Who are you?

Es war der Tag vor seiner Abreise aus Athen. Wie jedes Jahr würde er zusammen mit seinen Freunden den Abschied gemeinsam zelebrieren – dauerte es doch wieder mehrere Monate, bis sie sich erneut zu Gesicht bekommen würden. Und er wollte feiern. Er fühlte sich gut, die letzten Tage waren erfolgreich gewesen und zusätzlich hatte er genügend Energie dieser aufregenden und sagenumwobenen Stadt aufsaugen können. Athen hatte eine ganze Menge davon – nicht umsonst war sie einst die Stadt der Götter gewesen. Dementsprechend war sein Selbstbewusstsein gestärkt, als es endlich losging. Nur wenige Gehminuten von ihrer Bleibe entfernt fanden sie bereits ihr Ziel. Das Haus war von außen unscheinbar, hätte es sein Freund nicht direkt angepeilt, wäre er sicher vorbeigegangen. Sie betraten nacheinander den schmalen und dunklen Flur und als sich die Tür hinter ihnen schloss, konnten sie ein erstes Vibrieren spüren. Eine Treppe nach der anderen führte die kleine Gruppe weiter und weiter nach oben, der immer lauter werdenden Musik entgegen.

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Wir sind schön. Für uns.

„Ich finde, dass es komisch aussieht. Das kannst du doch nicht im Ernst anziehen wollen?“, meint sie und verzieht ihr Gesicht dabei zu einer komischen Grimasse, während sie mich von oben bis unten betrachtet. Missmutig betrachte ich mich selbst im Spiegel. Ich trage mein neues Kleid. Bisher war es in meinem Schrank leicht verstaubt, sehnsüchtig darauf wartend, getragen zu werden. Aber ich habe den passenden Moment abgewartet. Denn das Besondere daran ist: Damit fühle ich mich zum ersten Mal nicht nur wie ein kleines, blondes Mädchen. Sondern wie eine junge Frau. Eine, die etwas auf dem Kasten hat. Die Blicke auf sich zieht, Menschen mit ihrem Können überrascht, Respekt verdient hat. Ich habe mich einfach unsterblich in dieses Kleidungsstück verliebt und das was es für mich bedeutet. Unsicher schaue ich jetzt zwischen meinem Spiegelbild und meiner Freundin hin und her. Ihr Blick spricht Bände: Fordernd, vielleicht sogar abwertend. Nichts von dem, was ich mir wünsche. Verbittert presse ich kurz meine Lippen aufeinander. Dann lache ich. „Jaa, du hast Recht!“

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Quarter Life: When I was young

Die anfängliche Teenagerzeit war ganz furchtbar für mich. Zumindest ist der größte Teil meiner Erinnerungen daran, gespickt von schnell wechselnden Emotionen, Trauer und Einsamkeit. Ich war eigentlich nicht depressiv, hatte kaum keinerlei Gründe, traurig zu sein, einen großen Freundeskreis, war gut in der Schule und die beginnende Pubertät sorgte dafür, dass mein Körper langsam zu dem einer jungen Frau wurde. Nichtsdestotrotz ist es im Nachhinein betrachtet immer noch die für mich unangenehmste Zeit des Heranwachsens gewesen. Wie viele junge Erwachsene fühlte ich mich missverstanden. Nicht nur von meinen Eltern, auch von meinen Freunden und im Grunde genommen von der ganzen Welt.

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Looking Back Part 2: Storyteller

Auch wenn Silvester im Grunde genommen ein Tag wie jeder andere ist, bringt der letzte Abend des Jahres für mich doch immer wieder etwas ganz besonderes mit sich. Es herrscht ein Zauber in der Luft, wenn die Menschen sich darauf vorbereiten, das Jahr gemeinsam im Kreis der Liebsten zu verabschieden. Auch wenn sich diese Magie mit jedem Lebensjahr verändert, bleibt es dennoch immer dasselbe. Wir kommen immer noch zusammen an einen Tisch, stoßen auf die Vergangenheit und die Zukunft an und kurz vor Mitternacht steigt die Spannung beinahe ins Unermessliche. Wir schmieden Pläne, selbst wenn wir es nicht wollen, entwickeln Vorsätze, die wir aber zu unserer eigenen Sicherheit nicht immer laut aussprechen und blicken meist voller Tatendrang den kommenden 365 Tagen entgegen. Neuanfänge liegen überall in der Luft und wohin du auch blickst, du siehst Tatendrang in den Augen. Und selbst wenn es nicht das ganze Jahr überdauert, jeder Schritt zählt.

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Quarterlife: Haushalt und andere Dinge + durgol Gewinnspiel

Lasst uns (wieder mal) übers Erwachsensein sprechen. Oder den versuchten Weg dorthin. Vor 6 Jahren habe ich das elterliche Nest verlassen und mich (anfangs mehr oder weniger) auf meine eigenen 2 Beine gestellt. Auch wenn ich es nicht ganz so gern tue, einfach weil es in Teenagertagen das Schlimmste und Unfairste überhaupt für mich war: Inzwischen muss ich zugeben, dass meine Eltern einen ganz guten Job dabei gemacht haben, mich zur Selbstständigkeit in Sachen Haushalt (und auch anderer Dinge) zu erziehen. Ich habe die magische, richtige Handhabung der Waschmaschine von meiner Mama gelernt, ebenso wie das Bügeln (wobei, diese Skills kann man noch nicht wirklich als perfekt bezeichnen ..). Von Anfang an mussten meine Geschwister und ich in der Küche helfen, den Tisch abräumen und zwischendurch mit dem Staubsauger durch das Haus wandern – ganz abgesehen von der Ordnung im eigenen Zimmer. Zumindest sah der Plan immer so aus und oft meistens hin und wieder haben wir uns auch brav daran gehalten (vor allem zur Weihnachtszeit ..). Nichtsdestotrotz: Es gibt Geheimnisse, die findest du aus Prinzip erst alleine heraus, oft verbunden mit dem klassischen „Learning by Doing“ oder auch aus dem einfachen Grund, dass du es schlichtweg lernen MUSST, weil sonst Chaos, Anarchie und Zerstörung entstehen könnten.

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