Details
Beinahe jede Anzeige lässt die angebotene Stelle zum Traumjob werden. Deswegen kann es durchaus auch vorkommen, dass du beim Vorstellungsgespräch oder auch während der Probezeit merkst, dass diese Arbeit nichts für dich ist. Damit du das auch wirklich in dieser Zeit merkst und bei einer Umentscheidung nicht an die Kündigungsfrist gebunden bist: Stell alle Fragen, die dir in Sinn kommen. Lerne deine Kollegen kennen & versuche den Arbeitsalltag kennenzulernen. Erkundige dich also auch vorher, welcher Gehalt passend für die Arbeitsstelle und deine Berufserfahrung ist (und besteh auch darauf). Eine Sache, die ich (unter anderem) leider auch lernen musste: Nur weil es sich bei deiner Arbeit um einen Nebenjob und nicht unbedingt um eine Vollzeittätigkeit handelt, heißt das noch lange nicht, dass du nicht dieselben Rechte wie die anderen hast und ein vollwertiger Mitarbeiter bist. Und wenn du am Ende feststellst, dass alles passt & es sich genau richtig anfühlt, kommt der dritte Schritt.


Die Entscheidung
Erst vor kurzem war es bei mir soweit, dass ich an einem Punkt angelangte, an dem ich meine Prioritäten ändern musste. Während der ersten Jahre und bis zum Abschluss meines Bachelorstudiums stand meine Ausbildung immer an erster Stelle, der Job diente nur dem Zweck des Geldverdienens. Mit den wachsenden Aufgaben und dem Wechsel ins Masterstudiums hat sich das jedoch geändert: Genau genommen würde ich sogar soweit gehen, dass ich inzwischen eher berufsbegleitend studiere – das Studium steht jetzt also offiziell an 2. Stelle. Eine Entscheidung, mit der ich mir sehr schwer getan habe, wollte ich doch stets mein Studium erfolgreich und schnell zuende bringen. Die Überbelastung hat jedoch schlußendlich so an meinen Nerven gezerrt, dass mir schlicht und eifnach keine andere Wahl blieb, als mich zu entscheiden. Und: Das Studium rennt dir grundsätzlich nicht davon. Wichtig ist nur, dass du es nicht schleifen lässt, wenn du eigentlich die Zeit dafür hättest.

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Wie findet ihr die Tipps? Hier geht’s zu Teil 1 „Nebenjob beim Studium“

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4 Comments

  • 2 Jahren ago

    Wirklich super Beitrag, sehr hilfreich! =)

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA

  • 2 Jahren ago

    Sehr gut geschrieben und sehr hilfreich. LG

    http://featheranddress.com

  • 2 Jahren ago

    Ich weiß nicht, ob das zu persönlich für dich wäre, aber mich würde interessieren, wie du quasi berufsbegleitend studierst. Wie läuft denn deine Woche dann so ab?

    • 2 Jahren ago

      Also in diesem Semester habe ich zwei Kurse in der Woche, die prüfungsimmanent sind. VOs kann ich leider nicht besuchen, da muss ich hald hoffen, dass es ein Skript oder einen Stream gibt. Grundsätzlich arbeite ich 3-4 Tage die Woche (20 Stunden) in einer Agentur, glücklicherweise darf ich mir da die Zeit großteils selbst einteilen, die andere freie Zeit investiere ich in den Blog (und alles was dazu gehört). Also das Studium steht hald an 3. Stelle – in Prüfungsmonaten bzw. am Ende des Semesters ist es hald so, dass dann der Blog ein bisschen nach hinten rutscht (wie jetzt gerade etwas zu spüren ist). In der Praxis heißt das zb Montag & Dienstag von 9-18 arbeiten, Mittwoch halbtags, Donnerstag ist ein Kurs & Freitag ist ein Kurs und die gesamte Zeit dazwischen bloggen (schreiben, fotografieren, vorbereiten), home office (mails, usw), events/reisen & das Privatleben (Freund, Familie, Haushalt). Hat das deine Frage beantwortet? :)

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