A Quarterlife’s Guide to stop the Crisis

In ziemlich genau vier Monaten werde ich tatsächlich 25 Jahre alt. Ein Viertel Jahrhundert. Wie aufregend und  zugleich erschreckend diese Zeit gerade ist, habe ich bereits lautstark klargemacht. Ihr wisst, das Leben ist nicht mehr vergleichbar mit dem aus der allzeit-dramatischen Teenagerzeit und wenn überhaupt, dann vermissen wir am meisten eigentlich die Zeit als Kind – wo noch alles erlaubt und doch verboten war. Seitdem mir klar wurde, inwiefern sich mein Alltag inzwischen wirklich verändert hat, versuche ich vor allem eines: Mich damit abzufinden. Ich bin bald 25 Jahre alt und die Zukunft macht mir manchmal Angst, allein wegen ihrer Ungewissheit. Und dennoch, dieses Alter hat auch viele Vorteile. Was man sich vor allem bewusst machen muss: Die Dinge richtig anzugehen. Und nur nicht in Panik zu geraten. Um dem gleich vorzubeugen, meine 10 Tipps und Erkenntnisse aus dem Alltag eines Twenty-Something.

1. Deine Eltern hatten Recht. Nicht bei allem, aber bei fast allem. Das ist dir inzwischen klar und deswegen fragst du heute auch gerne und als erstes bei ihnen um Rat. Und es kommt noch wilder: Du entdeckst, dass sie wirklich cool sein können und verbringst mehr Zeit mit ihnen, sei es in der Bar auf einen Drink, beim Frühstücken in der Stadt oder (wie ich unabsichtlich des Öfteren) beim Ausverkauf im Baumarkt. Da du jetzt nämlich in deinen eigenen 4 Wänden wohnst, findest du den Baumarkt großartig. Genau wie Mutti & Vati eben. Großartig.

2. Bob der Baumeister. Es beginnt mit Bauklötzen und Legosteinen und endet mit dem Schraubenzieher und der Anleitung vom schwedischen Riesen. Nichts macht uns stolzer, als das eigene (erfolgreiche) Handwerk. Aus diesem Grund ist es aber auch wichtig, sich damit (zumindest etwas mehr) zu beschäftigen. Ein funktionierendes Billy-Regal steht leider nicht auch automatisch dafür, dass du mit plötzlich auftretenden Wohnkatastrophen klarkommst. Also finde raus, ob und wann du deine Therme warten lassen musst, wo der Sicherungskasten ist und auch wo sich der Zähler für Strom & Gas befindet. Bereite dich auch für den Ernstfall vor: Kaufe passende Ersatz-Glühbirnen, einen Akku-Schrauber für alle Fälle und versuch gar nicht erst, den Spiegel mit einem Klebeband an die Wand anzubringen. Es wird auf Dauer nicht funktionieren.

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3. Neues zu lernen macht Spaß. Wirklich. Während du früher bei den Worten „Zusatzausbildung, Workshop und Diskussion“ merkwürdig geguckt hast und skeptisch geworden bist, bist du heute richtig erpicht darauf, neue Chancen aufzugreifen. Neues zu lernen, mehr zu lernen – dich selbst zu fordern und mit Gleichgesinnten zu diskutieren. Du liebst es. Und jetzt ist die beste Zeit dafür, dich in ein neues Terrain zu wagen und neue Dinge zu testen.

4. Finanzen in den Griff bekommen auch. Es ist soweit. Während du dich die letzten Jahre immer gewundert hast, was zur Hölle du gemacht hast, dass dein Kontostand bereits in der Mitte des Monats gen 0 geht, ist jetzt die Zeit gekommen, diesem Mysterium auf den Grund zu gehen. Wenn du leicht den Überblick verlierst, führe einfach Buch. Generell ist es auch wichtig, dass du die Dinge vergleichst: Internet- und TV-Anbieter, Energielieferant, Bank- und Kontokonditionen – selbst die Preise im Supermarkt. Solltest du noch keine Pensionsversicherung haben, wäre es langsam aber sicher ratsam, eine abzuschließen. Und erkundige dich am besten auch, was du sonst noch für Versicherungen brauchst. Ein Bausparer ist übrigens auch keine schlechte Idee – just saying.

5. Mit der Vergangenheit aufräumen & über sich selbst lachen. Wir alle kennen diese eine Person, die auch noch 3 Jahre später von dem einen peinlichen Moment in deiner Laufbahn erzählt und sich gackernd und alleine köstlich darüber amüsiert. Grundsätzlich jemand, auf den du in deinem Leben verzichten kannst. Sollte dies keine Option sein: Das Haar gekonnt in den Nacken werfen (wenn möglich), nicken und einfach drüber hinweg lachen. Generell gilt: Deine Vergangenheit bestimmt nicht dein Leben – du kannst also das eine oder andere Fettnäpfchen gekonnt vergessen und weglassen, wenn du jemand neues kennenlernst. Und für die Backstreet Boys-Obsession aus Pre-Teenagerjahren oder der Twilight-Reihe, die seit einem Jahrzehnt in deinem Bücherregal steht, gilt: Mit Stolz berichten und einfach selbst darüber lachen.

6. Einen Job haben, den man auch wirklich mag. Es mag eines dieser Big Goals im Leben sein und der beste Zeitpunkt von dem notwendigen Nebenjob (den man nun mal einfach neben dem Studium braucht) auf den richtigen Job (den man wirklich will und wovon man träumt) umzusteigen ist – ihr habt es erraten – jetzt. Also spring über deinen bequemen Schatten und leg dich ins Zeug – mach die Ausbildung und Workshops, die dafür nötig sind und lass dich nicht abbringen von deinem Weg.

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7. Wochenende sinnvoll(er) nutzen ftw. Es mag vielleicht noch etwas verrückt klingen, aber: Statt den ganzen Tag auf der Couch zu gammeln und dem Serienjunkie in dir mit Netflix-Binge-Watching Genüge zu tun, solltest du dich aufrappeln und wirklich etwas mit deiner Zeit anfangen. Geh wandern oder ins Museum. Erst letzte Woche waren Mister T und ich zuerst eine Runde spazieren (inklusive heißer Maroni und einer riesigen Tasse Cappuccino) und anschließend noch etwas einkaufen – klingt spießig, ist es auch. Und einfach nur awesome. Keine Sorge: Zwischendurch kann man seiner Netflix-Sucht immer noch nachgeben.

8. Beschäftige dich mit deinem Umfeld. 20 Jahre lang lebt man im Grunde genommen in einer wundervollen Blase – zumindest die meisten. Natürlich bedeutet das nicht, dass du bisher ignorant durchs Leben gegangen bist, aber seinen Horizont erweitert man einfach erst nach und nach. Solltest du das bisher noch nicht gemacht haben: Tu es jetzt. Erkundige dich über die Geschehnisse der Welt, lies Zeitungen (online oder offline), sieh dir die verschiedenen Parteien in dem Land, dass du Heimat nennst, an. Du hast ein Wahlrecht, nutze es. Nutze es klug und weise.

9. Deinen Körper respektieren. Sind wir doch mal ehrlich. Du bist keine 18 mehr und das macht sich auch bemerkbar. Möglicherweise schnaufst du sogar dezent, wenn du von der Couch aufstehst und erkennst erste Falten im Gesicht. Es ist also gar nicht so übel, dass du Junk gegen Super Food getauscht hast und darauf achtest, dass du jeden Tag genug Wasser trinkst. Denn, auch hier gilt: Vorsorge ist alles (daran versuchst du dich zumindest zu erinnern, wenn du um Luft ringst, bei dem Versuch die Treppe statt den Lift zu nehmen).

 

10. Du bist 25 – was hält dich auf? Die Wahrheit ist: 25 ist ein erschreckendes, aber auch tolles Alter. Du setzt jetzt den Maßstab und die Grundpfeiler für deine Zukunft. Es mag ein bisschen dramatisch klingen, aber im Grunde genommen ist es genauso. Also: Mach die Nacht durch (auch wenn du es 3 Tage lang bereuen wirst), sieh dir noch schnell die Welt an, geh das Risiko ein und folge deinem Traum. Solang du noch ohne Probleme die Treppen rauf kommst.

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4 Comments

  • 2 Jahren ago

    Hallo Chris,
    das ist wirklich ein super Artikel! Schön, dass du dir und uns Lesern so gut Mut machen kannst! Ich finde jeden deiner Tipps echt hilfreich und voll wahr. So kann man echt wertschätzen, was man schon hat, und sich auf das, was kommt, freuen.
    Danke dir dafür!
    Liebe Grüße, Jean :)

    • 2 Jahren ago

      Vielen Dank für die lieben Worte!! :)

  • Toller Text! Erkenne mich in fast allen Punkten wieder. Ich verbringe meine Wochenenden mittlerweile auch bewusster und werde mittlerweile auch ganz unruhig, wenn ich gar nicht aus dem Haus gehe :D

  • 2 Jahren ago

    Ach, so schlimm ist es gar nicht, 25 zu werden :)
    Ich hab’s schon ein halbes Jahr hinter mir, hatte riesige Angst vor der Zahl und hab dann festgestellt, dass das totaler Schmarrn ist, man wird ja dadurch kein anderer Mensch :)
    Dass man sich der Dinge mehr bewusst sein sollte, besser planen und sich genau überlegen, was man noch machen möchte, bevor Verantwortungen für Familie und Kinder kommen, damit hast du aber echt recht. Man sollte, finde ich, auf keinen Fall Dinge Jahre nach hinter verschieben, sondern einfach machen, wenn es nur irgendwie geht :)
    Alles Liebe,
    Kathi

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